Nur die Notenbanken kaufen massiv Gold
Die Notenbanken kauften zwischen Juli und September weltweit 321 Tonnen Gold. Das entspricht einer Zunahme von 42 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Quartalsbericht des World Gold Council (WGC) hervorgeht.
«Die Nachfrage der Zentralbanken blieb stark», heisst es in der Mitteilung. Nachdem das Kaufvolumen zu Beginn des Jahres noch verhalten ausgefallen sei, habe es sich im zweiten und dritten Quartal verstärkt und den schwachen Jahresauftakt mehr als ausgeglichen.
Seit Jahresbeginn summieren sich die Käufe der diversen Notenbanken auf 675 Tonnen, sechs Prozent mehr als in der entsprechenden Vorjahresperiode. Der Branchenverband erwartet, dass die Käufe im Gesamtjahr mindestens das Niveau von 2025 erreichen.
Gold-ETF wieder mit deutlichen Zuflüssen
Auch bei börsengehandelten, physisch mit Gold hinterlegten Anlageprodukten hat sich die Nachfrage erholt. Nachdem Gold-ETF’s im zweiten Quartal noch Abflüsse von umgerechnet 47 Tonnen verzeichnet hatten, stieg die Nachfrage im dritten Quartal wieder auf 211 Tonnen. Allerdings lag damit die Nachfrage bei ETF’s noch sechs Prozent unter dem Vorjahreswert. Als Gründe für das erneut gestiegene Interesse nennt der WGC unter anderem die wachsende Sorge über die Tragfähigkeit der Staatsfinanzen und die Inflation.
Deutlich zurückhaltender zeigten sich dagegen die Käufer von physischem Gold. Die weltweite Nachfrage nach Barren und Münzen sank gegenüber dem Vorjahresquartal um 19 Prozent auf knapp 268 Tonnen. Viele Anleger warteten angesichts der Preisentwicklung auf eine klarere Richtung. Dabei gab es in den beiden wichtigen Märkten China und Indien unterschiedliche Entwicklungen: Während die Nachfrage in China im dritten Quartal gestiegen ist, ging sie in Indien deutlich zurück.
Rekord wegen steigenden Preisen
Insgesamt belief sich die weltweite Goldnachfrage einschliesslich ausserbörslicher Geschäfte im dritten Quartal auf 1'369 Tonnen. Das waren ein Prozent weniger als vor Jahresfrist.
In den ersten neun Monaten wurden weltweit 3'881 Tonnen Gold nachgefragt. Damit liegt die Nachfrage praktisch auf dem Niveau des Rekordjahres 2025. Aufgrund des deutlich höheren Goldpreises erreichte ihr Wert mit 566 Milliarden Dollar allerdings einen neuen Höchststand.
Der durchschnittliche Goldpreis lag im dritten Quartal bei 4'262 Dollar je Feinunze und damit 23 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreswert. Gegenüber dem zweiten Quartal ging er hingegen um fünf Prozent zurück.
Hohe Preise belasten Schmucknachfrage
Besonders deutlich hinterliessen die hohen Goldpreise ihre Spuren im Schmuckgeschäft. Der weltweite Goldschmuckverbrauch sank um 17 Prozent auf 313 Tonnen. Es war das schwächste dritte Quartal seit Beginn der entsprechenden Datenreihe des WGC.
Dagegen erhöhte sich die industrielle Goldnachfrage um drei Prozent auf knapp 85 Tonnen. Dazu trug insbesondere die Herstellung von Elektronik für Anwendungen der künstlichen Intelligenz bei.















