Dieses Resort ist in jeder Hinsicht aussergewöhnlich
Am Vierwaldstättersee verdichten sich Landschaft, Geschichte und wirtschaftliche Weitsicht. Er ist einer dieser magischen Orte, zu denen ich immer wieder zurückkehre. Er zählt für mich zu den schönsten der Schweiz. Hoch über dem Wasser thront das Bürgenstock Resort.
Bereits 1873 öffnete an dieser Stelle das erste Grand Hotel seine Türen und begründete einen Ort, der bis heute zu den prägenden Adressen der Schweizer Hotellerie zählt. Aus dieser Geschichte heraus ist ein Resort gewachsen, das heute aus drei Hotels, rund 60 Hektar Resortfläche, Hunderten Zimmern und Suiten sowie einem 10'000 Quadratmeter grossen Spa besteht. Dazu kommt eine Servicekultur, die auf mehr als ein Jahrhundert Erfahrung zurückblickt. Genau diese einzigartige Mischung zieht mich immer wieder hierher zurück.
Luxus in internationalem Format
Das Bürgenstock liegt hoch oben auf dem gleichnamigen Berg – der Blick ist entsprechend romantisch. Vor mir öffnen sich der Vierwaldstättersee, die umliegenden Berggipfel und in der Tiefe das malerische Luzern. Diese Kulisse verleiht dem Ort eine besondere Ruhe und zugleich eine grosse Bühne. Heute gehört das Bürgenstock zur Katara Hospitality Group; dieser internationale Hintergrund zeigt sich im hohen Anspruch an Luxus, Diskretion und Organisation. Dass hier 2024 die Ukraine-Friedenskonferenz stattfand, unterstreicht die weltweite Bedeutung des Resorts.
Die dazugehörigen Hotels bieten jeweils unterschiedliche Ausrichtungen: «The Contemporary» steht für moderne Eleganz, «The Heritage» für klassische Grand-Hotel-Atmosphäre. Das Waldhotel legt einen klaren Fokus auf Wellbeing und Gesundheit.

«The Contemporary» entfaltet mit seiner Glasarchitektur eine Leichtigkeit, die den Bau förmlich über der Landschaft schweben lässt. (Bild: zVg)
Das Bürgenstock zieht ein internationales Publikum an, besonders aus den USA, wie für viele Schweizer Hotels üblich. Gleichzeitig begegne ich vielen Gästen aus dem Nahen Osten. Für sie ist das Resort mit seinem exzellenten Komfort und den angenehmen klimatischen Bedingungen eine feste Adresse.
Luxus zeigt sich im Bürgenstock auf vielen Ebenen: in den Materialien, den Stoffen, den Tapeten und der Holzverkleidung – vor allem aber im Umgang mit den Menschen. Manchmal habe ich das Gefühl, das Team habe jeden Gast vorab gegoogelt. Die Namen sitzen, die Mitarbeiter erinnern sich an Vorlieben, Gespräche beginnen mit einer Selbstverständlichkeit, die mich überrascht.
Diese Konsequenz in der persönlichen Ansprache erlebe ich nur selten. Die Verbindlichkeit im Umgang mit den Gästen trägt eine klare Handschrift: Managing Director Chris K. Franzen prägt das Haus mit Präsenz und Haltung und schafft damit genau jene Aufmerksamkeit, die hier überall spürbar ist.

Die rustikal-elegante Einrichtung vereint Holzelemente, Naturstein und hochwertige Textilien. (Bild: zVg)
Eine Reise durch die Küchen der Welt
Alle Restaurants im Bürgenstock haben einen ganz eigenen Charakter. Mike Wehrle, der Culinary Director, verantwortet das gesamte kulinarische Konzept. Er verleiht jedem der sieben Restaurants eine eigene Handschrift. An einem Abend tauche ich in die Welt des persisch geprägten Parisa ein. Die Aromen erinnern an die Feinheit der libanesischen Küche, elegant interpretiert und präzise auf den Punkt gebracht. Das fühlt sich an wie eine moderne Inszenierung im Stil von Tausendundeiner Nacht.
Üppige Blumenarrangements in warmen Wüstentönen, ein opulentes Buffet mit einem ganzen Lamm am Spiess und ein stimmiges Unterhaltungsprogramm mit Schlangen- und Bauchtanz, Feuershow und Musik fügen sich zu einem Erlebnis, bei dem einfach alles stimmt.
Ein weiterer Abend führt mich ins Spices. Hier stehen asiatische Kreationen im Mittelpunkt, getragen von einem ambitionierten Team. Besonders beeindruckt mich die Präsentation der Sashimi-Platte sowie die Auswahl klassischer Dim Sums. Vier Varianten stehen auf der Karte, darunter traditionelle Kombinationen aus Schweinefleisch und Garnelen. In dieser herausragenden Qualität habe ich sie selten erlebt – und der Ausblick ist einzigartig!

