Warum zählt Wasser zu den wichtigsten Anlagethemen des Jahrzehnts?

Von Patrick Lutz, Head of Wholesale Distribution Switzerland, L&G

Wesentliche Erkenntnisse

  • Der Industriesektor wird bis 2030 voraussichtlich mehr als 200 Milliarden USD in den Wasserbereich investieren.[1]
  • Im Jahr 2025 flossen über 1 Milliarde USD an Investitionen in Wasser Technologie Unternehmen.
  • Bis 2050 wird die Wassernachfrage um über 600 Prozent steigen – nicht zuletzt, weil die Halbleiterindustrie zunehmend mehr Wasser benötigt.[2]

Anfang dieses Jahres warnte die UN, dass die weltweite Nutzung erneuerbarer Wasserressourcen die natürliche Wiederauffüllung übersteigt. Die Welt sei nun in eine Ära der «globalen Wasserinsolvenz» eingetreten. Dies dürfte deutliche finanzielle Auswirkungen haben – eine Schätzung geht davon aus, dass die Wasserknappheit das globale BIP bis 2050 um 8 Prozent senken könnte.[3]

In Regionen mit extremem Wasserstress wirkt Infrastruktur als primäre Absicherung für wirtschaftliche Stabilität. Die VAE nutzen Entsalzungsanlagen, um Meerwasser trinkbar zu machen: Rund 42 Prozent ihres Trinkwassers stammen aus etwa 70 grossen Anlagen.[4]

Wasser entwickelt sich rasch zu einem der strategisch wichtigsten Investmentthemen. Was einst als stabiles, langsam wachsendes Versorgungssegment galt, befindet sich nun in einem strukturellen Wandel – angetrieben durch Klimadruck, demografische Veränderungen, industrielle Expansion sowie die zunehmende Einführung fortschrittlicher Technologien wie KI‑gestütztes Wassermanagement und Entsalzungsanlagen.

Es ist ausserdem ein zentrales Thema für unser Stewardship‑Team, das seit vielen Jahren umfassend darüber berichtet.
Nachfolgend beleuchten wir drei Gründe, warum Wasser aus unserer Sicht zu den wichtigsten Investmentchancen des Jahrzehnts zählt.

1. Anstieg der Versorgungsinvestitionen zur Deckung der steigenden Nachfrage

Wasser ist nicht optional – es ist eine Grundvoraussetzung. Dies führt weltweit zu steigenden Investitionen (Capex) in Wasserversorgungssysteme und eröffnet potenzielle Chancen für Anleger:

  • Europa setzt die bedeutendste Aktualisierung der Wasserregulierung seit 30 Jahren um, erweitert die Richtlinie über die Behandlung von kommunalem Abwasser und verschärft Regeln zu Mikroschadstoffen.[5]
  • Das Vereinigte Königreich kämpft mit einem der ältesten Wassernetze der Welt – die Leitungen sind im Durchschnitt 70 Jahre alt. Der neue Wasserplan der Regierung sieht Investitionen von über 100 Mrd. GBP zur Bekämpfung von Leckagen, Verschmutzung und zur Stärkung der Klimaresilienz vor – begleitet von erheblichen regulatorischen Änderungen.[6] 
  • In den USA wird die strengere Regulierung von PFAS (bekannt als «Ewigkeitschemikalien») zu einem wichtigen Treiber der Wasserausgaben.[7]
    Diese Programme hängen mit der Bereitstellung essenzieller Dienstleistungen, regulatorischen Verpflichtungen und der öffentlichen Gesundheit zusammen. Das deutet darauf hin, dass Wasserunternehmen von gut planbaren, regulierten Erträgen, langfristiger Capex‑Visibilität und defensiven Eigenschaften mit mehrjährigen Verpflichtungen profitieren könnten.

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2. Beschleunigter industrieller Investitionsbedarf

Wasser wird zu einer zunehmend kritischen betrieblichen Ressource für Branchen, die mit Nachhaltigkeitsanforderungen und steigender Produktionsnachfrage konfrontiert sind. Sektoren wie Rechenzentren, Fertigung, Energie, Landwirtschaft und Chemie investieren verstärkt in Wassereffizienz, Abwasserrecycling, fortschrittliche Schadstoffentfernung und regulatorische Compliance. Auch dies eröffnet Chancen für Anleger, die in Unternehmen investiert sind, die diese Lösungen anbieten.
Gleichzeitig steigen die industriellen Wasserkosten, und die langfristige Versorgungssicherheit ist weniger verlässlich als früher.

