Credit Suisse wird ihren «Wachhund» nicht los

Neil Barofsky, New Yorker Finanzmarktaufsicht

Die Credit Suisse (CS) schafft es offenbar nicht, Neil Barofskys Durst nach Informationen zu stillen. Die Bank habe Schwierigkeiten, die gewünschten Informationen genügend schnell und im gewünschten Ausmass zu liefern, zitierte des «Wall Street Journal» am Donnerstag eine Person, die mit den Vorgängen vertraut ist.

Eigentlich hätte Barofsky nicht länger als zwei Jahre lang als «Wachhund» der CS amten sollen. Doch die Verzögerungen ziehen den gesamten Aufarbeitungsprozess nun weiter hin. Barofsky müsse wohl drei Jahre oder mehr Zeit investieren, hiess es.

Hunderte Millionen für den Aufseher

Das hat für die CS nicht unerhebliche Kostenfolgen. Die Bank wies im dritten Quartal 2015 Zusammenhang mit Barofskys Arbeiten Aufwendungen von 68 Millionen Franken aus. Im Quartal davor waren es rund 66 Millionen Franken gewesen.

Barofsky, ein früherer US-Staatsanwalt, arbeitet zwar in New York. Er fliegt aber regelmässig auf Kosten der Bank nach Zürich. Insgesamt beschäftigt er laut «Wall Street Journal» bei der CS ein Team von über 100 Leuten, welche ihm zuarbeiten.

Tidjane Thiam: «Hilfreich»

Barofsky war nach dem Schuldspruch der CS eingesetzt worden, US-Kunden bei der Steuerhinterziehung geholfen zu haben. Die Grossbank zahlte 2014 eine Busse von 2,6 Milliarden Franken.

CEO Tidjane Thiam wird in dem Bericht zitiert, die Arbeiten des US-Aufsehers seien sehr hilfreich und die Bank arbeite hart daran, seine Empfehlungen umzusetzen.

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