Die ersten Finanzprodukte auf den grössten Franken-Stablecoin
Das Zuger Fintech Plusplus lanciert die schweizweit ersten Finanzprodukte auf einen Stablecoin in Franken, den Frankencoin (ZCHF). Das wurde am Mittwoch an einer Präsentation in Zürich bekanntgegeben, an der neben Plusplus-CEO und -Mitgründer Benjamin Rossi auch der Kryptopionier und Frankencoin-Vater Luzius Meisser sowie Johannes Kern, Geschäftsführer der Frankencoin Association, auftraten. Das Fintech publizierte dazu auch eine Medienmitteilung.
Plusplus bietet zunächst zwei Produkte an: eine Treasury-Lösung für Unternehmen und ein Exchange Traded Product (ETP) auf den Frankencoin für institutionelle und private Anleger. Im zweiten Quartal soll in Zusammenarbeit mit Zinsli (einem Betreiber einer Plattform für Mietdepots) ein Mietkautionsprodukt dazukommen. Bis Ende Jahr strebt CEO Rossi ein Investitionsvolumen von insgesamt 20 Millionen Franken an.
Bessere Bewirtschaftung der Liquidität
Plusplus ist Mitglied der Selbstregulierungsorganisation VQF (Verein zur Qualitätssicherung von Finanzdienstleistungen) und untersteht damit den Vorgaben zur Bekämpfung von Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung.
Ziel aller drei Produkte ist es, dem Kunden einen möglichst niederschwelligen Zugang zum Asset Frankencoin zu ermöglichen, damit er seine überschüssige Liquidität in einem Umfeld mit Nullzinsen für klassische Bankguthaben und andere kurzfristige Anlagen besser bewirtschaften kann.
Als Wallet oder als vertrautes Instrument
Aktuell liegt der Zinssatz für den Frankencoin bei rund 4 Prozent, was auch nach Abzug einer Performancegebühr (Treasury-Produkt) bzw. einer Verwaltungsgebühr (ETP) recht attraktiv erscheint. Dieser Zins ist allerdings nicht fix.
Beim Treasury-Produkt werden die Positionen in segregierten Wallet-Strukturen gehalten, wobei Plusplus dabei sämtliche operativen Aspekte übernimmt – von der Konvertierung über die Verwahrung bis zur Interaktion mit Smart Contracts. Beim ETP hingegen sind die Anleger nicht direkt in Token investiert, sondern in ein vertrautes Instrument mit einer eigenen ISIN-Nummer, das über die normalen Bankkanäle verfügbar ist.
Platz 8 weltweit, ohne Dollar
Plusplus CEO Rossi kommentiert: «Wir sind davon überzeugt, dass Stablecoins das Bindeglied zwischen dem bestehenden Finanzsystem und der nächsten Generation von Finanzlösungen sind und sein werden. Frankencoin bietet dafür eine ideale Basis – und Plusplus sorgt dafür, dass diese Technologie für Unternehmen sowie private und institutionelle Anleger noch stärker konkret nutzbar wird.»
Der im März 2023 lancierte ZCHF ist der grösste Franken-Stablecoin und liegt mit einem geschöpftem Volumen von 22,1 Millionen Franken (und hinterlegtem Collateral von über 50 Millionen) immerhin auf Platz 8 aller Stablecoins weltweit, die sich nicht am Dollar ausrichten.
Wertbeständigkeit des Frankens als Verkaufsargument
Nach einem rasanten Wachstum in den letzten Jahren erreicht der Gegenwert aller Stablecoins heute über 300 Milliarden Dollar. Die Dominanz der US-Währung ist dabei erdrückend: Über 99 Prozent des Stablecoin-Bestands beziehen sich auf sie. Die Frankencoin Association, eine gemeinnützige Organisation, die das entsprechende Ökosystem weiterentwickelt und die Community pflegt, möchte den Marktanteil des ZCHF ausbauen und sieht die im historischen Vergleich grosse Stabilität und Wertbeständigkeit des Frankens (insbesondere auch aus der Perspektive von ausländischen Investoren) als Vorteil.
Anders als bei den meisten anderen Stablecoins gibt es beim ZCHF keinen zentralen Emittenten. Er wird nicht von einem Emittenten begeben, sondern ist dezentral organisiert, mit Hilfe eines regelbasierten Systems von Smart Contracts auf der Ethereum-Blockchain. Dieses System erlaubt jedem, der eine geeignete Sicherheit hinterlegt, selber Frankencoin zu schöpfen.















