Postfinance: Jobabbau im grossen Stil?

Hansruedi Köng, CEO Postfinance

Hansruedi Köng, CEO Postfinance

Der Postfinance steht Medienberichten zufolge ein grosser Umbau bevor. Diesem könnten bei der Post-Tochter Hunderte Stellen zum Opfer fallen – das Institut relativiert indes.

Die Gelbe Bank greift zum Rotstift: Heute Dienstag beschliesst offenbar die Geschäftsleitung der Postfinance, netto mehrere Hundert Arbeitsplätze abzubauen. Das jedenfalls will das Schweizer Online-Portal «handelszeitung.ch» unter Berufung auf mehrere anonyme Quellen wissen.

Ein Postfinance-Sprecher relativierte gegenüber dem Portal: Die Postbank plane zwar keinen Stellenabbau, überprüfe aber die Unternehmensstrategie. «Das kann Auswirkungen auf den Personalkörper haben – die Struktur folgt bekanntlich der Strategie.»

Erträge unter Druck

Darüber will das Unternehmen die eigenen Mitarbeitenden und Gewerkschaften in diesen Tagen informieren. 2015 zählte das Unternehmen 3’571 Vollzeitstellen.

Bekanntermassen befindet sich das Institut wegen des Tiefzinsumfelds unter Druck. Postfinance-Chef Hansruedi Köng sprach auch schon von einem Anlagenotstand und klagte, das Unternehmen verliere täglich an Ertragssubstanz.

Im vergangenen Jahr erzielte die Postfinance ein Betriebsergebnis von 459 Millionen Schweizer Franken – 77 Millionen weniger als 2014. Erstmals gingen die Kundengelder zurück, im Umfang von 2,8 Milliarden Franken.

Abbau im Mutterhaus

Als Vorbote massiver Umwälzungen könnte auch der Wechsel von Armin Brun von Postfinance zur Post von letzter Woche gedeutet werden, wie weiter berichtet wurde. Er war der Stellvertreter von Köng und ist jetzt bei der Post fürs «Transformationsprogramm» zuständig.

Denn auch das Mutterhaus baut ab: Unter CEO Susanne Ruoff will die Post in den nächsten vier Jahren 600 Filialen streichen, wie kürzlich bekannt wurde. Das könnte beim Gelben Riesen bis zu 1’200 Mitarbeiter treffen, Arbeitsplätze sollen aber nicht abgebaut werden.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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