Leonteq: Grossaktionär Frey fordert Aktienrückkauf über 100 Millionen

Beim Zürcher Derivatespezialisten Leonteq nimmt die Neuordnung nach dem Einstieg von Rainer-Marc Frey weitere Formen an.

Der Verwaltungsrat schlägt Andreas Casutt als neuen Präsidenten vor. Zudem soll der ehemalige Siegfried-Finanzchef Reto Suter neu in das Gremium gewählt werden, wie Leonteq am Dienstag mitteilte. Über die Personalien entscheiden die Aktionäre an der ausserordentlichen Generalversammlung vom 21. September 2026. Die Wahlen stehen noch unter dem Vorbehalt der endgültigen regulatorischen Genehmigung. 

Frey fordert Aktienrückkauf

Gleichzeitig macht Grossaktionär Rainer-Marc Frey seinen Einfluss geltend. Über H21 Macro Limited hält er indirekt 23,3 Prozent der Leonteq-Aktien. Frey beantragt, den Verwaltungsrat mit der Lancierung eines Aktienrückkaufprogramms über bis zu 5 Millionen Aktien beziehungsweise maximal 100 Millionen Franken zu beauftragen. 

Nach Freys Antrag soll das Programm über eine separate Handelslinie zwischen der ausserordentlichen Generalversammlung und Ende Juni 2028 durchgeführt werden.

Grundsätzlich liegt er damit nicht weit von den Plänen des Verwaltungsrats entfernt. Dieser hatte bereits im Juli seine Absicht bestätigt, Anfang 2027 einen Aktienrückkauf zu lancieren. Voraussetzung ist, dass die CET1-Quote nachhaltig deutlich über 15 Prozent bleibt.

Für 2026 erwägt Leonteq zudem eine Gesamtausschüttung aus Dividende und Aktienrückkauf in Höhe des Konzerngewinns. 

Der Verwaltungsrat unterstützt deshalb zwar grundsätzlich einen Aktienrückkauf, gibt für Freys konkreten Antrag aber keine Abstimmungsempfehlung ab. Ein Rückkauf müsste zudem von der Finanzmarktaufsicht Finma, der Übernahmekommission und der SIX Swiss Exchange genehmigt werden.

Zweiter Frey-Antrag stösst auf Widerstand

Bei einem weiteren Antrag des neuen Grossaktionärs gehen die Vorstellungen dagegen auseinander.

Frey möchte die Statuten so ändern, dass Verwaltungsratsmitglieder neben ihrer fixen Vergütung auch eine variable Vergütung in Form von Leonteq-Aktien erhalten können. Diese soll von der Kursentwicklung abhängig gemacht und an den Erwerb oder Besitz einer bestimmten Zahl von Aktien gekoppelt werden. Die zugeteilten Titel sollen mindestens drei Jahre gesperrt bleiben. 

Der Verwaltungsrat empfiehlt den Aktionären, diesen Antrag abzulehnen. Eine variable, erfolgsabhängige Vergütung entspreche nicht der Best Practice für nicht-exekutive Verwaltungsräte kotierter Schweizer Unternehmen.

Bereits heute werden mindestens 40 Prozent der Verwaltungsratsvergütung in Aktien ausbezahlt, die während drei Jahren gesperrt sind. 

Casutt soll neuer Präsident werden

Parallel dazu soll Andreas Casutt die Nachfolge des langjährigen Präsidenten Christopher Chambers antreten. Der 1963 geborene Jurist ist Partner der Zürcher Wirtschaftskanzlei Niederer Kraft Frey (NKF) und war von 2014 bis April 2026 Verwaltungsratspräsident des Pharmazulieferers Siegfried. Zudem sitzt er seit 2013 im Verwaltungsrat von Mikron. 

Damit ändert Leonteq seine ursprüngliche Nachfolgeregelung. Zunächst war Felix Oegerli als neuer Verwaltungsratspräsident vorgesehen. Oegerli habe sich nun entschieden, sich auf seine künftige Rolle als bedeutender Minderheitsaktionär zu konzentrieren und nicht zur Wahl anzutreten, teilte Leonteq mit. 

Als weiteres neues Mitglied wird Reto Suter vorgeschlagen. Der 1971 geborene Finanzexperte war von 2017 bis 2026 CFO von Siegfried und verfügt über Erfahrung in Industrie, Finanzwirtschaft und Private Equity. Er sitzt zudem in den Verwaltungsräten von Inficon und Accelleron und präsidiert dort jeweils den Prüfungsausschuss. 

Le Baquer wird Vizepräsident

Philippe Le Baquer, seit 2021 Mitglied des Leonteq-Verwaltungsrats, soll nach der ausserordentlichen Generalversammlung Vizepräsident werden. Er folgt auf Philippe Weber.

Chambers und Weber scheiden wie bereits angekündigt aus dem Verwaltungsrat aus. Chambers hatte Leonteq mehr als acht Jahre lang als Präsident geführt.