BNP Paribas profitiert vom Investmentbanking

BNP Paribas hat im dritten Quartal einen Konzerngewinn von 3,46 Milliarden Euro erzielt. Das entspricht einer Steigerung um 13,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, wie die grösste Bank des Euroraums nach Bilanzsumme am Mittwoch mitteilte.  Damit übertraf BNP Paribas die durchschnittliche Prognose der Analysten, die mit 3,23 Milliarden Euro gerechnet hatten.

Der Vorsteuergewinn erhöhte sich um 18,1 Prozent auf 5,06 Milliarden Euro. Die Erträge stiegen um 9,5 Prozent auf 13,76 Milliarden Euro. Die Kosten nahmen mit 5,3 Prozent weniger stark zu. Damit verbesserte sich die Aufwand-Ertrag-Relation von 60,6 auf 58,3 Prozent.

«Die Gruppe hat ein sehr starkes drittes Quartal erzielt, getragen von der operativen Leistung aller drei Geschäftsbereiche», erklärte Konzernchef Jean-Laurent Bonnafé.

Aktiengeschäft legt um 50 Prozent zu

Wichtigster Wachstumstreiber war das Corporate & Institutional Banking (CIB). Die Erträge nahmen hier um 16,6 Prozent auf 5,20 Milliarden Euro zu. Der Vorsteuergewinn erhöhte sich sogar um 35,2 Prozent auf 2,25 Milliarden Euro.

Besonders stark entwickelte sich das Kapitalmarktgeschäft. Im Bereich Global Markets stiegen die Erträge um 21,9 Prozent auf 2,67 Milliarden Euro. Allein das Geschäft mit Aktien und Prime Brokerage legte um 50 Prozent auf 1,46 Milliarden Euro zu.

Das Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren und Währungen blieb dagegen mit 1,22 Milliarden Euro praktisch stabil. Im Wertschriftendienstleistungsgeschäft Securities Services erhöhten sich die Erträge um 17,6 Prozent auf 912 Millionen Euro.

Vermögensverwaltung profitiert von AXA-Übernahme

Auch im Geschäft mit Versicherungen und Vermögensverwaltung legte BNP Paribas zu. Die Erträge der Sparte Investment & Protection Services stiegen um 5,3 Prozent auf knapp 2 Milliarden Euro. Der Vorsteuergewinn erhöhte sich um 26,4 Prozent auf gut 1 Milliarde Euro. Dabei profitierte die Bank unter anderem von der Integration des übernommenen Vermögensverwalters AXA Investment Managers.

Die verwalteten Vermögen der Sparte erreichten Ende September 2,55 Billionen Euro. Seit Jahresbeginn flossen netto 49,4 Milliarden Euro zu. Davon entfielen 31 Milliarden Euro auf das Asset Management und 11,5 Milliarden Euro auf das Wealth Management.

Im Wealth Management stiegen die Erträge insbesondere dank höherer Gebühreneinnahmen und einer regen Handelstätigkeit asiatischer Kunden. BNP Paribas kündigte zudem eine Expansion des Geschäfts mit besonders vermögenden Privatkunden, Unternehmern und Family Offices in den nordischen Ländern an.

Gegenwind bei Autoleasing

Weniger gut entwickelte sich das Geschäft mit Autoleasing. Die gemeinsamen Erträge von Arval und Leasing Solutions brachen um 29,1 Prozent auf 546 Millionen Euro ein. Hintergrund waren insbesondere die anhaltend tiefen Preise für Gebrauchtwagen.

Im klassischen Privat- und Firmenkundengeschäft stiegen die Erträge insgesamt um 3,6 Prozent. Allerdings nahm der Vorsteuergewinn der gesamten Sparte Commercial, Personal Banking & Services um 6,5 Prozent auf 2,04 Milliarden Euro ab. Auch die Kreditrisiken verursachten etwas höhere Kosten. Die Risikovorsorge erhöhte sich von 905 auf 964 Millionen Euro.

Aktienrückkauf über 1,3 Milliarden Euro

In den ersten neun Monaten des Jahres erwirtschaftete BNP Paribas einen Konzerngewinn von 11,02 Milliarden Euro, verglichen mit 9,25 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Die Bank will im November ein Aktienrückkaufprogramm über 1,3 Milliarden Euro starten. Die Europäische Zentralbank hat den Rückkauf bereits genehmigt.

Die harte Kernkapitalquote (CET1) lag Ende September bei 12,9 Prozent. Der Rückgang wurde unter anderem durch die Übernahme des Leasingunternehmens Athlon verursacht. Bis zum Jahresende erwartet die Bank wieder eine Quote von mehr als 13 Prozent.

An den bisherigen mittelfristigen Zielen hält BNP Paribas fest. Bis 2028 soll die Rendite auf dem materiellen Eigenkapital auf mehr als 13 Prozent steigen, während die Aufwand-Ertrag-Relation auf unter 56 Prozent sinken soll.

Am 2. Februar 2027 will die Bank ihren neuen Strategieplan bis 2030 vorstellen.