Welche Banker Fintech am meisten fürchten

(Bild: Shutterstock)

Die Digitalisierung kann ein Segen für die Finanzindustrie sein – oder ein Fluch. Die Angst, wegen Fintech seinen Job zu verlieren, ist dabei bei Schweizer Bankern besonders ausgeprägt, wie eine weltweite Umfrage zeigt.

Der Personalabbau bei den Finanzinstituten scheint unaufhaltsam. Denn die Margen im Bankgeschäft werden immer geringer, und darüber hinaus könnte die fortschreitende Digitalisierung viele Jobs wegrationalisieren. Dafür sorgen nicht zuletzt die in den letzten Jahren zahlreich gegründeten Fintechs – ein Trend der ungehindert weitergeht.

Das mag mit ein Grund sein, dass die Angst, wegen der Digitalisierung die Stelle zu verlieren, im Finanzdienstleistungs-Sektor am grössten ist. Das jedenfalls ergab eine kürzlich durchgeführte branchenübergreifende Umfrage des britischen Karriere-Portals Emolument zeigte (siehe Tabelle unten).

Emolument 1 500

Demgegenüber sieht sich das Ingenieurswesen, der Personalberatungs-Bereich oder die Logistikbranche durch die Digitalisierung kaum gefährdet. Insgesamt wurden 900 Personen in diversen Branchen befragt. 

Innovationstreiber wähnen sich sicher

Dieser Befund spiegelt sich teilweise in der Analyse der folgenden Tabelle. Ingenieure und Computerwissenschaftler fühlen sich relativ sicher, da sie die Treiber von Innovation sind. Auch Marketing- und Kommunikationsspezialisten wähnen sich auf der sicheren Seite. Dies, weil ihr Job «soft skills» erfordern, die nicht adäquat von künstlicher Intelligenz ersetzt werden könne, hiess es weiter.

Emolument 2 500

Bei Arbeitnehmern hingegen, die sich während der Ausbildung nicht direkt mit Technologie auseinandersetzten, aber von dieser nun stark abhängig sind, erweisen sich die Jobverlust-Ängste als deutlich höher. Dies zeigt sich insbesondere bei Volkswirtschafts-Abschlüssen (42 Prozent) und Management- sowie Finanz-Ausbildungen (39 beziehungsweise 38 Prozent).

Keine Ausbildung, keine Sorgen

Interessant ist auch die Betrachtung nach Grad der Ausbildung. So fürchten Absolventen eines Master in Finance am meisten um ihren Job. Master in Naturwissenschaften hingegen sehen der Digitalisierung relativ entspannt entgegen.

Emolument 3 500

Am wenigsten Bedenken haben jene Beschäftigten ohne Abschluss. Denn ihre Arbeit verursache keine hohe Lohkosten und stünden deshalb für Arbeitgeber nicht im Fokus der Automatisierung, lautet die eher überraschende Erklärung von Emolument. Zahlreiche andere Studien zeigen aber: Je schlechter man ausgebildet ist, desto schwieriger ist es überhaupt, einen Job zu bekommen beziehungsweise in der Firma zu verbleiben, wenn diese in Schwierigkeiten gerät. 

Schweizer und Singapurer zittern

Die Umfrage schlüsselte die Ergebnisse auch nach Nationen auf. Dabei zeigte sich: Insbesondere die Schweizer und Singapurer bangen um ihren Job (siehe Tabelle), und dabei handelt es sich mehrheitlich um Leute aus der Finanzindustrie, wie es weiter hiess.

Emolument 4 500

Überraschenderweise liegt im Nationen-Vergleich Indien mit einem Wert von 49 Prozent an der Spitze. Dies, obwohl Indien als IT-Standort zahlreicher europäischer Grosskonzerne profitiert. Doch gerade im weltweit begehrten Outsourcing-Hub sind sich die Angestellten laut Emolument der Gefahren der Digitalisierung sehr bewusst.

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Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

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Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

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Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

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