Weniger Banken, aber bessere Jobaussichten

Der Schweizer Bankensektor hat sich im ersten Halbjahr 2014 in besserer Verfassung gezeigt als letztes Jahr. Dies spiegelt sich am Personalbestand und an den verwalteten Vermögen. Die Anzahl Institute nimmt aber weiter ab.

Die Schweizer Banken passen sich dem veränderten Umfeld an und haben im ersten Halbjahr sogar Aufwärtstendenzen gezeigt. Dies ergibt sich aus den Angaben des neusten Bankenbarometers der Schweizerischen Bankiervereinigung, der am Donnerstag veröffentlicht worden ist.

Personalbestand:
Der Stellenabbau scheint sich im laufenden Jahr deutlich zu verlangsamen. Gemäss der Umfrage wurden im ersten Halbjahr noch 690 Stellen abgebaut. Das ist ein Minus von 0,7 Prozent. 2013 waren netto 2'840 Stellen abgebaut worden, was einem Rückgang von 2,8 Prozent entspricht. Herausgerechnet wurden hierbei die Angestelltenzahlen der Postfinance, welche 2013 die Banklizenz erhalten hatte.

2014 scheinen vor allem die Grossbanken ihren Rückbau verlangsamt zu haben. Die Arbeitslosenrate im Bankensektor ist im ersten Halbjahr unter 2,6 Prozent gefallen. Die Quote in der Gesamtwirtschaft hat sich demgegenüber auf 2,9 Prozent erhöht.

Zwei Drittel der Banken erwarten für das zweite Halbjahr eine gleichbleibende Beschäftigung, ein Fünftel will Personal anstellen und ein Sechstel plant einen weiteren Abbau. Dieser dürfte vor allem im Privatebanking stattfinden sowie im Handelsgeschäft.

Konsolidierung:
Der Schrumpfungstrend im Private Banking hat sich im laufenden Jahr gegenüber 2013 nochmals beschleunigt: Bislang haben 2014 acht Banken in der Schweiz ihren Verkauf oder Verkaufsabsichten angemeldet.

Bei der Banco Espirito Santo handelt es sich um bedeutende Teile der Schweizer Tochtergesellschaft, die an die CBH Compagnie Bancaire Helvétique verkauft worden sind. Den grössten Brocken in der laufenden Konsolidierung stellte 2014 bislang die Tessiner BSI dar, die von der brasilianischen BTG Pactual übernommen wurde.

Verwaltete Vermögen:
Insgesamt gesehen steigen die verwalteten Vermögen bei den Schweizern Banken weiter an. Schon 2013 waren sie um 340 Milliarden auf 6'136 Milliarden Franken angewachsen. Dabei waren 51,3 Prozent der Gesamtsumme ausländischen Kunden zuzurechnen. Bis Ende Mai 2014 erreichten die verwalteten Vermögen nun einen Stand von 6'310 Milliarden Franken, was einem Plus von 3,8 Prozent entspricht.

Die Neugelder stammen laut Bankenbarometer schwergewichtig aus Lateinamerika und aus Osteuropa. Für die Zukunft sei mit Abflüssen westeuropäischer Kundengelder zu rechnen.

Geschäftserfolg:
Die Schweizer Banken sind im laufenden Jahr teilweise besser unterwegs als 2013. Schon da nahm der Geschäftserfolg nach zwei Jahren Stagnation erstmals wieder um 3,1 Prozent auf 60,8 Milliarden Franken zu. 2014 lief im ersten Halbjahr insbesondere das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft besser, war auf eine deutlich höhere Handelsaktivität an der Börse zurückzuführen ist.

Gegenüber dem ersten Halbjahr 2013 nahmen die Umsätze von Aktien um 10 Prozent, von Obligationen um 3 Prozent und von Anlagefonds um 199 Prozent zu. Rückläufig war mit 16 weniger das Handeslvolumen mit Strukturierten Produkten. Zahlreiche Banken leiden allerdings auch an den tiefen Margen im Zinsgeschäft, sodass in Teilen des Bankensektors 2014 auch mit einem Rückgang des Geschäftserfolgs zu rechnen ist.

Bilanzgeschäft:
In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres zeigte sich gemäss Bankenbarometer eine geringere Dynamik bei den Hypothekrediten. Die Teilerhebung ergab ein Wachstum der inländischen Hypothekarforderungen von 1,4 Prozent. 2013 stiegen die aggregierte Bilanzsumme des Bankensektors um 2,6 Prozent auf 2'849 Milliarden Franken an.

 

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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