UBS & Co. werden in den USA nicht mehr froh

Ausländische Banken kehren dem Schweizer Finanzplatz zunehmend den Rücken zu. Doch nun macht sich dieser Trend auch in den USA bemerkbar. Nicht ganz überraschend.

Vor der Finanzkrise rüsteten ausländische Banken in den USA kräftig auf. Die UBS wie auch die Royal Bank of Scotland (RBS) richteten in gegenüberliegenden Gebäuden in der Nähe von New York zwei der grössten Handelsräume des Landes ein. Die Schweizer Grossbank schrieb damals stolz in einer Pressemitteilung, dass in dem Trading-Floor gleich zwei Fussballfelder Platz fänden.

Doch wo einst lautstarkes Händler-Treiben herrschte, ist jetzt fast schon gespenstische Ruhe eingekehrt, wie die britische Wirtschaftszeitung «Financial Times» (Artikel kostenpflichtig) schreibt. Denn die Banken haben ihren Personalbestand im Handel massiv abgebaut und eine Ende dieser Entwicklung ist noch lange nicht absehbar.

Verschiedene Vergünstigungen

So kündigte die RBS vergangene Woche an, sie werde in den kommenden zwei Jahren weitere 300 Stellen im Hypotheken-Handel streichen. Die UBS ihrerseits hat damit begonnen, die leer gewordenen Arbeitsplätze der Händler durch Leute aus dem Backoffice zu füllen, wie es in dem Artikel weiter heisst.

Um sich gegen diesen bedrohlichen Trend zu stemmen, komme man im Bundesstaat Connecticut inzwischen den Banken mit verschiedenen Vergünstigungen entgegen, und erhofft sich so, diese wichtigen Arbeitgeber halten zu können.

Zunehmend unattraktiv

Gut möglich, dass diese Anreize in Connecticut Wirkung zeigen. Aber auf nationaler Ebene weist der Trend in eine andere Richtung. Insgesamt werde der amerikanische Finanzplatz für ausländische Banken zunehmend unattraktiv, stellt die «Financial Times» fest.

Schuld daran sei einerseits, dass die US-Notenbank (Federal Reserve, Fed) ausländische Banken mit verwalteten Vermögen von mehr als 50 Milliarden Dollar besonders harten Stresstest unterziehe. Zum anderen würden die jüngst erlassenen Rekordbussen gegen ausländische Banken Ressentiments schüren.

Harte Vorgehensweise

Hinter vorgehaltener Hand monieren manche Bankenvertreter, dass sie von den US-Behörden besonders hart für Vergehen bestraft werden. Wie erinnerlich wurde die Credit Suisse 2,8 Milliarden Dollar für ihre Beihilfe zur Steuerhinterziehung bezahlen.

Dem französischen BNP-Konzern droht gar keine Busse von bis zu zehn Milliarden Dollar wegen vermuteter Verstösse gegen Iran-Sanktionen. Inzwischen ist es absehbar, dass weitere ausländische Institute auf den Radar der US-Justiz gelangen. 

Michael Bloombergs Warnung

Dass sich derlei Massnahmen auch kontrakproduktiv für den US-Finanzplatz auswirken könnten, haben mittlerweile auch einige Politiker realisiert. So schrieb der frühere Bürgermeister von New York, Michael Bloomberg, in einem Artikel, dass die gestiegenen juristischen Risiken die Attraktivität des US-Marktes erheblich verringern dürften.

Zudem würden die zunehmend komplexeren und zuweilen starren Regulatorien die Firmen förmlich nach Übersee zurücktreiben. Vor diesem Hintergrund mahnt Bloomberg in seinem Artikel Reformen an und warnt, dass wenn «wir nichts tun, wir nicht länger mehr die Finanz-Kapitale der Welt sein werden».

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