Zehn fatale Fallen für Start-ups

Falle, Bild Shutterstock

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Im gegenwärtigen Fintech-Boom können Jungfirmen das Finanzsystem auf den Kopf stellen. Viel eher gehen sie jedoch kläglich unter – oft genug an den immer gleichen Fehlern.

bouvier pascal 160Wenn es ums Thema Fintech geht, hat Pascal Bouvier (Bild links) das letzte Wort. Als Partner von Santander InnoVentures, dem Wagniskapital-Fonds der spanischen Bankengruppe Santander, führt er eines der potentesten Fintech-Investment-Vehikel in ganz Europa. Santander hat bereits im Jahr 2014 gut 100 Millionen Euro in den Fonds gesteckt und geht der Szene mit Studien auf den Grund, wie auch finews.ch berichtete.

Umso genauer sollte Bouvier zugehört werden, wenn er über ein vitales Thema für Fintech-Jungfirmen spricht: das nackte Überleben. Im Branchen-Blog «CB Insights» warnt er vor den zehn häufigsten Fehlern, die Fintech-Pioniere begehen. Und er erklärt, wie sie von Anfang an zu vermeiden sind.

1. Die Lizenz verschlafen

Fintech-Pioniere kommen zumeist aus dem Technologie-Bereich und wollen die ausgefeiltesten Tools für die Kundschaft von morgen entwickeln. Was kümmert da das Plazet der Finanz-Aufsicht? «Schon viele Start-ups sind an der Regulierung gescheitert», mahnt Bouvier. Die Lösung: Frühzeitig externe Finanzrecht-Spezialisten einschalten, auch wenn die teuer sind. Dafür lassen sich später Kosten sparen.

2. Den strategischen Investor verärgern

Etablierte Banken und Versicherer sind nicht einfach Zapfhähne für Kapital. Sie bewegen sich in einem Umfeld voller Regeln und Richtlinien und müssen ihre Investments auf Herz und Nieren prüfen. Entsprechend sollten Jungfirmen die nötigen Informationen zur Hand haben – und sich auf kulturelle Unterschiede einstellen.

3. Regulierung als nervtötende Ablenkung betrachten

Jene Haltung führe zum sicheren Untergang, sagt Bouvier. Wer sich nicht von Anfang an die Regeln etwa bezüglich Geldwäsche hält, der darf später nicht einmal beweisen, dass er sich gerne an die Regeln halten möchte.

4. Einen Kapitalgeber ohne Fintech-Erfahrung auswählen

Tiefes Verständnis des Finanzsystems wie auch der Techologie sind gerade im Fintech-Bereich unanbdingbar, betont Bouvier. Investoren, die über beides verfügen, sind entsprechend rar – und sollten zuvorkommend behandelt werden.

5. Zu schnell zu viel erwarten

Das Geschäft mit Geld gehorcht ganz eigenen Regeln – begonnen mit der Psyche jener, die es besitzen. So spielt die Angst vor Verlust eine entscheidende Rolle und führt dazu, dass Finanzdienstleistungen nicht über Nacht forciert werden können. Entsprechend geraten Start-ups in Nöte, die mit raschem Wachstum planen.

6. Einen Preiskrieg anzetteln

Die etablierten Finanzdienstleister mittels günstigerer Preise schlagen zu wollen, ist ein gefährlicher Weg, sagt der Santander-Experte. Denn letztere gebieten meist über die nötigen Skaleneffekte – und können jedes Start-up unterbieten, wenn es darauf ankommt. Besser, rät Bouvier, sei deshalb, sich über Qualität zu differenzieren.

7. Sich zu sicher wähnen

Wer denkt, eine technische Neuerung lasse sich gut schützen, macht sich oft etwas vor. Meistens, sagt Bouvier, verfügten die etablierten Konkurrenten bereits über ein entsprechendes Patent – oder das Geistige Eigentum lässt sich mit wenigen Kniffen umgehen.

8. Die Komplexität des Zahlungsverkehrs unterschätzen

Der Zahlungsverkehr ist der einfachste Bereich, um als Fintech-Start-up Fuss zu fassen, sagt Bouvier. Es sei dort aber auch am schwierigsten, erfolgreich zu sein. Jungfirmen sollten von Anfang darauf gefasst sein, mit zahlreichen Akteuren vom Handel bis zu den Banken verhandeln zu müssen, mahnt der Santander-Mann.

9. Paragraphen übersehen

Compliance ist die eine Hürde, die rechtlichen Grundlagen eine andere. Wer einen Businessplan im Fintech-Bereich erstellt, muss dafür sorgen, dass er juristisch wasserdicht ist.

10. Den Zyklus missachten

Eine Geschäftsidee im Bereich des Social Lending kann bei tiefen Zinsen vielversprechend sein. Steigen die Zinsen, ist sie bisweilen reif für den Papierkorb. Entsprechend rät Bouvier zu Innovationen, die möglichst wenig von Zyklen im Finanzsystem abhängen.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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