«Lassen Sie sich von der zunehmenden Marktvolatilität im Jahr 2022 nicht beirren», sagt Hamish Chamberlayne, Head of Global Sustainable Equities bei Janus Henderson.

Wir gehen davon aus, dass das Marktumfeld im Jahr 2022 – wie schon über weite Strecken des Jahres 2021 hinweg – von anhaltenden Spannungen zwischen Unternehmen mit langfristigen Wachstumsperspektiven und Firmen, die von der Wiedereröffnung der Wirtschaft im Nachgang der Pandemie profitieren, geprägt sein wird.

Wir sind davon überzeugt, dass die starken langfristigen Wachstumstrends der Digitalisierung und Elektrifizierung das Marktgeschehen in den nächsten zehn Jahren dominieren werden, während die Dekarbonisierung der Weltwirtschaft an Fahrt gewinnt.

Wir erwarten jedoch eine erhöhte Volatilität, da die Weltwirtschaft mit dem Inflationsdruck zu kämpfen hat, der durch die Verwerfungen infolge der Covid-19-Pandemie entstanden ist.

Inflation bietet effizienten Unternehmen Rückenwind

Bei der Betrachtung der Chancen, die sich in diesem Umfeld für nachhaltige Aktien ergeben, darf nicht vergessen werden, dass die Inflation oft den Keim ihrer eigenen Zerstörung in sich trägt: Höhere Preise bieten den Unternehmen Anreize für Investitionen in Effizienz, Alternativen und neue Technologien. Dies kann die Wirtschaftlichkeit von sauberen Technologien, Elektrofahrzeugen und erneuerbaren Energien oft attraktiver machen.

Wir glauben daher, dass ein inflationäres Umfeld vielen der Unternehmen, in die wir investieren, Rückenwind verleihen wird. Ausserdem suchen wir in der Regel nach Unternehmen mit starken Wettbewerbspositionen, die ein überzeugendes Wertversprechen für ihre Waren und Dienstleistungen bieten, da diese Art von Unternehmen über ausreichend Preismacht verfügen sollten, um höhere Inputkosten an ihre Kunden weiterzureichen.

Inflation verläuft in Wellen

Es ist wichtig, sich vor Augen zu führen, dass die Inflation niemals synchron verläuft. Vielmehr neigt sie dazu, sich in Wellen durch die Märkte zu ziehen, was zu Volatilität führt, da verschiedene Unternehmen zu unterschiedlichen Zeitpunkten betroffen sind und sich dann neu ausrichten müssen.

Daher erwarten wir, dass die Märkte von Quartal zu Quartal zwischen Value und Wachstum schwanken werden, da die verschiedenen Sektoren zu unterschiedlichen Zeiten von der Inflation betroffen sind.

Vor dem Hintergrund dieser Volatilität raten wir den Anlegern dringend, sich nicht von dem unvermeidlichen und kurzfristigen Hin und Her zwischen Wachstums- und Substanzwerten beirren zu lassen. Unserer Einschätzung nach werden die langfristigen Trends, die mit dem Wandel hin zu einer nachhaltigeren Weltwirtschaft einhergehen, den stärksten Einfluss auf die Anlagerenditen haben.

Daher sind wir der Meinung, dass eine Inflationsphase letztendlich für das Wachstum vieler der Titel, in die wir investieren, von Vorteil sein kann, da sie die Wirtschaftlichkeit nachhaltiger Unternehmen attraktiver macht und die Investitionen in die Energiewende beschleunigt.

Ausrichtung auf eine nachhaltige Weltwirtschaft beschleunigt sich

Um beim Thema des Übergangs zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft zu bleiben: Wir bewerten die Ergebnisse der jüngsten COP26 positiv. Der Klimapakt hat dafür gesorgt, dass sich wichtige Länder wie Indien und China ehrgeizigere Ziele für die Emissionsreduzierung gesteckt haben.

Ein besonders wichtiger Punkt: Alle Länder haben sich darauf geeinigt, ihre national festgelegten Beiträge (NDCs) jährlich und nicht mehr nur alle fünf Jahre zu überprüfen. Wir gehen davon aus, dass sich der Prozess der Emissionsreduzierung beschleunigen wird, wenn die Länder hierdurch stärker in die Pflicht genommen werden.

Wir gehen sogar davon aus, dass der Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft schneller erfolgen wird als in den einzelnen nationalen Plänen zur Erreichung von Netto-Null vorgesehen ist, da Innovationen und Kostensenkungen bei sauberen Technologien die Regierungen in die Lage versetzen werden, stärker auf das politische Gaspedal zu drücken.

Auf dem Weg zu einer kohlenstofffreien Wirtschaft

Aus Anlegersicht sind wir mehr an der Richtung und dem Tempo der Entwicklung interessiert als an einer Momentaufnahme, und die COP26 hat eindeutig signalisiert, dass sich die Welt über die Notwendigkeit einer beschleunigten Dekarbonisierung einig ist.

Allein im Jahr 2021 konnten wir erhebliche Fortschritte beim Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft verzeichnen: Die Absatzzahlen für Elektrofahrzeuge (EV) waren in der ersten Jahreshälfte 2021 deutlich höher als im Jahr 2020 (siehe Abbildung unten), was die stetigen Fortschritte auf dem Weg zu einer kohlenstofffreien Wirtschaft verdeutlicht.

Wir gehen nicht davon aus, dass sich dieser Trend abschwächen wird, da höhere Ölpreise und staatliche Initiativen die Nachfrage nach E-Fahrzeugen weiter ankurbeln werden.

Darüber hinaus wurden auf der COP26 erhebliche Fortschritte in Bezug auf die Märkte für den Handel mit Emissionsrechten, die Transparenz bei der Bilanzierung und der Berichterstattung über Ziele und Emissionen sowie die Zusagen zur Finanzierung der Energiewende in den Entwicklungsländern erzielt. Diese Entwicklungen können einen starken Anreiz für Veränderungen darstellen.

Absatz von Elektrofahrzeugen im Jahr 2020 gegenüber 2021

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Quelle: Der globale Markt für Elektrofahrzeuge im Jahr 2022: Statistiken und Prognosen, Virta, Daten per Ende Juni 2021. Zu den Elektrofahrzeugen zählen sowohl batteriebetriebene Elektrofahrzeuge (BEVs) als auch Plug-in-Hybrid-Elektrofahrzeuge (PHEVs).

Wir konzentrieren uns weiter auf Digitalisierung, Elektrifizierung und Dekarbonisierung, die zu den entscheidenden Faktoren unserer globalen Wirtschaft werden und die Grundlage für unsere Anlageentscheidungen und die Portfoliokonstruktion bilden.

Unternehmen mit attraktiven Wachstumschancen

Bei unserem Ansatz geht es darum, diejenigen Unternehmen zu identifizieren, die auf langfristige, nachhaltige Entwicklungsthemen ausgerichtet sind und eine positive Rolle bei der Transformation der Weltwirtschaft in Richtung Nachhaltigkeit spielen.

Wir suchen nach Unternehmen mit attraktiven Wachstumschancen aufgrund dieser Entwicklungen sowie mit einer guten Innovationskultur und finanzieller Belastbarkeit. Wir sind nach wie vor begeistert von den vielfältigen Chancen, die sich im Jahr 2022 und danach bieten werden.


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