Die UBS bleibt an Barack Obamas Ohr

Erst eine Runde Golf, dann ein bisschen Basketball auf dem Pausenplatz: UBS-Banker Robert Wolf spielt seine Nähe zum amerikanischen Präsidenten aus.

Erst ging es mit Frau und Töchtern zum Lunch in Nancy's Restaurant in Oak Bluff's (wobei sich der Präsident eine Flasche «Corona» gönnte), dann weiter zum Golfspiel im Mink Meadows Golf Club: US-Präsident Barack Obama macht Ferien auf der Insel Martha's Vineyard. Und wie schon im Vorjahr vergnügt er sich dabei auch mit einem UBS-Mann.

Wie unter anderem die lokale «Martha's Vineyard Times» berichtet, spielte Obama auf dem Mink-Meadows-Green eine Runde mit Robert Wolf (rechts, in einer Aufnahme aus dem Vorjahr). Wolf präsidiert die UBS-Investmentbank in Amerika und ist Mitglied der Konzernleitung.

Im weiteren Tagesverlauf traf sich Obama nochmals mit dem UBS-Mann: Gemeinsam mit einigen anderen Freunden spielte man Basketball auf dem Gelände einer Primarschule; dies berichtet die Agentur AP.

Jamie Dimon, Brian Moynihan, Robert Wolf

Bereits vor einem Jahr hatte sich Obama mit Wolf im vertrauten Golfspiel präsentiert, damals in einer heikleren Situation: Dass sich der Präsident ausgerechnet mit einem Spitzenvertreter jener Bank zeigt, die im Steuerstreit auf der Anklagebank sass – diesen Bezug stellte damals etwa die «Washington Post» her.

Auch dieses Jahr gibt das lockere Golf von Wolf mit Obama Anlass für allerlei Verschwörungstheorien bei konservativen Bloggern (etwa hier und hier). Die enge Beziehung des Investmentbankers mit dem Politiker stammt daher, dass Wolf im Präsidentschafts-Wahlkampf zu den wichtigsten (und frühesten) Unterstützern von Obama gezählt hatte. Ein Sprecher des Weissen Hauses, Bill Burton, bezeichnete Obama und Wolf letztes Jahr schlicht als «Freunde».

Teilweise galt Jamie Dimon von JP Morgan, teilweise Brian Moynihan von der Bank of America als Obamas «Favorit» unter den Bankern. Der Feriensport auf Martha's Vineyard zeigt aber: Der Chef der UBS-Investmentbank in Amerika hat seinen Aufstieg in den inneren Kreis des Präsidenten fortgesetzt.

Sehr lange kennen sich die beiden nämlich noch nicht: Erstmals trafen sie sich im Dezember 2006 im Hotel Mandarin Oriental in New York. Bei einem Wohltätigkeits-Dinner richtete sich Robert Wolf an den damaligen Senator und überreichte ihm – wie das «Wall Street Journal» beobachtete – seine Karte mit den Worten: «Ich möchte Sie besser kennenlernen.»

Mailverkehr im Wahlkampf

Wolf war damals bereits Chairman & CEO Americas der UBS sowie Präsident der Investmentbank in den USA. Bekannt war er auch als einer der wichtigsten Geldbeschaffer der Demokraten an der Wall Street, als «bundler», der Millionen zusammenbrachte. Dies störte sich zumindest nicht mit seiner Aufgabe bei der UBS, welche unter anderem vorsah, die Beziehungen zu den Regulatoren und zu den politischen Instanzen in Washington zu verbessern.

In der letzten Präsidentschaftskampagne hatte sich Wolf als grosser fundraiser für John Kerry profiliert – jetzt, nach dem Treffen in Manhattan, stellte er sich hinter den aufstrebenden Stern aus Chicago. Er trommelte nicht nur Geld in der Finanzwelt zusammen, sondern diente Obama auch schon im Wahlkampf als beratende Stimme.

Bekannt ist zum Beispiel, dass sich Obama nach dem wichtigen Sieg in den demokratischen Vorwahlen von Maine im Februar 2008 als erstes an den Computer setzte, um die Lage per E-Mail mit Robert Wolf zu diskutieren; dann erst gab er das erste Fernsehinterview.

Wharton School, Salomon Brothers, UBS

Einen offiziellen Charakter nahm die beratende Bedeutung von Robert Wolf im Februar 2009, als der neue Präsident den UBS-Mann in sein Economic Recovery Advisory Board holte; das Wirtschaftskrisen-Gremium steht unter der Leitung von Paul Volcker.

Robert Wolf, 47, ist ursprünglich Fixed-Income-Spezialist; bevor er 2004 in den Group Executive Board der UBS aufstieg, arbeitete er als Global Head of Fixed Income. Ursprünglich hatte er an der Wharton School der University of Pennsylvania studiert und 1984 abgeschlossen. Seine ersten Erfahrungen im Bankwesen holte er sich bei Salomon Brothers. 1994 wechselte er zur UBS, wo er unter anderem von 1998 bis 2001 die Position des Global Head of Credit Trading, Research & Distribution inne hatte.

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