Deutsche Bank setzt Rekordserie fort – DWS enttäuscht beim Gewinn
Die Deutsche Bank hat ihren Vorsteuergewinn im dritten Quartal 2026 um acht Prozent auf 2,6 Milliarden Euro gesteigert. Unter dem Strich verdiente Deutschlands grösstes Geldhaus rund 1,9 Milliarden Euro, zwei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie es in einer Mitteilung vom Mittwoch heisst.«Wir freuen uns, dass wir bereits das dritte Quartal in Folge einen Rekordgewinn erzielen konnten», erklärte Konzernchef Christian Sewing.
In den ersten neun Monaten stieg der Gewinn nach Steuern um sieben Prozent auf 5,9 Milliarden Euro. Der Vorsteuergewinn erhöhte sich um acht Prozent auf 8,4 Milliarden Euro. Die Erträge legten im dritten Quartal um vier Prozent auf 8,3 Milliarden Euro zu. Die Kosten blieben mit 5,2 Milliarden Euro weitgehend unverändert. Dadurch verbesserte sich die Aufwand-Ertrag-Relation von 64,4 auf 62,4 Prozent.
Investmentbank bleibt wichtigster Gewinnbringer
Den grössten Beitrag zum Quartalsergebnis lieferte erneut die Investmentbank. Ihr Vorsteuergewinn stieg gegenüber dem Vorjahr um zwölf Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Euro. Besonders im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren und Währungen sowie bei der Finanzierung von Unternehmen blieb die Nachfrage hoch. Die Erträge im Handel mit Anleihen und Devisen erreichten 2,4 Milliarden Euro und lagen damit leicht unter dem Vorjahreswert.
Auch die Unternehmensbank entwickelte sich positiv. Sie verzeichnete Rekorderträge und erhöhte ihr Kreditvolumen gegenüber dem Vorjahr um zehn Milliarden Euro. Die Kundeneinlagen nahmen um 41 Milliarden Euro zu.
Allerdings musste die Bank mehr Geld für mögliche Kreditausfälle zurückstellen. Die Risikovorsorge stieg gegenüber dem Vorquartal um neun Prozent auf 501 Millionen Euro. Hintergrund waren unter anderem Risiken bei Gewerbeimmobilien und ein einzelnes Kreditengagement im asiatischen Unternehmensgeschäft.
Rekordzuflüsse im Wealth Management
Deutliches Wachstum meldete die Deutsche Bank auch im Geschäft mit vermögenden Privatkunden. Die Erträge im Wealth Management stiegen gegenüber dem Vorjahresquartal um 10 Prozent. Das gesamte Kundenvermögen der Privatkundenbank erhöhte sich seit Jahresbeginn um 75 Milliarden auf 865 Milliarden Euro. Allein im dritten Quartal flossen netto 17 Milliarden Euro zu, davon elf Milliarden in Anlageprodukte.
Seit Jahresbeginn stellte die Deutsche Bank im Wealth Management zudem 180 neue Kundenbetreuer ein. Zusammen mit der Vermögensverwaltung erreichten die Nettozuflüsse in den ersten neun Monaten 103 Milliarden Euro. Das insgesamt verwaltete Vermögen dieser beiden Geschäftsbereiche überstieg damit die Marke von zwei Billionen Euro.
Höherer Ertragsausblick
Nach den starken ersten neun Monaten rechnet die Deutsche Bank nun damit, ihr bisheriges Ertragsziel von rund 33 Milliarden Euro für 2026 zu übertreffen. Die Rendite auf dem materiellen Eigenkapital lag im dritten Quartal bei 10,6 Prozent. Für die ersten neun Monate erreichte sie 11,5 Prozent. Bis 2028 strebt die Bank eine Rendite von mehr als 13 Prozent an.
Die harte Kernkapitalquote lag Ende September bei 14,0 Prozent. Im laufenden Jahr hat die Deutsche Bank zudem Aktien im Umfang von insgesamt 1,5 Milliarden Euro zurückgekauft.
Bereits 2025 hatte das Institut mit einem Vorsteuergewinn von gut 9,7 Milliarden Euro sein bisher bestes Ergebnis erzielt. Nach den ersten neun Monaten 2026 liegt die Bank erneut auf Rekordkurs.
DWS mit Rekord bei Kundengeldern
Besonders stark entwickelte sich die börsenkotierte Fondstochter DWS. Sie sammelte im dritten Quartal netto 30,9 Milliarden Euro ein, so viel wie noch nie in einem einzelnen Quartal. In den ersten neun Monaten summierten sich die Zuflüsse auf 66,7 Milliarden Euro und übertrafen damit bereits den bisherigen Rekord eines ganzen Geschäftsjahres seit dem Börsengang.
Das verwaltete Vermögen erreichte Ende September mit 1,221 Billionen Euro ebenfalls einen Höchststand. Gegenüber Ende 2025 entspricht dies einem Zuwachs von 136 Milliarden Euro.
Den grössten Beitrag leisteten passive Anlageprodukte. Allein in diesem Bereich flossen im dritten Quartal netto 15,8 Milliarden Euro zu, insbesondere in börsengehandelte Produkte der Marke Xtrackers. Weitere 13,9 Milliarden Euro entfielen auf Geldmarktprodukte.
Im traditionellen aktiven Fondsmanagement hielten sich Zu- und Abflüsse dagegen praktisch die Waage. Aktienfonds verloren netto eine Milliarde Euro, während systematische und quantitative Anlagestrategien 1,1 Milliarden Euro anzogen.
Der Gewinn enttäuscht
Das starke Wachstum der Kundengelder schlug sich allerdings noch nicht im erwarteten Umfang im Ergebnis nieder. Die DWS steigerte ihre Erträge gegenüber dem Vorjahresquartal um vier Prozent auf 784 Millionen Euro. Der Vorsteuergewinn erhöhte sich um zwei Prozent auf 325 Millionen Euro, der Überschuss um fünf Prozent auf 230 Millionen Euro.
Damit blieben Erträge und Gewinn hinter den durchschnittlichen Analystenerwartungen zurück. Die Aufwand-Ertrag-Relation verschlechterte sich im Jahresvergleich von 57,7 auf 58,6 Prozent. DWS-Chef Stefan Hoops zeigte sich dennoch zuversichtlich: «Im dritten Quartal haben wir ein gutes Ergebnis mit starken Mittelzuflüssen erzielt.»
Für das Gesamtjahr hält die Fondsgesellschaft am Ziel fest, den Gewinn je Aktie um zehn bis 15 Prozent zu steigern. In den ersten neun Monaten betrug das Plus bereits 16 Prozent.
Neue Dachmarke für das Fondsgeschäft
Parallel zu den Rekordzuflüssen steht bei DWS ein Markenwechsel an. Ab November soll die neue internationale Dachmarke «Deutsche Asset Management» schrittweise eingeführt werden. Die bisherigen Produktmarken bleiben erhalten. DWS wird weiterhin vor allem für das europäische aktive Privatkundengeschäft verwendet, Xtrackers für ETFs und passive Anlagen sowie RREEF für das amerikanische Immobiliengeschäft.
Die Umstellung soll bis März 2027 abgeschlossen sein. Der Name der börsenkotierten Muttergesellschaft DWS Group bleibt vorerst unverändert.













