Die digitalste Bank der Schweiz

Digitale Banken der Schweiz. Bild: Chris Skinner

Im Jahr 2014 hat finews.ch die Glarner Kantonalbank zur digitalsten Bank der Schweiz bestimmt. Seither hat die Fintech-Welle die Schweiz voll erfasst. Haben andere Institute die Glarner bereits überholt?

Die Antwort auf diese Frage gleich vorweg: Nein. Die Glarner Kantonalbank (GLKB) ist nach dem Verdikt von finews.ch nach wie vor die digitalste Bank der Schweiz.

Im Vergleich zu anderen Instituten mit physischer Präsenz in der Schweiz ist sie es noch immer  – und zwar mit grossem Vorsprung. Auf den Fersen sind ihr die Bank Vontobel sowie die Kantonalbanken beider Basel. Dahinter klafft bereits eine Lücke.

Zumindest strategisch aufgeholt

Als auf dieser Website die GLKB 2014 zur digitalsten Bank der Schweiz erkoren wurde, brauchte es keine Methodik, um dies zu ermitteln. Die GLKB war die erste Staatsbank, die eine digitale Strategie definiert hatte und diese auch mit einem Online-Angebot umsetzte.

Inzwischen haben bezüglich Strategie zahlreiche Institute aufgeholt und sind teilweise mit digitalen Angeboten am Markt, die über Online- und mobiles Banking für den Zahlungsverkehr hinaus gehen.

Drei Fragestellungen

finews.ch erstellte sein Urteil auf Basis öffentlich zugänglicher Informationen und nach drei Fragestellungen:

1. Hat die Bank eine digitale Strategie und wirkt sich diese bereits im Geschäftsmodell aus?
2. Wie ist die Bank bezüglich Digitalisierung organisiert, und repräsentiert sich dies in ihrem Organigramm?
3. Hat die Bank ein digitales Angebot, worin besteht es – und welche Möglichkeiten sind für einen digitalen Kundenkontakt vorhanden?

Die beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse sind hier nicht berücksichtigt wie auch reine Online-Banken wie die Swissquote. Untersucht wurden Banken, welche physischen Kundenkontakt pflegen und sich über Ankündigungen oder bereits vorhandene Angebote im digitalen Banking bereits hervorgetan haben.

Grosser Vorsprung

Die Siegerbank GLKB sticht in allen drei Fragestellungen ihre Mitkonkurrentinnen aus. Ihre Strategie ist klar darauf ausgelegt und auch so kommuniziert, vermehrt Kunden auf die digitalen Vertriebskanäle zu lotsen. Der Onlinevertrieb ist mit Marcel Stauch in der Geschäftsleitung vertreten. Mit Ivan Büchi hat die Bank einen Leiter Digital Office. Ralf Luchsinger ist ein ausgezeichneter Chief Information Officer. CEO Hanspeter Rhyner (im Bild) verkörpert den digitalen Spirit der Bank selber.

Rhyner

Seit 2014 hat die GLKB ihr Online-Angebot weiter ausgebaut. Der «Investomat», ein Robo-Advisor, ist das herausragende Beispiel einer innovativen Umsetzung.

Für die Kundenkommunikation führte sie zwei Messaging-Systeme ein. Die GLKB hat in einigen Bereichen bereits umgesetzt, woran andere Banken noch arbeiten. Sie verdient im Online-Kanal Geld und will weiter investieren.

Auf dem Weg zur digitalen Beraterbank

Keine andere Bank ist so konsequent. Die Basler Kantonalbank hat eine digitale Strategie zwar verankert: Sie will eine Beraterbank mit digitaler Dimension werden, also ein flächendeckendes digitales Leistungsangebot aufbauen. Zudem plant sie virtuelle Filialen.

Das effektive digitale Angebot beschränkt sich – abgesehen vom standardmässigen E-Banking und Online-Trading – aber noch auf den Online-Vertrieb von Hypothekarkrediten sowie die mobile Bezahllösung Twint.

Crowdfunding und -lending

Die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) hat mit Kaspar Schweizer ein Geschäftsleitungsmitglied fürs Directbanking. Doch Statements für eine digitale Strategie sind nicht festgehalten. Immerhin: Die BLKB hat mit einer Crowdfunding- und einer Crowdlending-Plattform ein digitales Angebot. Und sie bietet ihren Kunden digitale Kommunikationskanäle.

Die Bank Vontobel ist strategisch völlig anders aufgestellt als Kantonalbanken. Doch mit ihrer Plattform für Strukturierte Produkte deritrade hat sie einen digitalen Grundpfeiler in ihrem Geschäftsmodell eingeschlagen, der rund ein Drittel zum Gesamtertrag beisteuert.

Digitale Führerschaft

Kürzlich hat Vontobel die Multi-Issuer-Plattform mit einer Art Robo-Advisor ergänzt. Gerhard Meier, der die Plattform managt, hat ein kleines Team von digitalen Innovatoren um sich geschart.

Der selbst formulierte Anspruch ist, die Führerschaft der Plattform auszubauen und diese digital weiterzuentwickeln. Auch im Wealth Management verfügt Vontobel mit einer App für Kunden ein digitales Angebot.

Damit hat sich die Spreu vom Weizen getrennt. Sprich: Bei den übrigen Banken sind erst Ansätze eines digitalen Angebotes erkennbar. Eine digitale Strategie ist bislang vor allem durch Ankündigungen gekennzeichnet.

Valiant macht vorwärts

Postfinance und Valiant scheinen dabei ihre digitalen Pläne am forschesten voranzutreiben. Letztere hat seit vergangenem Jahr mit Christoph Wille dafür eigens einen Mann eingestellt und gleich in die Geschäftsleitung berufen.

Valiant arbeitet eng mit der Swisscom zusammen und will digitale Beziehungen zu Kunden ermöglichen sowie für KMU ein Finanzportal lancieren. Die Investitionen für 2016 belaufen sich auf 3 bis 5 Millionen Franken.

In der Fintech-Szene

Postfinance hat sich geschickt in der Fintech-Szene etabliert. Sie entwickelte die Bezahl-App Twint, organisiert Hackathons und vergibt den «Digital Business Award». 
Postfinance kopie

Mit Thomas Jakob hat sie einen Digitalisierungs-Chefdenker. Postfinance ist schon fast eine Pionierin im Schweizer Online- und mobile Banking.

Allerdings ist es bislang bei diesem Angebot geblieben. Für 2017 hat die Postbank eine Online-Vermögensverwaltung in Aussicht gestellt.

ZKB baut am Omni-Kanal

Während die St. Galler und die Luzerner Kantonalbank ihre Digital-Strategien erst kürzlich definiert und kommuniziert haben, ist die Zürcher Kantonalbank (ZKB) etwas weiter.

Sie baut an einem Multichannel-Vertriebskonzept für ihre Kunden. Mit Daniel Previdoli ist das Directbanking in der Geschäftsleitung vertreten. Remo Schmidli ist für das Multichannel-Management verantwortlich und leitet ein kleines Innovations-Team.

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NEWS GANZ KURZ

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

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