Mehr Schweiz: AllianzGI macht den nächsten grossen Schritt
Allianz Global Investors stellt das Schweizer Geschäft auf neue Beine – mit Konsequenz und langfristigem Anspruch. Wo früher vor allem Distribution dominierte, entsteht heute eine lokale Plattform mit eigener Produktion: Multi-Asset, Schweizer Aktien, Schweizer Obligationen und künftig auch Private Markets über Schweizer Vehikel.
«Wir sind heute eine ganz andere Gesellschaft in der Schweiz, als wir vor drei oder vier Jahren waren», sagt Michael Schütze, Länderchef Schweiz von AllianzGI im Podcast von finews. «Bis letztes Jahr waren wir überwiegend ein Vertriebshaus. Heute produzieren wir in Zürich – und das ist ein echter Game Changer.»
Im Zentrum steht der Schweizer Vorsorgemarkt – komplex, fragmentiert und kapitalstark. Erst mit der Einführung eines Multi-Asset-Teams in Zürich wurde klar, wie tief der Markteintritt gedacht ist. «Wenn man A sagt, muss man auch B sagen», so Schütze. «Wer Schweizer Multi-Asset anbietet, muss Schweizer Aktien und Obligationen liefern und idealerweise auch das Vehikel, das Pensionskassen nutzen.»
Neu mit einer Anlagestiftung
Auch der vielzitierte Swiss Finish bleibt kein Lippenbekenntnis. «Wir bauen eine Schweizer Asset Allocation mit Home Bias. Das ist entscheidend, wenn man hier bestehen will», sagt Schütze. Die Reaktionen seien positiv: «Der Anfang ist gemacht, das Interesse ist da, und die ersten Volumina sind geflossen.»
Mit der neu gegründeten Anlagestiftung geht AllianzGI nun den nächsten Schritt – ein direkter Brückenschlag zu Pensionskassen. «Eine Anlagestiftung ist für Schweizer Kassen das richtige Vehikel», betont Schütze. «Wenn jemand unsere Luxemburger Fonds nicht gekauft hat, lag es selten am Inhalt – sondern an der Hülle.»
Strategisch sieht Schütze den Schweizer Markt positiv: «Zeig mir ein anderes Land in Europa mit so vielen Privatbanken – und gleichzeitig einem so riesigen Pensionskassenmarkt.» Auch im globalen Wettbewerb relativiert er: «Natürlich entstehen Private-Banking-Hubs wie Singapur. Aber der Ruf der Schweiz ist im Family-Office-Bereich weiterhin ausgezeichnet.»
Bewegung unter der Motorhaube
Den Kollaps der Credit Suisse bezeichnet Schütze als «Volldrama», aber nicht als Systembruch. «Für das Asset Management war der Markt erstaunlich stabil. Die Bewegung findet eher unter der Motorhaube statt.» Für internationale Anbieter wie AllianzGI bedeutet das Opportunität und Wettbewerb zugleich. Das belebe das Geschäft.
Dass die Expansion noch nicht abgeschlossen ist, lässt Schütze offen durchscheinen: «Wir können noch global Equity oder Fixed Income im Schweizer Umbrella aufsetzen. Es gibt genug, was wir noch schweizerischer machen können.» Auf die Frage, ob das bereits der Masterplan sei, antwortet er trocken: «Wir sind noch lange nicht fertig.»
Mehr dazu im Podcast von finews.
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