Befreiungsschlag für Fidleg und Finig?

Bei der Finanzrichtlinie Finig zeichnet sich ein fruchtbarer Kompromiss ab, womit auch der Weg für das Fidleg geebnet wird. Das sind gute Neuigkeiten für den Finanzplatz, findet Andreas Barfuss.

barfuss 134 Andreas Barfuss ist stellvertretender Leiter Finanzmarktrecht bei der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg).

Fidleg und Finig sind untrennbar miteinander verknüpft und bilden wichtige Stockwerke in der neuen Finanzmarktarchitektur der Schweiz. Dabei findet ein Paradigmen-Wechsel statt, weg von den bisherigen «Regulierungs-Silos» für einzelne Instituts- oder Produktekategorien, hin zu einer Gesetzgebung, bei der alle relevanten Marktteilnehmer erfasst werden und die Regulierung der risikobehafteten Tätigkeit im Vordergrund steht.

In diesem Zusammenhang wird oft vom «level playing field» gesprochen – ein höchst willkommener Nebeneffekt der neuen Ordnung.

Mehr Rechtssicherheit

Mit Fidleg und Finig erhält die Schweiz einen zeitgemässen Anlegerschutz, welcher an der Selbstverantwortung des mündigen Anlegers seine Grenze findet. Dabei steht die Konsolidierung bereits bestehender – allerdings über die Gesetzgebung, die Rechtsprechung und diverse Rundschreiben – verteilter Pflichten klar im Vordergrund.

Für viele Akteure im Markt wird sich das Pflichtenheft somit nicht massgeblich ändern. Von der Schaffung zentraler und auf Gesetzesstufe angesiedelter Rechtsquellen sind hingegen positive Auswirkungen auf die Rechtssicherheit zu erwarten. So ist es etwa nicht mehr lediglich ein Bundesgerichtsurteil, auf das sich die ganze Branche betreffend Umgang mit Retrozessionen stützen muss, sondern ein verbindlicher von einem breiten Konsens getragener Gesetzestext.

Gleichzeitig sollte auch einmal eine beschäftigungspolitische Perspektive eingenommen und die Exportfähigkeit der Schweizer Finanzindustrie thematisiert werden.

Basis für Marktzugang

Fast täglich ist in den Medien von Auslagerung, Off- und Nearshoring die Rede – der Finanzplatz Schweiz befindet sich inmitten eines tiefgreifenden Transformations-Prozesses. Bei allem Verständnis für die Priorisierung nationaler Anliegen sollte nicht aus dem Blickfeld geraten, dass ein florierender Schweizer Finanzplatz eben auch stark vom Marktzugang im Ausland abhängt. Mit einer zügigen weiteren Behandlung und einer baldigen Umsetzung von Fidleg und Finig würde immerhin eine Basis dafür geschaffen.

Es zeugt von der offenbar immer noch vorhandenen Konsenskultur im politischen Betrieb und ist der Kompromissbereitschaft der einzelnen Akteure zu verdanken, dass die beiden Richtlinien nach einer längeren Phase in stürmischen Gewässern wieder auf Kurs sind.

Das sind in der Tat gute Neuigkeiten.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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