Rente oder Kapitalbezug: Einer der wichtigsten Entscheide im Leben
Rente oder Kapital: Was ist der Unterschied?
Die Rente ersetzt einen Teil des bisherigen Lohns durch ein lebenslanges, monatliches Einkommen. Sie ist zwar meist tiefer als der letzte Verdienst, dafür aber sicherer, denn die Auszahlung ist bis zum Lebensende garantiert.
Wer sich für den Kapitalbezug entscheidet, erhält das gesamte angesparte Altersguthaben auf einmal. Ab dem Zeitpunkt der Auszahlung liegt die Verantwortung bei Ihnen selbst: Sie müssen das Geld so einteilen und anlegen, dass es bis zum Lebensende reicht.
Auch im Todesfall gibt es einen wichtigen Unterschied: Bei der Rente erhalten nur anspruchsberechtigte Personen eine Hinterlassenenrente, zum Beispiel Ehepartner oder die eigenen Kinder. Gibt es keine Hinterlassenen, wird kein weiteres Pensionskassenguthaben an die übrigen Erben ausbezahlt. Beim Kapitalbezug hingegen gehört das bezogene Pensionskassenguthaben zur Erbmasse und kann per Testament vererbt werden.
Steuern im Vergleich
Renten gelten als steuerbares Einkommen und müssen jedes Jahr versteuert werden. Beim Kapitalbezug fällt einmalig eine reduzierte Kapitalbezugssteuer an; danach ist das verbleibende Vermögen normal steuerbar. Je länger eine Rente bezogen wird, desto eher hätte sich steuerlich gesehen ein Kapitalbezug gelohnt. Bei sehr tiefen Einkommen ist der Unterschied allerdings gering - die Steuerersparnis sollte deshalb nicht der einzige Entscheidungsgrund sein.
Welche Fragen helfen bei der Entscheidung?
Die passende Lösung hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Diese Leitfragen helfen bei der Entscheidung:
• Wie hoch sind meine Ausgaben?
• Wie viel Sicherheit brauche ich?
• Wie hoch wäre meine Rente?
• Wie hoch ist meine Lebenserwartung?
• Habe ich Erfahrung mit Finanzanlagen?
• Wie würde ich mein Pensionskassenguthaben investieren?
• Wie wichtig ist mir Steueroptimierung?
Wer diese Fragen beantwortet, merkt meist schnell, in welche Richtung man tendiert. Die richtige Wahl hängt von der persönlichen Lebenssituation, der Risikobereitschaft und den finanziellen Zielen ab.
Mit einem Kapitalbezugs-Rechner und einer realistischen Budgetplanung lässt sich die Entscheidung aber deutlich greifbarer machen.
Kapitalbezug, was jetzt?
Mit einer durchschnittlichen Restlebenserwartung haben Sie auch nach der Pensionierung noch einen langen Anlagehorizont. Daher kann es sich lohnen, die bezogenen Pensionskassengelder in Wertschriften anzulegen.
Diese vier Schritte helfen Ihnen, mit dem Anlegen Ihres Pensionskassengeldes zu starten:
1. Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre Finanzen.
2. Legen Sie Ihren Anlagehorizont fest.
3. Wählen Sie einen Anbieter.
4. Wählen Sie Ihre Anlagestrategie.
Sie können etwa das gesamte bezogene Guthaben in Wertschriften investieren und einen Entnahmeplan erstellen. Mit dem Entnahmeplan können Sie sich monatlich, vierteljährlich oder jährlich einen fixen Betrag aus dem investierten Betrag auszahlen lassen. Der Rest bleibt investiert. Sie bezahlen sozusagen sich selbst Ihre Rente.
Alternativ ist auch eine Mischform möglich: Ein Teil des Kapitals wird bezogen und beispielsweise über einen Entnahmeplan investiert, während der restliche Teil im Alterskapital verbleibt oder als Rente bezogen wird. So lässt sich die Sicherheit einer garantierten Rente mit der Flexibilität und dem Renditepotenzial eines Kapitalbezugs kombinieren.
Wer sich frühzeitig mit dieser Entscheidung und den verschiedenen Möglichkeiten auseinandersetzt und sie nicht dem Zufall überlässt, legt einen wichtigen Grundstein für seinen Ruhestand.
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