Das Restaurant Spices wurde mit 16 Gault & Millau-Punkten ausgezeichnet. (Bild: zVg)
Am nächsten Morgen bestätigt das Frühstück dieses hohe Niveau. In der warmen Saison sitzt es sich auf der Terrasse besonders angenehm, im Winter geniesse ich die erste Mahlzeit des Tages im grosszügigen Innenraum. Oft erlebe ich beim Frühstück eine gewisse Eile im Service, hier dagegen steht Zeit im Mittelpunkt. Eine Mitarbeiterin erklärt mir in aller Ruhe die Auswahl an Säften und Kaffeespezialitäten, geht auf individuelle Wünsche ein und begleitet mich aufmerksam durch den Morgen. Zum Abschluss legt sie mir einen Glückskeks auf den Tisch und sagt lächelnd, dass ich zwar eigentlich kein Glück brauche – sie habe es dennoch mitgebracht. Eine kleine Geste, die viel über die Haltung dieses Hauses erzählt.
Aussergewöhnlicher Spa mit Panoramablick
Mit weitem Blick über das umliegende See- und Bergpanorama wartet das Bürgenstock Alpine Spa auf rund 10'000 Quadratmetern. Fünf Pools, verschiedene Saunen und grosszügige Ruhezonen schaffen eine beeindruckende Wellnesslandschaft. Spa-Managerin Maggie führt den Bereich mit Herzlichkeit und klarer Struktur, alles wirkt präzise organisiert und hochwertig umgesetzt.
Trotz der Grösse des Spas fühlt sich mein Aufenthalt persönlich an. Die Therapeuten widmen sich ihren Behandlungen mit voller Aufmerksamkeit, jede Anwendung wirkt individuell abgestimmt.
Mein persönliches Highlight ist die Massage von Paula. Ich kenne sie bereits aus dem Schweizerhof in Bern. Sie hier wiederzutreffen, bereitet mir grosse Freude. Ein Moment im Fitnessbereich stört jedoch das positive Gesamtbild. Ein Mitarbeiter, vermutlich der Fitnesstrainer, ist stark auf sein privates Handy fokussiert und bleibt auf kühler Distanz zu den Gästen. Die Szene steht im deutlichen Kontrast zum insgesamt sehr hohen Standard des Resorts.

Im Spabereich können Gäste im Outdoorpool entspannen, der ein einzigartiges Seepanorama bietet. (Bild: zVg)
Im Bürgenstock Resort bewege ich mich in einer Welt voller Möglichkeiten. Küche, Lage, Blick und Service entfalten gemeinsam eine aussergewöhnliche Kraft. Genau diese Dichte macht das Resort aus. Ich habe die Wahl in allen Bereichen: zwischen Rückzug und Aktivität, zwischen Ruhe und Erlebnis, zwischen Panorama und Nähe. Auch bei hoher Auslastung bleibt die Atmosphäre persönlich und dennoch souverän. Oft fühlt es sich an, als wäre ich in einem kleinen Boutique-Hotel. Dabei befinde ich mich in einem der grössten Resorts der Schweiz.
Diese Freiheit, verbunden mit höchster Qualität in allen Bereichen, macht das Bürgenstock für mich zum idealen Hideaway auf internationalem Spitzenniveau. Umso grösser ist meine Vorfreude auf die Preisverleihung der «101 besten Hotels Schweiz 2026», die Mitte April hier stattfinden wird.
Als früherer Grandhotelier und Betreiber des Rankings «101 beste Hotels» ist Carsten K. Rath Globetrotter von Berufs wegen. Sämtliche Hotels, über die er schreibt, bereist er auf eigene Rechnung.
Rath ist zudem Autor des Buches «Iconic Hotels of the World».













