Die «Wall-Street-Urgrossmutter»

Sie arbeitet als Kundenberaterin an der Wall Street, wie so viele andere Frauen. Bloss, Irene Bergmann ist 100-jährig, und was sie heute tut, war nicht immer selbstverständlich für eine Frau.

Seit 1957 ist Irene Bergman (Bild) als Investment-Beraterin an der Wall Street tätig. Sie ist mit Abstand die älteste, noch Dienst tuende Expertin an der Wall Street.

Geboren wurde sie am 2. August 1915 als Tochter eines jüdischen Bankiers in Berlin. Sie sei keine gute Schülerin gewesen und habe es deshalb auch nicht an die Universität geschafft. Stattdessen genoss sie das Leben in vollen Zügen, wie sie in einem kürzlich veröffentlichten Interview mit «Bloomberg» offenbarte (siehe Video).

 

Frauen – nicht sehr populär – an der Wall Street

Doch dann, mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939 wurde schlagartig alles anders. Verfolgt von den Nationalsozialisten floh ihre Familie per Schiff in die USA. Das war 1942.

Die Familie liess sich in der Finanzmetropole New York nieder. Dort arbeitete sie zuerst als Sekretärin, bevor ihr 1957 der Sprung an die Wall Street als Kundenberaterin bei Hallgarten & Co. gelang. «Frauen an der Wall Street waren damals nicht sehr populär», so Bergman.

Superkonservativ und zäh

Nach einem Abstecher zum New Yorker Broker Join Loeb Rhoades wechselte sie zu Stralem & Co. Das war 1973. Seit nunmehr 42 Jahren betreut sie dort Kunden und sitzt zudem im Investment-Komitee.

Ihrem Alter entsprechend sei sie eine superkonservative Investorin, so die inzwischen 100-Jährige. Ihre Anlagestrategie sei denn auch auf Kapitalerhalt ausgerichtet. Ihren Kunden sage sie jeweils: «In einem Bullenmarkt hinken Sie dem Markt hinterher. In einem Bärenmarkt sind Sie allerdings besser dran.»

Ein unerfüllter Wunsch

Die Wall-Street-Veteranin ist zäh und gibt so schnell nicht auf. Auch eine Krankheit vor einigen Monaten vermochte sie nicht zu stoppen. Zwar arbeitet sie seither nicht mehr im Büro an der Wall Street. Stattdessen empfängt sie ihre Kundschaft nun bei sich zu Hause, umgeben von alten Gemälden und antiken Möbeln.

Bergman hatte ein erfülltes Leben. Dennoch blieb ihr ein Wunsch unerfüllt: «Ich wollte immer Wall-Street-Händlerin werden. Doch damals gab ihr niemand einen Job… «weil ich eine Frau war», sagt die 100-jährige Finanz-Doyenne.

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Der Hedgefondsanbieter Gottex hat die Publikation seiner Halbjahreszahlen verschoben. Das Unternehmen begründet die Verschiebung mit einem Verzug in den Verhandlungen um eine zweite Finanzierungstranche nach den Rekapitalisierungs-Massnahmen vom Sommer.

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Die Grossbank UBS hat mit einer Zahlung von 15 Millionen Dollar an die US-Börsenaufsicht SEC ein Verfahren um den Verkauf komplizierter Derivate an Privatkunden beigelegt. Die Zahlung erfolgte, weil die UBS ihre Broker nicht standesgemäss ausgebildet habe.

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DigitalZurich2025, die Standortinitiative für digitale Innovation, wird zu «digitalswitzerland» umbenannt und damit auf die ganze Schweiz ausgeweitet. Zudem lanciert sie mit «Education Digital» eine Webplattform zu relevanten Aus- und Weiterbildungen rund um das Thema Digital.

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