Karin Keller-Sutter setzt neue Breitseite gegen UBS ab
Am World Economic Forum in Davos bekam Bundesrätin Karin Keller-Sutter (KKS) ihr Fett ab. US-Präsident Donald Trump kritisierte und verspottete sie bei seiner Rede am vergangenen Mittwoch. Laut den Zeitungen von «ch media» soll ihr dies nicht geschadet haben. Im Gegenteil: «Dank Trump steht Keller-Sutter nach dem WEF gestärkt da. (...) Die Bundesrätin gilt nicht mehr als die Politikerin, die den Zolldeal vermasselt hat – sondern als jemand, der vor Trump nicht kuscht», schreibt etwa die Aargauer Zeitung in ihrer Wochenendausgabe.
Fall UBS: KKS schaltet auf stur
Bei der Diskussion um die Grossbankenregulierung dürfte sich die Ostschweizerin auf dem heimischen Bankenplatz allerdings keine Freunde gemacht haben. In einem Interview mit «Finanz und Wirtschaft» vom Samstag zeigt sie kein Verständnis für die Haltung der UBS, schaltet auf stur und lässt auch kein gutes Haar am Kompromissvorschlag.
Im folgenden die wichtigsten Aussagen.
Breiter Widerstand gegen die Pläne des Bundesrates
Davon will die Finanzministerin nichts wissen. «Es gibt keine Front gegen diese Massnahme», sagt Karin Keller-Sutter. Lediglich die SVP lehne den Regulierungsentwurf explizit ab, während die SP, die Mitte und die FDP «die Stossrichtung grundsätzlich begrüssen». Die Finanzministerin erwähnt aber in keinem Wort, dass namhafte Experten wie die Schweizerische Bankiervereinigung oder internationale Beratungsfirma Alvarez & Marsal warnen.
Wettbewerbsnachteil für die UBS
Natürlich müsse die UBS zusätzliches Kapital einbehalten. Aber das Volumen sei weit weniger dramatisch als dargestellt. «Die Behauptung einer massiven Benachteiligung im internationalen Wettbewerb durch unsere Regeln hält einem Vergleich der tatsächlichen regulatorischen Mindestvorgaben schlicht nicht stand», sagt die Finanzministerin. «Ein stabiler Finanzplatz ist der grösste Wettbewerbsvorteil, den wir der Bank und dem Standort langfristig bieten können.»
Kompromissvorschlag
Der Vorschlag aus dem Parlament, die Unterlegung der Auslandstöchter mit einer 50-prozentigen Anrechnung von AT1-Kapital flexibler zu gestalten, kommt bei der Finanzministerin nicht gut an. «Dieser Vorschlag löst das Problem nicht und würde die heutige Situation praktisch nicht verbessern», sagt sie.
Unter Fachleuten würden AT1-Anleihen nicht als «die richtige Medizin» gelten.
Kein Kommentar macht Bundesrätin Karin Keller-Sutter zum Streit um die abgeschriebenen AT1-Anleihen in der Credit-Suisse-Krise: «Das ist ein laufendes Verfahren, das ich nicht kommentieren kann. Zudem ist der Bund in diesem Verfahren nicht Partei, sondern die Finma und die UBS.» Letztere Aussage dürfte bei der kombinierten Grossbank Stirnrunzeln auslösen.
Angst vor Wegzug der UBS
Die Bundesrätin nimmt die Drohungen eines möglichen Wegzuges der UBS nicht ernst. «Diese Drohungen mit einer Sitzverlegung sind nicht neu und begleiten uns seit über 15 Jahren», sagt sie und meint weiter: «Die Schweiz bietet eine Stabilität, Rechtssicherheit und Fachkraftdichte, die weltweit ihresgleichen sucht und die wir mit unseren Massnahmen langfristig sichern wollen.»
Dialog mit der UBS
Ende Oktober 2025 fand der letzte Austausch mit der UBS-Spitze statt; Karin Keller-Sutter traf UBS-Chairman Colm Kelleher. «Meine Bürotür steht selbstverständlich offen, aber es darf da kein Missverständnis entstehen. Wir führen hier keine Verhandlungen.»















