Rainer-Marc Frey bekommt bei Leonteq wohl den Aktienrückkauf
Wie Leonteq am Montag nach der virtuellen ausserordentlichen Generalversammlung mitteilte, nahmen daran 25 Aktionäre persönlich teil; die unabhängige Stimmrechtsvertreterin vertrat 960 Aktionäre.
Insgesamt waren 10'612'332 Stimmen vertreten, was 57 Prozent der ausgegebenen Aktien entspricht.
Breite Zustimmung für Aktienrückkauf
Deutlich fiel das Votum für das von Rainer-Marc Frey verlangte Aktienrückkaufprogramm aus. 8'654'144 Stimmen oder 82,79 Prozent stimmten dafür, 16,03 Prozent dagegen, und 1,18 Prozent enthielten sich. Der Antrag sieht einen maximalen Anschaffungswert von 100 Millionen Franken vor.
Der Entscheid bedeutet allerdings nicht, dass Leonteq die Aktien unmittelbar zurückkauft. Der Verwaltungsrat verweist auf seine aufsichtsrechtlichen und treuhänderischen Pflichten sowie die notwendige Zustimmung der Finma. Bereits im Juli hatte das Unternehmen erklärt, Anfang 2027 einen Rückkauf lancieren zu wollen, sofern die CET1-Kapitalquote nachhaltig deutlich über 15 Prozent liegt. Als gesamte Ausschüttung aus Dividende und Aktienrückkauf soll dabei der Konzerngewinn 2026 in Betracht gezogen werden.
Noch am Donnerstag hatte Leonteq mitgeteilt, dass Freys H21 Macro Limited weitere rund 1,19 Millionen Aktien beziehungsweise knapp 6,5 Prozent des Kapitals von Raiffeisen Schweiz übernommen hat. Damit ist Freys direkte und indirekte Beteiligung auf 29,78 Prozent gestiegen. Die neu erworbenen Titel konnten an der ausserordentlichen Generalversammlung allerdings nicht mitstimmen, weil nur die am 14. September im Aktienregister mit Stimmrecht eingetragenen Aktien zugelassen waren.
Statutenänderung schafft variable VR-Vergütung
Auch Freys zweiter Antrag fand eine Mehrheit, allerdings deutlich knapper. Die Änderung der Statuten, wonach Mitglieder des Verwaltungsrats zusätzlich zur fixen Vergütung eine variable Vergütung in Form von Beteiligungspapieren erhalten können, wurde mit «nur» 63,08 Prozent angenommen. 36,04 Prozent stimmten dagegen, 0,88 Prozent enthielten sich. Der Verwaltungsrat hatte sich gegen den Vorschlag ausgesprochen gehabt.
Noch ist auch dieser Beschluss nicht vollständig umgesetzt. Laut Leonteq hat die Finma signalisiert, dass sie vor einer Genehmigung der Statutenänderung weitere Einzelheiten verlangen könnte.
Casutt mit 83 Prozent zum Präsidenten gewählt
Bei den personellen Entscheiden erhielt Andreas Casutt 83,63 Prozent Zustimmung für die Wahl in den Verwaltungsrat. Bei der anschliessenden Wahl zum Präsidenten stimmten 83,27 Prozent für das Verwaltungsratsmitglied bei H21. Casutt, der als Anwalt in der Zürcher Kanzlei Niederer Kraft Frey arbeitet, sitzt unter anderem im Verwaltungsrat des ebenfalls börsenkotierten Unternehmens Mikron und war bis April Präsident der Siegfried Holding. Er folgt auf Christopher Chambers, der seinen Rücktritt angekündigt hatte.
Zunächst war Felix Oegerli als neuer Verwaltungsratspräsident vorgesehen. Oegerli habe sich nun entschieden, sich auf seine künftige Rolle als bedeutender Minderheitsaktionär zu konzentrieren und nicht zur Wahl anzutreten, teilte Leonteq vor der ausserordentlichen GV mit.
Ins Gremium wurde gewählt wurde zudem der ehemalige Siegfried-CFO und Verwaltungsrat von Inficon sowie Accelleron, Reto Suter. Er ersetzt Philippe Weber, der nicht mehr kandidierte. Suter wurde mit 99,02 Prozent der Stimmen sehr viel deutlicher neu in den Verwaltungsrat gewählt.
Entlastung für 2024 und 2025
Beide Kandidaten verfügen laut Leonteq über die behördliche Genehmigung. Die Finma berücksichtigt dabei, dass die Horizon21 AG als qualifizierte Aktionärin von Leonteq gilt, weil sie einen wesentlichen Einfluss auf die Investitionsentscheide der H21 Macro Ltd. ausübt. Wegen Casutts Verwaltungsratsmandat bei Horizon21 betrachtet ihn die Aufsicht als nicht unabhängiges Mitglied des Leonteq-Verwaltungsrats.
Die Aktionäre genehmigten zudem die Entlastung von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung für die Geschäftsjahre 2024 und 2025. Für 2024 lag die Zustimmung bei 96,40 Prozent, für 2025 bei 98,06 Prozent.
Frey baut Einfluss seit Jahren aus
Rainer-Marc Frey ist seit 2017 bei Leonteq engagiert und hatte seine Position bereits im März 2026 mit dem Kauf eines grösseren Aktienpakets von Raiffeisen ausgebaut. Mit der jüngsten Transaktion liegt seine Beteiligung nur noch knapp unter der Schwelle von 30 Prozent. Welche längerfristigen Pläne der Grossaktionär mit dem Derivatespezialisten verfolgt, ist weiterhin offen.
Operativ hatte Leonteq im ersten Halbjahr 2026 die angekündigte Rückkehr in die Gewinnzone geschafft. Im Juni konnte das Unternehmen zudem seine regulatorischen Altlasten abschliessen.














