Ausblick UBS: Solide Zahlen und politisches Stellungsspiel

Die UBS selbst hatte im Juli bei der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen einen eher vorsichtigen Ausblick gegeben. Dabei hatte das Management auf den weiter schwelenden Konflikt im Nahen Osten sowie auf die volatilen Energiepreise verwiesen. Gleichzeitig sei die Kundenaktivität «gesund», wie es damals hiess.

Laut dem von der UBS selbst zusammengestellten Konsens rechnen die Analysten mit einem Anstieg des Nettogewinns um 9,1 Prozent auf 2,71 Milliarden Dollar. Der Vorsteuergewinn wird demnach um 24 Prozent höher bei 3,52 Milliarden Dollar erwartet. Bei den Einnahmen lauten die Schätzungen auf ein Plus von 6,0 Prozent auf 12,93 Milliarden Dollar.

Im Global Wealth Management wird mit einem klaren Anstieg gerechnet, sowohl bei den laufenden Gebühren als auch im Trading. Etwas verhaltener wird die Entwicklung im Bereich Personal & Corporate eingeschätzt.

Thema Eigenkapital weiter zentral

Neben den Zahlen dürfte an der Medienkonferenz mit UBS-CEO Sergio Ermotti das Thema Eigenkapital einmal mehr eine zentrale Rolle spielen. Die Frage lautet, ob der Nationalrat zu einer anderen Linie kommen wird als der Ständerat. Dessen Vorschlag, die Auslandtöchter künftig mit 90 Prozent hartem Eigenkapital zu unterlegen, wurde von der UBS scharf kritisiert und als «exzessiv» bezeichnet.

Dass im Nachgang einmal mehr ein Wegzug der UBS oder eine Fusion mit einer grossen ausländischen Bank als mögliche Optionen für die einzig verbleibende Schweizer Grossbank durch verschiedene Medienartikel geisterten, kam weder in der Politik noch in anderen Teilen der Öffentlichkeit gut an. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass es die UBS-Oberen mit den drastischen Darstellungen ihrer Schreckensszenarien etwas übertreiben und versuchen, ungebührlich Druck aufzubauen.

Vorzüge eines Weggangs begrenzt

Auch werden die Vorzüge eines Wegzugs von Experten als nicht besonders ausgeprägt bewertet. So verwiesen etwa die ZKB-Analysten darauf, dass ein Wegzug einige Jahre benötigen würde, bevor er die gewünschten Resultate bringt. Zudem sei der wirtschaftliche Nutzen einer Verlagerung in ein Land mit weniger strengen Kapitalvorschriften aufgrund der geplanten siebenjährigen Übergangsphase nicht sofort erkennbar.

Auch das Fusionsszenario berge Tücken. Der Zusammenschluss zweier globaler Banken sei äusserst komplex und kostspielig. Das würde bedeuten, dass die Geduld der Aktionäre für weitere Jahre auf die Probe gestellt würde. Die Integration, die Umstrukturierung und der Abbau von Redundanzen würden Zeit brauchen und seien ein schwieriges Unterfangen.

Kursrückgang aufgrund von Unsicherheiten

Bereits bei der Präsentation der Halbjahreszahlen hiess es, dass sich die Integration der übernommenen Credit Suisse auf der Zielgeraden befinde. Der laufende Stellenabbau dürfte sich weiter fortgesetzt haben.

Die anhaltende politische Diskussion um die Eigenkapitalvorschriften wird auch als einer der Hauptgründe für den Kursverlust der UBS-Aktien in den vergangenen Monaten gesehen. Vom Hoch bei rund 45 Franken pro Aktie Anfang September ging es auf aktuell rund 38.50 Franken hinab. Das ist ein Minus von rund 14 Prozent.