Aussichten in der Finanzbranche: Bankjobs verlieren an Prestige

Vor die Wahl gestellt würden heute viele Mitarbeiter nicht mehr in die Finanzbranche einsteigen, und falls, dann am ehesten in die Rechtsabteilung oder in die IT. Nur an dritter Stelle folgt – als erster wertschöpfende Bereich – das Asset Management.

Knapp die Hälfte (49,0 Prozent) der Beschäftigten in der Schweizer Finanzbranche erwartet in den nächsten fünf Jahren sinkende Löhne und Boni. Ausserdem gehen zwei Drittel (66,2 Prozent) der Befragten davon aus, dass es bis zum Jahr 2020 weniger Stellen bei Banken und Versicherungen geben wird. Aktuell sind rund 220'000 Personen in der Finanzbranche beschäftigt.

Dies sind Erkenntnisse aus der 4. Online-Befragung über die Berufsaussichten in der Schweizer Finanzbranche. Die repräsentative Erhebung bei 539 Personen führten das Branchenportal finews.ch, die Kommunikationsagentur Communicators und das Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ durch.

Unschlüssigkeit überwiegt

Auf Grund der Ergebnisse vermuten 38,8 Prozent der Umfrageteilnehmer, dass der Prestigewert der «Finanzberufe» in den nächsten fünf Jahren sinken oder sogar drastisch sinken wird. Entsprechend sind 44,9 Prozent der Befragten unschlüssig, ob sie nochmals in die Finanzbranche einsteigen würden, 21,5 Prozent würden einen anderen Weg einschlagen.

Bemerkenswert ist auch, dass 37,5 der Umfragesteilnehmer einem Schul- oder Studienabgänger einen Einstieg in die Finanzbranche nicht mehr empfehlen würden.

Wer es trotzdem wagt, sollte gemäss Umfrage auf folgende Anforderungen Wert legen: Spezialisiertes Finanzwissen (nannten 63,5 Prozent der Befragten), juristisches Fachwissen (57,1 Prozent), permanente Weiterbildung (59,9 Prozent) sowie Networking-Fähigkeiten (56,8 Prozent). Kaum mehr gefragt ist die militärische Offiziersausbildung (2,8 Prozent).

Networking-Fähigkeiten gefragt

Die grössten Karrierechancen bieten sich gemäss Erhebung in den Rechtsabteilungen (Legal & Compliance), wie 80,9 Prozent der Umfrageteilnehmer erklärten, gefolgt von der Informatik (51,9 Prozent) – beides keine wertschöpfenden Bereiche. Erst an dritter Stelle nannten dann die Befragten das Asset Management (42,5 Prozent), deutlich vor dem Private Banking oder dem Investmentbanking.

Umgekehrt sind es die rückwärtigen Bereiche (Backoffice) sowie das Investmentbanking, wo die Karriereaussichten am schlechtesten beurteilt werden, wie 59,7 Prozent respektive 53,1 Prozent erklärten. Auch im Kleinkundengeschäft (Retailbanking) bieten sich in den nächsten fünf Jahren weniger Chancen, wie 47,9 Prozent der Befragten erklärten.

Wer erhielt einen Bonus?

Wie aus der Erhebung weiter hervorgeht, erhielten 29,5 Prozent der Befragten im vergangenen Jahr einen unveränderten Bonus; 14,8 Prozent erhielten keine entsprechende Vergütung, während 21,3 Prozent einen tieferen Bonus erhielten. In rund 40 Prozent der Fälle macht der Bonus 10 bis 25 Prozent des Jahres-Fixlohnes aus.

Insgesamt erachten nur noch 4,6 Prozent der Befragten die Berufsaussichten in der Schweizer Finanzbranche in den nächsten fünf Jahren als «sehr gut», 45,8 Prozent beurteilen sie als «intakt», während 38,96 Prozent sie als nur noch «mittelmässig» einstufen. 10,8 Prozent sind gar der Meinung, dass die Perspektiven «nicht empfehlenswert» sind.


An der Erhebung beteiligten sich 539 Personen, davon 85 Prozent Männer und 15 Prozent Frauen. Davon waren 13 Prozent zwischen 20 und 30 Jahre alt, 47 Prozent zwischen 30 und 45 Jahre alt, 37 Prozent zwischen 45 und 60 Jahre sowie 3 Prozent über 60 Jahre. 21 Prozent der Umfrageteilnehmer verfügen über einen Masterabschluss von einer Universität und ebenfalls 21 Prozent über einen Master einer Fachhochschule. Gut 20 Prozent haben eine Eidg. Höhere Fachprüfung. Die Umfrage wird jährlich wiederholt.

  • Die Ergebnisse inklusive Vorjahreszahlen stellen wir Ihnen gerne als PDF zu. Schreiben Sie eine Mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

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Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

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Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

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Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

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