Carmignac Gestion: «Kupfer ist das neue Gold»

Der Goldpreis dürfte vorerst nicht weiter steigen. Kupfer sei jetzt interessanter, sagt David Field, Leiter des Rohstoff-Teams bei Carmignac Gestion.

David_Field_1Herr Field, das gelbe Edelmetall hat in den letzten Monaten die Anleger arg enttäuscht. Erleben wir nun das Ende der langen Gold-Hausse?

Seit es Anzeichen einer nachhaltigen Erholung der Weltwirtschaft gibt, sind Goldanlagen tatsächlich riskanter geworden. Der Preis für das gelbe Edelmetall dürfte vorläufig kaum weiter steigen.

Also fällt er?

Die laufende Erholung an der Börse wird vor allem von politischen Ankündigungen und Massnahmen der Politiker und Zentralbanker beeinflusst und weniger von realwirtschaftlichen Entwicklungen. Angesichts der enormen Menge an Liquidität im Finanzsystem nimmt die Inflationsgefahr in vielen Teilen der Welt zu. So besehen macht es keinen Sinn, Gold im grossen Stil zu verkaufen. Darum dürfte der Preis eher stagnieren.

Und dann?

Es gibt einige Gründe, dass das gelbe Edelmetall wieder teurer wird. Dafür sprechen zum Beispiel die anhaltenden Goldkäufe diverser Zentralbanken aus den Schwellenländern. Ich schätze, dass die weltweiten Käufe der Notenbanken im letzten Jahr rund 12 Millionen Unzen betrugen. Das ist etwa gleich viel wie 2011. Von einem nachlassenden Interesse würde ich also nicht sprechen.

Gibt es noch andere Faktoren, die eine neue Hausse einleiten könnten?

Sicherlich die lockere Geldpolitik der USA und der EU. Interessant ist auch die enorme Korrelation zwischen den weltweiten Währungsreserven der Zentralbanken und dem Goldpreis. Je höher diese sind, desto mehr steigt auch der Preis für das Edelmetall. Last but not least ist es gut möglich, dass die Bemühungen einzelner Notenbanken, etwa der Bank of Japan, ihre Währung abzuwerten, einen Einfluss auf den Goldpreis haben.

Würden Sie in diesem Jahr andere Rohstoffe gegenüber dem Gold favorisieren?

Ja, Industrie-Rohstoffe, vor allem Kupfer.

Warum?

Das Angebot ist sehr begrenzt, und China, das rund 40 Prozent des weltweit geförderten Kupfers bezieht, besitzt selber kaum eigene Vorkommen. Ausserdem wird der Markt, nimmt man politisch heikle Regionen wie den afrikanischen Kongo einmal aus, von vier grossen Kupfer-Minen in Indonesien und Chile dominiert. Diese Minen stammen aus den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts und kommen langsam in die Jahre. Das drosselt die Produktion zusätzlich und macht das geförderte Kupfer noch wertvoller.

Wofür braucht man Kupfer?

Der Rohstoff wird in vielen Bereichen benötigt, etwa in der Baubranche, in der Energieversorgung, in der Automobilindustrie oder in der Unterhaltungselektronik. Das sind alles Bereiche, die vom Wohlstandswachstum in den Schwellenländern profitieren, weil die Nachfrage nach den entsprechenden Produkten rasant zunimmt.

Wie sind Sie in Bezug auf Kupfer nun positioniert?

Carmignac Gestion hat vor allem im 4. Quartal 2012 viel Kupfer gekauft und im Rohstoff-Portefeuille den Anteil auf rund 15 Prozent erhöht.

Welche Titel empfehlen Sie?

Als besonders attraktiv erachte ich Kupferminen-Aktien von First Quantum Minerals, Hudbay Minerals, Rio Tinto und Xstrata.


David_Field_qDer Australier David Field ist Leiter des Rohstoff-Aktienteams und Fondsmanager des Carmignac Commodities. Er stiess 2005 zu Carmignac Gestion. Nach seinem Ökonomiestudium, das er 1992 abschloss, arbeitete er mehr als zehn Jahre beim BT Funds Management in Sydney, wo er unter anderem auf japanische Aktien sowie auf internationale Industrieaktien spezialisiert war.

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NEWS GANZ KURZ

State Street

Der US-Asset-Manager State Street ist in Genf zum offiziellen Research Partner des International Forum of Sovereign Wealth Funds gewählt worden. Eines der ersten Forschungsprojekte sind langfristige Anlagestrategien.

Unicredit

Unicredit steigt in den Schweizer ETF-Markt ein. Die italienische Bank emittiert zwei ETFs an SIX Swiss Exchange und übernimmt für diese auch das Market Making. Damit wächst die Zahl der ETF-Anbieter an SIX Swiss Exchange erstmals auf 22 und die Produktauswahl steigt auf einen neuen Höchststand von 1‘240 Produkten.

