Der Fast-Kollaps der Credit Suisse wirft die Frage auf, wie sicher Kundengelder bei Schweizer Banken sind.

Der Schutz der Einlagen der Sparerinnen und Sparer sei in der Schweiz gewährleistet, behauptet die Esisuisse, die Betreiberin der Einlagensicherung.

Der Bankenexperte Reto Schiltknecht zieht diese Aussage nun jedoch in Zweifel: «Ein Konkurs der Credit Suisse (CS) hätte die Schweizer Einlagensicherung mit grosser Wahrscheinlichkeit überfordert», sagt der frühere Kadermann der Finanzmarktaufsicht (Finma) in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag».

Ueli Maurer foutierte sich darum

Die Beitragspflicht der Banken beträgt heute gerade einmal 1,8 Prozent aller gesicherten Einlagen von rund 500 Milliarden Franken. «In einer ernsthaften Krise hätten wir das Geld nicht, um die Versprechen zu erfüllen», sagt Schiltknecht.

Das Schweizer System, eine Selbstregulierungsorganisation der Banken, wurde bereits vor drei Jahren vom Internationalen Währungsfonds (IWF) als untauglich kritisiert. Doch der damalige Finanzminister Ueli Maurer foutierte sich darum.

Garantie des Bundes gefordert

Schiltknecht fordert nun eine Reform, die eine Garantie des Bundes umfasst. «In einer Krise hätte man heute keine andere Wahl, als wieder zu Notrecht zu greifen.» Schiltknecht ist Anwalt und war von 2010 bis 2021 in Leitungspositionen bei der Finma tätig. Er war unter anderem zuständig für die Regulierung systemrelevanter Banken und die Einlagensicherung.

Heute arbeitet er als Senior Counsel für die Beratungsfirma Geissbühler Weber und Partner in Zürich.

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