UBS: Personalrochaden in der Chefetage

Die oberste Risiko-Chefin der Schweizer Grossbank geht. In den USA kommt es zu Veränderungen, und der COO erhält zusätzliche Führungsaufgaben.

192310_Philip_J_Lofts_lowerPhilip J. Lofts (Bild), CEO UBS Group Americas, übernimmt seine vormalige Funktion als Group Chief Risk Officer (CRO) der UBS, wie das Unternehmen am Donnerstag in einem Communiqué mitteilte.

Lofts war bereits von November 2008 bis Dezember 2010 als Group CRO tätig, bevor er im Januar 2011 CEO UBS Group Americas wurde. Er arbeitet seit 1984 bei UBS.

Risiko-Chefin muss Konsequenzen tragen

Maureen Miskovic, seit Januar 2011 bisherige Group Chief Risk Officer, verlässt gemäss offizieller Sprachregelung die UBS. Sie geriet in den vergangenen Monaten wegen des Trading-Skandals in London in die Schlagzeilen. Laut Pressestelle der UBS steht der Abgang von Miskovic aber nicht in Zusammenhang mit den Geschehnissen in London.

Wenn nicht London der Grund für Miskovics Abgang war, so muss es offensichtlich zu Unstimmigkeiten in der Chefetage gekommen sein. Miskovics Absetzung war in der Branche erwartet worden. Die frühere Lehman-Brothers-Bankerin schien nie richtig in Zürich angekommen zu sein, ist aus Branchenkreisen zu vernehmen.

Mehr Macht für McCann

172107_robert-72dpiRobert J. McCann (Bild), der seit 2009 für UBS tätig ist, übernimmt die Position des CEO UBS Group Americas zusätzlich zu seiner jetzigen Funktion als CEO Wealth Management Americas.

Diese Beförderung ist ein klarer Vertrauensbeweis für den Amerikaner, der zuvor nur das Vermögensverwaltungsgeschäft leitete. McCann ist ein enger Vertrauer von UBS-CEO Sergio Ermotti, zumal beide früher beim amerikanischen Finanzkonzern Merrill Lynch arbeiteten.

Vertrauensbeweis für den COO

Ulrich Körner, der seit 2009 bei UBS arbeitet, übernimmt die Position des CEO UBS Group Europe, Middle East and Africa zusätzlich zu seinen aktuellen Aufgaben als Group Chief Operating Officer und CEO Corporate Center.

165104_Koerner_Dr._Ulrich_lowresKörners (Bild) zusätzliche Funktion hatte seit letzten April Sergio Ermotti inne, der nun als CEO amtet.

Alle diese Veränderungen gelten ab sofort, wie die UBS weiter mitteilt. Philip J. Lofts, Robert J. McCann und Ulrich Körner bleiben auch weiterhin Mitglieder der Konzernleitung.

Absetzung von Carsten Kengeter vom Tisch

Mit diesen personellen Rochaden dürfte auch die Absetzung von Carsten Kengeter vom Tisch sein. Wiederholt war die Forderung nach seiner Demission laut geworden, da er als UBS-Investmentbanking-Chef ebenfalls Verantwortung trägt für den Vorfall am Handelsdesk in London.

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NEWS GANZ KURZ

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

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