Primärmarkt im Oktober: 2026 ist bereits das Allzeitrekordjahr

Der Allzeitjahresrekord von 2009 mit 88,9 Milliarden Franken ist bereits Ende Oktober egalisiert. 2026 wurden bisher am Schweizer Primärmarkt Obligationen im Nominalwert von 89 Milliarden Franken lanciert.

Der Rekord hatte sich bereits im Verlauf dieses Jahres abgezeichnet. Doch der soeben abgeschlossene Monat brachte nochmals reiche Ernte. Noch nie wurde in einem Oktober gemäss der Statistik der Zürcher Kantonalbank (ZKB) ein so hoher Wert registriert (ohne Anleihen der Eidgenossenschaft): 7,3 Milliarden Franken. Treiber war diesmal eindeutig das Inlandsegment.

Neuemissionen ZKB neu

Emissionsgeschäft: In den meisten Monaten über den beiden Vorjahren. (Grafik: ZKB)

Ausländische Schuldner hingegen steuerten bloss 800 Millionen Franken bei; damit war der Oktober in dieser Disziplin der bisher schwächste Monat im laufenden Jahr. Das dürfte auf die Verunsicherung an den internationalen Märkten zurückzuführen sein, Stichworte Bedenken um die Werthaltigkeit der KI-Investitionen und Krisensignale in Frankreichs Staatsanleihenrenditen und Strassen.

Ausländer unter «Ferner liefen»

Immerhin hatte es mit dem Green Bond von VIA Outlets einen Debütanten darunter. Es handelt sich um einen international tätigen Betreiber von Outlet-Verkaufsanlagen, dazu gehört auch diejenige in Landquart. Die von BNP Paribas begleitete Emission sei auf eine rege Nachfrage gestossen, berichtete der Triple-B-Schuldner in seinem eigens aus diesem Anlass verfassten Communiqué. Peter Stals, CFO der in Amsterdam (Schiphol) domizilierten VIA Outlets, hält darin fest: «Unser Debüt auf dem Schweizer Obligationenmarkt ist ein wichtiger Schritt zur Diversifizierung unserer Finanzierungsquellen.»

Weitere Gäste aus dem Ausland waren die chilenische Banco BICE, VP Bank, Bank of Montreal und The Toronto-Dominion Bank. Neben diesen Financials machte auch ein Subsovereign der Schweiz die Aufwartung: Treasury Corporation of Victoria, zuständig für die Finanzierung des australischen Gliedstaats.

Üppig war dagegen das Menü, das inländische Schuldner den Investoren boten. Vertreten waren auch die Schweizer Gliedstaaten, die Kantone: Genf (zwei Neuemissionen und zwei Aufstockungen), Tessin, Basel-Stadt (Social Bond) und Wallis. Ebenfalls am Markt waren die Städte Zürich, Genf, Neuenburg und Bern. Die Limmatstadt trat wenige Tage nach der Überprüfung ihres Triple-A-Ratings durch Standard & Poor's auf. Die Ratingagentur hatte zwar das Triple-A bestätigt, aber den Ausblick auf negativ geändert. Das Rating der Stadt Zürich von AA/stabil bereits Ende September bestätigt hatte die ZKB. Die Stadt Neuenburg liess sich bei ihrem Kapitalmarktdebüt von der UBS begleiten.

Sichere Werte: Pfandbriefe und Kantonalbanken

Auch der Nachschub an Kantonalbankenobligationen kam nicht zu kurz, dank den Instituten aus Schaffhausen, Luzern (mit einem seltenen Floater), Aargau (Green Bond), Bern, Baselland, Freiburg und der Waadt.

Ein sicherer Wert sind auch die beiden Pfandbriefinstitute. Die Pfandbriefbank und die Pfandbriefzentrale lancierten diesmal je vier Aufstockungen.

Holcim und ABB im Dreierpack

Aus dem Unternehmensbereich stammten Sulzer, Galenica sowie mit je einer Dreifachtranche (über 825 Millionen bzw. 480 Millionen) ABB und Holcim Helvetia Finance.

Cembra Money Bank bediente mit vier Anleihen, darunter einen Covered Bond und eine tief nachrangige AT1, gleich die ganze Bonitätsstruktur. Viseca Payment Sercies und Amag Leasing (Green Bond) vertraten ebenfalls die Finanzwerte. Das Kernkraftwerk Gösgen-Dänikon und die Immobiliengesellschaft Allreal Holding rundeten das Angebot ab.

Spreads SBI

Entwicklung der im Swiss Bond Index gemessenen Spreads für unterschiedliche Ratingkategorien. (Grafik: ZKB)

Mit Blick auf den angebrochenen Monat spricht die ZKB von einer gut gefüllten Emissionspipeline. Vielleicht reicht es dann auch aus, um das bisherige Rekordjahr 2009 nicht nur nominal, sondern auch real zu schlagen. Zu den Schuldnern, die im November bereits aktiv geworden sind, zählen die chilenische Bank BBVA, Thermo Fischer, KW Linth-Limmern und die Pfandbriefbank. Sie mussten die Investoren mit teilweise etwas höhere Emissionsprämien locken. Besonders im Triple-A-Segment ist bereits seit Jahresbeginn ein kontinuierlicher Anstieg der Spreads zu beobachten.

Im Windschatten des Emissionsgeschäfts bewegt sich der Sekundärmarkt. Gemäss den Zahlen der SIX Swiss Exchange fiel der Umsatz im Oktober zum Vorjahr um 9,1 Prozent auf rund 10 Milliarden Franken. Im Jahresvergleich resultiert aber mit 111,9 Milliarden immer noch ein Plus von 4,7 Prozent.