Banktrends: Versprechen einer neuen Ära

Kennen Sie den Director of Gerontology? Oder den personalisierten Geldautomaten? Wir haben 7 neue Bankangebote herausgesucht. Zumindest eines davon will gleich die ganze Welt verändern.

Sparen, Ausleihen, Investieren, Ausgeben: Was die Menschheit mit Geld anfängt und wie Finanz- und Kreditinstitute ihr dabei als Dienstleister zur Hand gehen, hat sich über die Jahrhunderte nicht geändert.

Dank mobilen Geräten und intelligentem Datenmanagement ändert sich die Beziehung von Kunde und Bank zurzeit drastisch. Wenn man bedenkt, dass rund 5 Milliarden Smartphones auf der Welt und ihre Verbindung ins Internet den Gang an den Bankschalter, das Gespräch mit dem Kundenberater oder die Nutzung bislang teurer Transferdienstleistungen obsolet machen können, müssen die traditionellen Finanzinstitute hellhörig werden.

1. Geldtransfers in der Cloud

Das britische Unternehmen The Currency Cloud greift mit seinem Angebot die gute alte Geschäftsbeziehung Bank-Unternehmen an. Über eine einzige Plattform können Geschäftskunden Cash-Überweisungen in rund 140 Währungen überhallhin auf dem Globus tätigen, diese verfolgen und das eigene Controlling integrieren.

currency cloud

Der Cloud-Währungsdienstleister richtet sein Gebührenmodell auf die Kundenbedürfnisse aus: Flat rates für wenige Zahlungen oder für hohe Transfervolumen im Monat.

2. Einfache Direktzahlungen

Noch ein Dienstleister, der die Beziehung Bank-Unternehmen umgeht: Go Cardless bietet KMU eine einfache Infrastruktur für Direktzahlungen. Der Clou: Die API von Go Cardless lässt sich jede Website integrieren, sodass die Zahlungen online oder über Email abgewickelt werden können. Ein Reporting-System vereinfacht die Administration und ersetzt den Papierkram. Das Preismodell ist simple: Go Cardless nimmt 1 Prozent pro Transaktion.

3. Personalisierter Geldautomat

Auch Banken zeigen sich innovativ: Sie arbeiten an Geldautomaten, die weit mehr können als bloss Banknoten ausspucken. Citigroup hat beispielsweise kürzlich in New York einen Versuch mit «personalisierten» Geldautomaten gestartet, der sich Kundeneinstellungen merkt und durch dessen Menu man scrollen kann wie beim iPad (im Video eine frühere Präsentation der neuen ATM). Bank of America experimentiert mit Automaten, die eine Videoschaltung in die Bank erlauben. So lassen sich beispielsweise komplexere Transaktionen wie Kreditvereinbarungen effizienter erledigen.

 

4. Director of Gerontology

Eine weitere «Innovation» einer Bank: Merrill Lynch führt im Beratungsgeschäft neu die Position «Director of Gerontology», wie «Fox Business» kürzlich meldete. Das Innovative daran: Die Position verlangt ein tiefes Know-how über die Lebensweise und die Bedürfnisse der Generation der Babyboomer, die nun ins Rentenalter kommt. Entsprechende Beratungen für den Übergang in das Pensionsalter und auch während der Pension gelten bei Merrill Lynch aufgrund der vielfältiger gewordenen Bedürfnisse der älteren Generation als Schlüssel für eine anhaltende Kundenbeziehung.

5. Finanzvergleich für Start-ups mit Apple

Holvi ist eine Bank, die alte Zöpfe des klassischen Bankings abschneidet, mit dem Ziel, alle Dienstleistungen so einfach wie möglich zu gestalten. Dabei hat die Online-Bank sich von Grund auf neu überlegt, was ein Bankkonto eigentlich ist und wozu es dient. Holvi bietet neben neuartiger Kontoführung auch Online-Shop-Funktionalitäten, übernimmt die Abrechnungen und die Zahlungserinnerungen für Kunden. Das Institut setzt auch spielerische Elemente ein. Das neueste Tool erlaubt es Start-ups, ihre Finanzsituation mit der von Apple im Jahr 1976 zu vergleichen, dem Gründungsjahr des heute wertvollsten Unternehmens der Welt.

6. Vergleichsdienst für Firmenkonten

Auch in der Schweiz schlafen die Innovatoren nicht: Der Schweizer Online-Finanzvergleichsdienst Moneyland hat sich das Firmenkundengeschäft vorgenommen. Auf der Plattform lassen sich nun Bedingungen und Kosten für Firmen- und Geschäftskundenkonti vergleichen – egal, ob für Grosskunden, KMU, Start-ups, Non-profit-Organisationen oder auch Vereine. Moneyland setzt dabei Algorithmen ein, welche den Zinsatz aufgrund eines durchschnittlichen Kontostands berechnen. Berücksichtigt werden auch Zinseszinsen sowie die betragsabhängigen Zinslimiten und die jahresabhängigen Zinsstufen.

... und zum Schluss noch dies

Aspiration heisst ein Projekt, das laut seinem Erfinder die besten Welten aus Technologie und Finanzen zusammenbringt. Der Erfinder ist Andrei Cherny, eines der heissesten Polit-Talente der USA, Journalist, Demokrat und der jüngste Redenschreiber im Weissen Haus aller Zeiten. Der 38-Jährige will mit Aspiration diesen Frühling starten. Cherny sagt, es sei ein Projekt, welches einen neuen Zugang zu Investments biete, mit denen sowohl Geld verdient werden könne und die auch philanthropische Zwecken dienten. Alles klar? Das Video zu Aspiration dürfte dann für endgültige Klarheit sorgen.

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NEWS GANZ KURZ

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

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