Michael Schütze: «Mein Antrieb ist meine Familie, the Pursuit of Happiness»


In der Rubrik Backstage geben interessante Persönlichkeiten aus der Finanzwirtschaft und darüber hinaus jeden Mittwoch Einblicke in ihre ganz persönlichen Vorlieben.


Was tun Sie morgens als Erstes?

Zwischen 5 und 6 Uhr mit unserem Labrador in die Natur gehen. Auch am Wochenende. Also 7 Tage die Woche, es sei denn ich bin auf Reisen und dann fehlt mir das nach 2 Tagen.

Was ist das Beste an Ihrem Beruf?

Die Menschen. Ich werde unglücklich und nervös, wenn ich nicht genügend Kundentermine in meinem Kalender habe. Mit Kunden an und für ihre Kapitalanlagen zu arbeiten, ist das Beste an meinem Beruf.

Ein Moment, der Ihr Leben veränderte?

Einer? Viele! Beruflich aber sicherlich 1994 vier Monate für den Chefanalysten der Dresdner Securities Inc. in New York sein 6 Faktorenmodell auf den S&P500 backtesten zu dürfen. Das war mein Einstieg ins Asset Management.

Welche Autos besitzen Sie? Welches ist Ihr Liebstes?

Einen VW ID.BUZZ GTX, sozusagen die modernste Bulli Variante – vollelektrisch mit Allrad für die Berge, genial.

Welchen Rat würden Sie Ihrem 20-jährigen Selbst geben?

Meinem 20-jährigen Selbst 1990 oder 2026?  1990: «Lerne noch mehr». 2026: «Du hast digital beziehungsweise via AI Zugang zum gesamten Wissen der Menschheit, nutze es!»

Worauf sind Sie besonders stolz?

Ehrlicherweise mag ich den Begriff «stolz» nicht.

Was tun Sie, wenn Sie Zweifel haben?

Eine Nacht drüber schlafen, was hart ist für jemanden, der gerne schnell entscheidet.

Was ist Ihr Lieblingswein?

Ich bin im Rheingau aufgewachsen. Ergo ist die Antwort sehr einfach: Riesling. Um genauer zu sein habe ich vier Lieblingsweingüter im Rheingau: Wegeler, Staatsdomäne Kloster Eberbach, Peter Jakob Kühn und Georg Breuer. Das wiederum hat mit den Lagen zu tun, die diese Güter besitzen – wie beispielsweise Rüdesheimer Berg Rottland oder Steinberg. Und um final auf den Wein zu kommen: jeder Riesling aus einer Grossen Lage (im französischen entspricht das ungefähr einem Grand Cru), am besten als Spätlese ausgebaut oder als Charta Riesling. Und ja, gelegentlich gibt es auch gute Rieslinge aus anderen Regionen, wie zum Beispiel Mosel und Nahe.

An welchen Projekten arbeiten Sie momentan?

Privat: an einer Frozen Shoulder nach einem Sehnenabriss, ich hoffe rechtzeitig vor der Skisaison wieder fit zu werden.
Beruflich, um nur einige zu nennen: weitere activeETFs, ein 1e Multi-Asset Angebot, eine Infrastructure Evergreen Anlagegruppe innerhalb unserer Anlagestiftung.

Was bewundern Sie an anderen Menschen?

Intelligenz und Schlagfertigkeit.

Was wäre die grösste Überraschung für jemanden, der Ihren Job einen Tag lang übernehmen müsste?

Die Breite und Tiefe der Themen bei einem ausländischen Asset Manager in Zürich. Von praktischen Fragen des Alltags in einem 20 Mitarbeiter-Office am Sechseläutenplatz zu komplexen Side-Lettern für einzelne Infrastruktur Co-Investments. Das ist genau das, was diesen Job so spannend macht.

Welches ist Ihr persönlicher Antrieb?

Für meine Familie «the pursuit of happiness». Im Beruf zwei Themen: a) im Asset Management hat fast alles mit Vorsorge zu tun – Menschen zu einem höheren Altersvermögen respektive -einkommen zu verhelfen b) jeder Tag mit einem Kundentermin ist ein guter Tag.

Wovor fürchten Sie sich?

Dem Klimawandel und seinen Auswirkungen auf unsere globale Zivilisation im Allgemeinen und die Alpen im Speziellen. (Geo-)politischen Entwicklungen weit weg vom gesunden Menschenverstand.

Ihre Lieblingsuhrenmarke?

Breguet, aber nur weil Captain Aubrey in den Aubrey/Maturin Romanen von Patrick O’Brian eine besass. Selbst trage ich eine Smartwatch hauptsächlich für den Sport.

Gibt es einen unerfüllten Traum, den Sie noch verwirklichen möchten?

2 Wochen Wingfoiling Kurs irgendwo mit stabilem Wind – in den letzten drei Jahren hatte der Walensee selten zum richtigen Wochentag und zur richtigen Tageszeit genügend Wind. Und irgendwann mal einen Segelkurs machen.

Ihr bestes Investment?

Meine private Asset Allocation seit über 30 Jahren 100 Prozent Aktien plus das Haus, das wir 2007 gekauft haben. Eine Real-Asset Barbell Struktur, sozusagen.


Michael Schütze ist Country Head Switzerland und verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung im Asset Management bei AllianzGI. Seit 2019 ist er in Zürich tätig, zunächst als Head of Institutional Switzerland und seit 2023 als Country Head. Zuvor verantwortete er in Deutschland das Geschäft mit Unternehmenskunden, Versicherungen und Pension Solutions. Seine Schwerpunkte liegen in der Betreuung institutioneller und Wholesale-Kunden sowie in der Entwicklung von Investmentlösungen für Pensionskassen, Versicherungen und Family Offices.