Golf wie vor 100 Jahren: Erstes Hickory Masters am Comer See

Gespielt wird dabei konsequent im Stil vergangener Zeiten: mit handgefertigten Hickory-Schlägern aus der Zeit vor 1935 und in Kleidung, wie sie im Golf in den frühen 1930er-Jahren üblich war. Das heisst für die Männer unter anderem Knickerbocker und Kravatte, für die (wenigen) Frauen waren es damals lange Röcke.

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Wie ein Zeitreise: Beim Hickory Masters wird alten (Golf-) Zeiten gehuldigt. (Bild: zVg)

Austragungsort für die Premiere ist ein Platz mit besonderer Geschichte: Der Circolo Golf Villa d’Este wurde vor genau 100 Jahren eröffnet und feiert sein grosses Jubiläum. Das Hickory Masters will dieses historische Umfeld bewusst nutzen und Golf so erlebbar machen, wie es vor rund einem Jahrhundert gespielt wurde.

Spezielle Trophäe 

Das neue Turnier wird über zwei Runden à 18 Löcher an zwei aufeinanderfolgenden Tagen ausgetragen. Das Teilnehmerfeld ist auf 80 Spielerinnen und Spieler begrenzt. Sie treten in den Kategorien Professionals, Amateure und Senior-Amateure an.

Für die Professionals geht es beim ersten Major des Hickory-Golfsports im Jahr 2026 um ein Preisgeld von 30’000 Euro. Darüber hinaus wartet auf den Gesamtsieger eine spezielle Trophäe: der «Silberne Rake Niblick».

Dabei handelt es sich um eine 1:1-Replik eines besonderen Schlägers aus dem Jahr 1895, der als früher Vorläufer eines Hybrid-Modells gilt. Die Trophäe wurde aus Sterlingsilber von italienischen Silberschmieden gefertigt. Der Name des jeweiligen Siegers wird ganz traditionell darauf verewigt.

Weltmeister und Amateure

Hinter dem Hickory Golf Masters steht in erster Linie der frühere Schweizer National Coach und ex Profi Paolo Quirici. Der Tessiner hat selbst die offiziellen Hickory Weltmeisterschaften 2013 in Schottland gewonnen und betreibt seit kurzem in Lugano auch ein Museum mit vielen historischen Schlägern. 

Ebenfalls auf der Startliste sind zwei weitere ehemalige Hickory-Weltmeister: der Australier Perry Somers und der Engländer Andrew Marshall.

Dazu kommen mehrere internationale Professionals mit Siegen auf internationalen Touren an den Comer See: Markus Brier (Österreich), Heinz Peter Thül (Deutschland) und Per Göran Nyman (Schweden), die bereits Hickory-Erfahrung sammelten. Sowie die «Debütanten» Gary Orr (Schottland), Thomas Gögele (Deutschland), Jean-François Remésy (Frankreich) und Emanuele Canonica (Italien), die erstmals bei einem offiziellen Hickory-Turnier antreten werden. 

Auch Amateure können sich auf dem schönen, aber anspruchsvollen Parcours mit historischem Material versuchen. Dafür braucht es allerdings ein Handicap von 18 oder besser. Wer sich nicht kurzfristig frei machen kann: Das Turnier soll künftig alle zwei Jahre auf einem traditionsreichen historischen Golfplatz ausgetragen werden. 

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Klassisches Outfit und ein paar wenige historische Schläger reichen für Hickory-Golf. (Bild zVg)

 

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Der italienische Traditionsclub Villa d’Este feiert 2026 sein 100.jähriges Bestehen. (Bild zVg)