Die Wortwahl von UBS-CEO Sergio Ermotti irritiert die Gemüter. Selbst Banker-Kollegen distanzieren sich jetzt von den Aussagen des Chefs der grössten Schweizer Bank.

In einem Interview mit der «Sonntagszeitung» äusserte sich UBS-Chef Sergio Ermotti letzte Woche über den zunehmenden Druck einzelner Länder auf das Schweizer Bankgeheimnis, wie auch finews.ch berichtete. Dabei benutzte der Tessiner den Terminus «Wirtschaftskrieg».

Diese Aussage hat nun offenbar einige Banker irritiert. Herbert Scheidt, seines Zeichens Vontobel-Präsident, bezeichnet Ermottis Ausdrucksweise als «martialische Zuspitzung», die in dieser Situation nicht weiterhelfe.

Angesichts der laufenden Verhandlungen über Steuerabkommen mit mehreren Ländern brauche es «ein hohes Mass an Geschlossenheit zwischen Politik, Aufsichtsbehörden und Banken», erklärte der Deutsche Scheidt gegenüber «NZZ am Sonntag» (Artikel online nicht verfügbar) an diesem Wochenende.

Opportunistisches Verhalten

Scheidt zeigt sich auch mit Ermottis Vorgänger uneinig. Oswald Grübel hatte bereits im letzten Februar in der «Handelszeitung» davor gewarnt, dass die Vermögen ausländischer Kunden bei der Einführung einer Abgeltungssteuer aus der Schweiz abgezogen würden.

Vontobel-Präsident Scheidt beobachtet jedoch das Gegenteil: «Viele Kunden wären glücklich, die Brücke der Abgeltungssteuer beschreiten zu können.»

Fronten selber nicht geschlossen

Geäussert hat sich ausserdem auch ZKB-Chef Martin Scholl. Dieser scheint ebenso wenig erfreut über Ermottis Aussagen. «Wir tragen den Konflikt in der Öffentlichkeit aus. Damit schwächt sich die Schweiz zusätzlich», sagte er gegenüber der «Sonntagszeitung». Das Problem sei, «dass wir die Fronten selber nicht geschlossen haben». Jede Partei versuche, aus der Situation Profit zu schlagen.

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