Der «Euro-Retter» kommt nach Zürich
Der Italiener Mario Draghi prägte als Präsident der Europäischen Zentralbank von 2011 bis 2019 die Geldpolitik der Eurozone massgeblich und zählt zu den einflussreichsten Zentralbankpräsidenten unserer Zeit, heisst es in einer Mitteilung der SNB. Für seine Verdienste um Europa und die europäische Integration wird Mario Draghi dieses Jahr mit dem Karlspreis ausgezeichnet.
Der Internationale Karlspreis zu Aachen gilt als wichtigste Auszeichnung für Verdienste um die europäische Einigung. Er wird traditionell am Himmelfahrtstag verliehen, dieses Jahr am 14. Mai.
«Mario Draghi hat als Präsident der Zentralbank den Euro gerettet - fast im Alleingang, als er auf der Kippe stand», sagte der Vorsitzende des Karlspreisdirektoriums, Armin Laschet (CDU) bei der Nominierung. Draghi hatte 2012 auf dem Höhepunkt der Euro-Krise gesagt, die EZB werde tun, «whatever it takes» um die gemeinsame Währung zu sichern.
Breite Erfahrung
Vor seiner Zeit bei der EZB war Draghi Gouverneur der Banca d'Italia, Vizepräsident und Managing Director von Goldman Sachs, Generaldirektor des italienischen Finanzministeriums und Exekutivdirektor der Weltbank. Davor war er als Professor an den Universitäten von Trient, Padua, Venedig und Florenz tätig. Er wurde 1977 am Massachusetts Institute of Technology in Ökonomie promoviert.
Nach dem Ende seiner Amtszeit bei der EZB war Draghi von 2021 bis 2022 italienischer Ministerpräsident. Im Jahr 2024 veröffentlichte er einen vielbeachteten Bericht zur Zukunft der europäischen Wettbewerbsfähigkeit, den Draghi-Report.
Öffentliche Veranstaltung an der ETH
Die zehnte Karl Brunner Distinguished Lecture findet am Donnerstag, 1. Oktober 2026 um 17.30 Uhr im Audi Max der ETH Zürich statt. Die Veranstaltung ist öffentlich und wird in englischer Sprache durchgeführt. Sie wird zusätzlich auf der SNB-Website live übertragen.
Die Karl Brunner Distinguished Lecture Series wurde 2016 von der SNB anlässlich des 100. Geburtstags des Schweizer Ökonomen Karl Brunner (1916-1989) ins Leben gerufen. Als Referentinnen und Referenten werden Persönlichkeiten eingeladen, deren Wirken einen bedeutenden Einfluss auf die geldpolitische Praxis der Zentralbanken hat.















