«Wir sind keine Touristen. Wir sahen die Schweiz immer als Kernmarkt»
Seit 17 Jahren ist State Street Investment Management-Manager Dario De Simio in der Vermögensverwaltungs-Branche tätig – und ebenso lange beschäftigt ihn ein Thema ganz besonders: Portfolio-Strukturen. «Das ist tatsächlich eine Leidenschaft von mir», sagt der CIIA- und CAIA-Absolvent. Neben Familie, Freunden, Fussball und Kulinarik sei die Konstruktion von Portfolios eines seiner grossen Hobbys geblieben.
Diese Leidenschaft passt zur DNA von State Street Investment Management. Der weltweit viertgrösste Vermögensverwalter verwaltet heute über 5 Billionen Dollar und gehört zu den Pionieren der ETF-Industrie. Bereits 1993 legte das Unternehmen unter der Marke «SPDR ETF» den ersten US-ETF überhaupt auf – ein Produkt, das bis heute existiert und zurzeit der weltweit meistgehandelte ETF ist.
Innovationen sind entscheidend
Für De Simio ist klar: «Innovationen sind letztlich entscheidend, ob man als Finanzdienstleister langfristig Erfolg hat.» Gerade die Vermögensverwaltung habe sich in den vergangenen Jahren stark verändert – nicht zuletzt, weil sich auch die Anlagelandschaft fundamental gewandelt habe. Anleger seien heute globaler, kostensensitiver und erwarten zugleich individualisiertere Anlagelösungen.
Seit 1998 ist State Street auch in der Schweiz präsent. Der Markt sei für das Unternehmen von Anfang an strategisch wichtig gewesen, betont De Simio. «Wir sind keine Touristen. Wir sahen die Schweiz immer als Kernmarkt. Wir wollten von Beginn an mit den grössten Schweizer Investoren zusammenarbeiten – und dürfen heute viele von ihnen zu unseren Partnern zählen.»
Zu den wichtigsten Kundengruppen zählen heute Pensionskassen, Versicherungen, Banken, Family Offices, Privatbanken und unabhängige Vermögensverwalter. Gerade institutionelle Investoren würden derzeit verstärkt nach robusten Portfolio-Lösungen suchen – insbesondere vor dem Hintergrund geopolitischer Unsicherheiten und anhaltender Marktvolatilität. Das Ergebnis ist unter anderem der stark zunehmende Trend hin zu aktiven, quantitativen Anlagestrategien.
ETF: Noch viel Potenzial liegt brach
Dabei spiele in der Schweiz ein Faktor traditionell eine besonders wichtige Rolle: die Währung. «Für Schweizer Investoren ist das Währungselement entscheidend», sagt De Simio. Schweizer Anlage-Portfolios sind heute aufgrund derer Renditeerwartungen viel internationaler ausgerichtet als dies früher der Fall war. Es gilt also die Währungsrisiken im Blick zu behalten. Gleichzeitig betrachten viele Investoren den Franken als Stabilitätsanker. Entsprechend blieben auch Schweizer Staatsanleihen trotz tiefer Renditen gefragt. «In Zeiten geopolitischer Unsicherheiten und wachsender weltweiten Verschuldung stehen Schweizer Staatsanleihen im Gesamtportfoliokontext noch immer für Sicherheit.»
Besonders grosses Potenzial sieht De Simio weiterhin im ETF-Markt – auch hierzulande, wo vor 25 Jahren an der SIX der erste ETF aufgelegt worden ist. Die Nachfrage nach kostengünstigen, transparenten und liquiden Anlagelösungen nehme kontinuierlich zu. Gleichzeitig ortet er bei jungen Menschen noch ungenutztes Potenzial. «Ich wünschte mir, die jüngere Generation würde sich noch viel stärker mit dem Thema Investieren beschäftigen, weil sie am Ende von dessen Entwicklung profitieren wird», sagt er.