Diese Herausforderung schafft auch Chancen, indem Unternehmen die Wasserbewirtschaftung vor Ort neu denken. Aus einem Kosten- und Compliance‑Thema kann ein strategischer Treiber für Effizienz, Resilienz und operative Stabilität werden. Deshalb wird erwartet, dass die industriellen Gesamtausgaben für wasserbezogene Investitionen bis 2030 über 200 Milliarden USD liegen.[8]

Während der Bereich Upstream‑Öl und Gas weiterhin rund 24 Prozent der industriellen Wasserausgaben ausmacht, zählen technologieorientierte Branchen – insbesondere Rechenzentren und Mikroelektronik – zu den am schnellsten wachsenden Segmenten.

Der steigende Investitionsbedarf markiert einen strukturellen Bruch mit der Vergangenheit. Über reine Wartungsarbeiten hinaus werden Investitionen zunehmend von Wachstum, Produktivitätsgewinnen und betrieblicher Notwendigkeit angetrieben. Wasser entwickelt sich damit sowohl zu einem Resilienzthema als auch zu einer Effizienzchance.

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3. KI, Rechenzentren und digitale Wasserlösungen

Fortschrittliche Technologien erzeugen strukturelle Nachfrage nach hochentwickelten Kühlsystemen, Filtrationslösungen und Wasserbehandlungstechnologien – und damit Chancen für Lösungsanbieter.
So wird erwartet, dass die Wasserintensität der Halbleiterproduktion bis 2050 um 113 Prozent steigen wird.[9] Während die Wassernachfrage von Rechenzentren, Halbleiterfabriken und der damit verbundenen Stromerzeugung insgesamt mehr als doppelt so hoch sein dürfte, wird der jährliche Wasserverbrauch in der Halbleiterproduktion zwischen 2020 und 2050 voraussichtlich um +613 Prozent steigen – wobei ein Drittel aller Fabriken in Gebieten mit hohem Wasserstress liegt.[10]

Der starke Anstieg der Wassernachfrage durch diese Branchen führt zu erheblichen Investitionen in industrielles Wassermanagement und spezialisierte Behandlungstechnologien.
Während Bergbau, Lebensmittel & Getränke sowie Mikroelektronik derzeit die höchsten wasserbezogenen Capex ausweisen, wird im Bereich Rechenzentren ein jährliches Wachstum von über 14 Prozent erwartet.

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Gleichzeitig transformiert die Digitalisierung das Wassermanagement selbst. Versorger und Industrieunternehmen setzen zunehmend auf intelligente Zähler, Sensoren und Fernüberwachung, prädiktive Analytik und KI‑gestützte Optimierung.
Der Bereich «Digital Water» bleibt ein margenträchtiger Sektor. Im Jahr 2025 flossen über 1 Milliarden USD an Wagniskapital in Wassertechnologieunternehmen – insbesondere in KI‑gestützte Lösungen wie Smart Meter, prädiktive Analytik und Echtzeit‑Hochwasserprognosen.[11]

Diese drei Kräfte – essenzielle Versorgungsinvestitionen, steigende industrielle Ausgaben und technologisch getriebenes Wachstum – bilden aus unserer Sicht die strukturellen Treiber des Wasserthemas. Wasser entwickelt sich zu einem Investmentthema, das defensive Stabilität, strukturelles Wachstum und Innovation verbindet – und damit eine der wichtigsten Anlagechancen des Jahrzehnts darstellt.

Erfahren Sie mehr über sauberes Wasser hier.


[1] Quelle: Global Water Intelligence, as at January 2026.
[2] Quelle: https://amp.xylem.com/m/aa10f8022757c5e/original/Watering-the-New-Economy-DIGITAL-final.pdf
[3] Quelle: Global Commission on the Economics of Water, as at 2024.
[4] Quelle: https://u.ae/en/information-and-services/environment-and-energy/water-and-energy/water
[5] Quelle: Urban wastewater - Environment - European Commission
[6] Quelle: UK Government Future of the subsurface: urban water management in the UK (annex) - GOV.UK and A new vision for water - GOV.UK
[7] Quelle: US Environmental Protection Agency (EPA) Per- and Polyfluoroalkyl Substances (PFAS) | US EPA
[8] Quelle: Global Water Intelligence, as at January 2026.
[9] Quelle: https://amp.xylem.com/m/aa10f8022757c5e/original/Watering-the-New-Economy-DIGITAL-final.pdf
[10] Quelle: https://amp.xylem.com/m/aa10f8022757c5e/original/Watering-the-New-Economy-DIGITAL-final.pdf
[11] Quelle: Global Water Intelligence, as at January 2026.

Wesentliche Risiken
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