Swisscard

Die Kreditkarten-Tochter der Grossbank Credit Suisse emittiert weitere so genannte Asset Backed Securities (ABS) zur eigenen Refinanzierung. Die neue Transaktion im Umfang von 200 Millionen Franken besteht aus drei Tranchen mit einer Laufzeit von drei Jahren, die an der SIX kotiert werden.

Credit Suisse

Die mächtige Rating-Agentur Fitch zieht der Schweizer Grossbank Punkte ab. Das Langzeit-Bonitäts-Rating senkt die Agentur dazu um eine Stufe auf A- von bislang A gesenkt. Der Ausblick wird auf «stabil» von «positiv» revidiert. Die Rating-Abstufungen begründet Fitch mit der Anfälligkeit des Geschäftsmodells der Bank gegenüber den gestiegenen Herausforderungen an den Kapitalmärkten.

Pensionskassen

Gemäss der Pensionskassen-Studie der ZKB-Tochter Swisscanto haben die Schweizer Vorsorge-Werke im Jahr 2015 trotz höherem Risiko weniger verdient. Demnach erzielten die Pensionskassen eine Performance von durchschnittlich 1,13 Prozent (Vorjahr: 7,31 Prozent). Somit verfehlten sie nicht nur die durchschnittlich angestrebte Zielrendite von 3,9 Prozent, sondern auch die Mindestzins-Vorgabe von 1,75 Prozent deutlich. Dies trotz einer Zunahme der risikobehafteten Anlagen.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank lanciert das Login per Fingerabdruck in die GLKB Mobile Banking App. Die Sicherheit mit dem neuen Login-Verfahren bleibt laut Mitteilung unverändert hoch.

Postfinance

Die Postbank beteiligt sich mit 9 Prozent am Aktienkapital der Swiss Bankers Prepaid Services (SBPS). Postfinance arbeitet bereits seit Jahren mit der Dienstleisterin im Bereich Reisezahlungsmittel zusammen. Im Zuge des Engagements wurde Nicole Walker, Leiterin Produktmanagement Zahlungslösungen bei der Post-Tochter, in den Verwaltungsrat der SBPS gewählt.

Swiss Life

Der Schweizer Lebensversicherer weist im BVG-Geschäft eine Auschüttungs-Quote von 92,9 Prozent aus. Die Prämien in der Kollektivversicherung stiegen 2015 im Vergleich zum Vorjahr 6 Prozent auf 8,69 Milliarden Franken. Um die Leistungsversprechen langfristig zu sichern, wurden zusätzliche technische Rückstellungen von 939 Millionen Franken gebildet.

Helvetia

Die Helvetia ist in der Schweiz in der beruflichen Vorsorge 2015 mit den periodischen Prämien gewachsen, hat aber bei den Einmaleinlagen zurückhaltend neues Geschäft gezeichnet. Total ging das Prämienvolumen um 4,1 Prozent auf 2,55 Milliarden Franken zurück.

Axa Winterthur

Die Axa Winterthur hat 2015 in der Beruflichen Vorsorge (BVG) den Gewinn leicht gesteigert. Das Betriebsergebnis aus dem der Mindestquote unterstellten Geschäft nahm um 10 Millionen Franken auf 221 Millionen Franken zu. Dagegen gingen die gesamten Prämieneinnahmen aufgrund weniger Neuabschlüsse in der Vollversicherung zurück.

Luzerner KB

An der Generalversammlung der Luzerner Kantonalbank haben die Aktionäre der beantragten Ausschüttung von 11 Franken via Nennwertrückzahlung zugestimmt. Sie wählten Andreas Emmenegger neu in den Verwaltungsrat. Aufgrund der Amtszeitbeschränkung von 15 Jahren wurde Christoph Lengwiler aus dem Gremium verabschiedet.

Valiant

Die Aktionäre der Valiant Bank haben der Erhöhung der Dividende auf 3,60 Franken zugestimmt und den Zuger Othmar Stöckli in den Verwaltungsrat gewählt. Er ersetzt Franz Zeder, der nach 14 Jahren aus dem Gremium ausgeschieden ist.

Postfinance

Die Post-Tochter hat ihr Online-Trading-Angebot überarbeitet. Via die neue Benutzeroberfläche können Kunden in Echtzeit an den wichtigsten Börsenplätzen der Schweiz, Europas und Nordamerikas selbstständig Aktien, Obligationen, Fonds, ETFs und Derivate handeln, wie es hiess. Entwickelt wurde die neue Plattform von der Postfinance-Partnerin Swissquote.

Zurich

Der Versicherer Zurich Insurance hat eine nachrangige Anleihe in Höhe von 750 Millionen Euro platziert. Die Anleihe hat eine Laufzeit bis Oktober 2046 und ist erstmals im Oktober 2026 kündbar. Die Transaktion richtet sich gemäss der Mitteilung an Investoren in Europa.

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