Malaysia-Skandal: Premierminister auf Shoppingtour

Najib Razak, Ehefrau Rosmah Mansor

Der malaysische Premierminister Najib Razak steht im Mittelpunkt des Schmiergeld-Skandals um den Staatsfonds 1MDB. Allerdings sind auch Schweizer Banken in diese Affäre involviert.

Da sind die 130'625 Dollar, welche Najib Razaks Ehefrau in einem Chanel-Geschäft in Honolulu auf der US-Insel Hawaii am Weihnachtstag 2014 ausgab. Wiederum 56'000 Dollar von Najibs Kreditkarte wurden in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur in einem Geschäft namens Signature Exotic Cars abgebucht.

Auf 750'000 Dollar belief sich die Kreditkartenrechnung in einem Geschäft der Schweizer Juwelierkette De Grisogno auf Sardinien im August 2014. Die Liste mit den Ausgaben und Geldflüssen des Premierministers, welche das «Wall Street Journal» dieser Tage veröffentlichte, wird lang und länger.

15 Millionen Dollar fürs Vergnügen

Insgesamt soll Najib über 15 Millionen Dollar von diversen Konten für Schmuck, Kleider und Autos ausgegeben haben. Die US-Finanzzeitung beruft sich dabei auf Dokumente malaysischer Untersuchungsbehörden.

Die Herkunft des Geldes ist unklar. Doch war es das «Wall Street Journal», das als erstes Medium über die 681 Millionen Dollar schrieb, welche aus diversen Quellen über Konten der Schweizer Falcon Private Bank zu Najib gelangt sein sollen, wie auch finews.ch berichtete. Weitere Gelder flossen über Falcon-Konten zwischen 1MDB und der International Petroleum Investment (IPIC) in Abu Dhabi hin und her. Die IPIC ist Mehrheitsaktionärin von Falcon.

Die Geldströme stehen im Zusammenhang mit dem mit über 11 Milliarden Dollar überschuldeten Staatsfonds 1MDB, der von Najib initiiert worden war. Gelder dieses Fonds hat auch die Tessiner Privatbank BSI in Singapur verwaltet.

Spende zurückbezahlt

Insgesamt sind gemäss dem Bericht in der Periode zwischen 2011 und 2015 über 1 Milliarde Dollar auf Konten Najibs geflossen.
Im Januar hatte Malaysias Generalstaatsanwalt Najib reingewaschen: Die 681 Millionen Dollar im Jahr 2013 seien eine Spende der saudischen Königsfamilie gewesen und teilweise zurückbezahlt worden.

Die Bankdokumente, welche das «Wall Street Journal» einsehen konnte, sagen aber etwas ganz anderes. Demnach wurden rund 200 Millionen Dollar aus saudi-arabischen Quellen in Richtung Najib transferiert – und dies in den Jahren 2011 und 2012. Weitere Details zeigen hunderte von Zahlungen über zig Millionen Dollar an malayische Politiker, an Verwandte sowie an Firmen, deren Existenz nicht mehr nachweisbar ist.

Ausmass noch nicht umfänglich bekannt

Das Ausmass des Skandals ist noch immer nicht voll einsehbar. Mindestens fünf Länder untersuchen die Geldströme – der Verdacht auf Geldwäscherei gegen Banken liegt vor. Doch bislang ist noch keine offizielle Untersuchung eröffnet worden, auch nicht von der Schweizer Bundesanwaltschaft.

Die Rede ist aber von über 4 Milliarden Dollar, die über Schweizer Konten geschleust und gewaschen worden sein sollen.
Falcon-CEO Eduardo Leemann hatte kürzlich in Dubai öffentlich Stellung bezogen und jegliche Schuld von der Bank gewiesen.

DOSSIER 1MDB

Dossier 1MDB

Im Skandal um den malaysischen Staatfonds 1MDB spielen Schweizer Banken eine Schlüsselrolle. Hier lesen Sie die Entwicklung der Ereignisse um Korruption, Geldwäscherei und Hintermänner.

mehr

DOSSIER BANKEN

Dossier Banken

Dossier UBS Dossier Credit Suisse Dossier Bank Vontobel Dossier Julius Bär Dossier Zürcher Kantonalbank

Die wichtigsten Schweizer Banken auf einen Blick:

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Morgan-Stanley-CEO macht Kasse mit Bankaktien
  • Trumps Kabinett der Milliardäre
  • London: Der Investmentbanker Europas
  • Der Sanierer soll ein Insider-Händler sein
  • RBS: Versagen auf der ganzen Linie
  • Streitpunkt neue Kapitalregeln
mehr

SELECTION

Wie Sie eine Kündigung richtig verarbeiten

Wie Sie eine Kündigung richtig verarbeiten

So reagiert man perfekt, wenn man plötzlich den blauen Brief kriegt.

Selection

Selection

Das sind die grössten Family Offices

Ein Ranking zeigt, wem superreiche Familien ihr Geld anvertrauen.

Selection

NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

weitere News