Die Grenzen von Anleihen neu definieren
Verfasst von Guillermo Felices, PhD, Credit | Global Investment Strategist
Anleihenportfolios sollten lange Zeit vor allem Erträge generieren und die Volatilität mindern. Benchmarkgebundene Allokationen erfüllten diese Aufgaben über viele Jahre. Mittlerweile hat dieser Ansatz aufgrund des veränderten Marktumfelds an Wirksamkeit verloren. Solche Allokationen können eine höhere Konzentration, längere Laufzeiten und weniger defensive Eigenschaften aufweisen, als Anleger dies annehmen.
In einer Welt mit schwankender Inflation, politischer Unsicherheit und stärkeren Korrelationen zwischen verschiedenen Anlagen kann der Fokus auf wenige Renditetreiber ein Risiko für Portfolios darstellen. Genau mit diesem Thema befassen wir uns in «Die Grenzen von Anleihen neu definieren.»
Globale Gesamtindizes werden vorwiegend von den grössten Anleihenemittenten geprägt und sind zudem stark von der Duration abhängig. Traditionelle Allokationen funktionierten in einem disinflationären Umfeld gut, in dem sinkende Renditen Schwächephasen bei Anleihen oder Aktien abfedern konnten. Das Umfeld nach der Pandemie stellt diese Beziehung jedoch auf die Probe. Wenn Inflation und geldpolitische Straffung dominieren, können Anleihen und Risikoanlagen gleichzeitig unter Druck geraten. Dadurch verringert sich die erwartete stabilisierende Rolle von Kernanleihen.
Diese Entwicklung spricht dafür, den Portfolioaufbau neu zu überdenken. Echte Diversifizierung entsteht durch die Kombination separater Ertragsquellen und nicht durch das Hinzufügen sich überschneidender Engagements. Ein stärker ertragsorientierter Ansatz kombiniert Strategien mit unterschiedlichen Renditetreibern, Sensitivitäten und Rollen.
Man könnte dies als Ansatz verschiedener «Ertragsantriebe» beschreiben. Ein solcher Antrieb bietet eine defensive Grundlage durch hochwertige verbriefte Anleihen wie AAA CLOs. Ein weiterer, auf einer sektorübergreifenden und opportunistischen Kreditstrategie basierender Antrieb fungiert als Alpha-Generator. Ein dritter erweitert das Chancenspektrum durch eine unbeschränkte Total Return-Strategie in den Schwellenländern. Gemeinsam können diese Antriebe Renditeströme schaffen, die sowohl von traditionellen Benchmarks als auch voneinander abgegrenzt sind.
Die Grafik veranschaulicht die potenziellen Vorteile. Sie vergleicht schematische effiziente Portfoliogrenzen mit verschiedenen Mindestallokationen in «Global Aggregate»-Anleihen über einen Zeitraum von fünf Jahren. Das repräsentative Portfolio weist eine Zielrendite von 3,7 Prozent und eine Allokation von mindestens der Hälfte in der verbesserten «Global Agg»-Rendite pro Risikoeinheit auf. Ergänzt wird es durch Engagements in Credit Opportunities, Emerging Markets Total Return und Global AAA CLO.
Über fünf Jahre lieferte ein repräsentativer Mix dieses Portfolios eine Sharpe Ratio von 1,25, während eine vollständige Allokation in «Global Agg» -0,52 aufwies. Die kumulative Verbesserung um 1,77 unterstreicht, wie deutlich eine diversifizierte Anleihenmischung einen benchmarknachbildenden Ansatz auf Basis der Risikoeinheiten übertreffen kann.
Kombination von Ertragsantrieben verbessert Portfolioeffizienz
Quellen: PGIM, Bloomberg, JP Morgan, S&P. Monthly, Stand der Daten: März 2026. Die frühere Wertentwicklung ist weder eine Garantie noch ein verlässlicher Hinweis auf zukünftige Ergebnisse. Die angegebene unbeschränkte Grenze ist rein theoretisch und stellt eine optimierte Palette von Portfolios ohne Beschränkungen bei ihrer praktischen Implementierung dar.
Für den Portfolioaufbau sind die Auswirkungen eindeutig. Ertragslösungen müssen sich an verändernde Zinszyklen, Kreditbedingungen, Währungsdynamiken und Liquiditätsanforderungen anpassen. Das Engagement in einer Benchmark kann weiterhin eine wichtige Rolle spielen, insbesondere bei disinflationären Schocks oder in Phasen der Flucht in Qualität. Wenn Korrelationen jedoch zunehmen und traditionelle Diversifizierung abnimmt, bietet das Kernengagement allein womöglich nicht genügend Resilienz.
Für den Portfolioaufbau sind die Auswirkungen eindeutig. Ertragslösungen müssen sich an verändernde Zinszyklen, Kreditbedingungen, Währungsdynamiken und Liquiditätsanforderungen anpassen. Das Engagement in einer Benchmark kann weiterhin eine wichtige Rolle spielen, insbesondere bei disinflationären Schocks oder in Phasen der Flucht in Qualität. Wenn Korrelationen jedoch zunehmen und traditionelle Diversifizierung abnimmt, bietet das Kernengagement allein womöglich nicht genügend Resilienz.
Ein diversifiziertes Rahmenwerk für Ertragsantriebe kann dieser Herausforderung begegnen. Die Risikoallokation in ergänzende Ertragsquellen kann Anlegern ermöglichen, das Chancenspektrum zu erweitern und zugleich das Portfoliorisiko effizienter zu nutzen. Ziel ist es, Qualität und Resilienz der Ertragsgenerierung zu verbessern. Dafür braucht es Fachkenntnisse, disziplinierte Risikobudgets und eine aktive Entscheidung darüber, welchen Platz jeder Antrieb in der Allokation einnimmt.
Entscheidend bleibt die Implementierung. Eine Analyse der Effizienzgrenze stellt keine Prognose dar; die in der Abbildung dargestellte unbeschränkte Grenze ist theoretischer Art. Reale Portfolios müssen Liquidität, Transaktionskosten, regulatorische Anforderungen, Angemessenheit und kundenspezifische Ziele berücksichtigen.
Die strategische Erkenntnis bleibt dennoch bestehen: Über unterschiedliche Marktzyklen hinweg lassen sich resilientere risikobereinigte Renditen erzielen. Für Anleger, die nach nachhaltigen Erträgen streben, scheint die Kombination sich ergänzender Antriebe belastbarer zu sein als ein rein benchmarkorientiertes Engagement.
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