Ein Russe als «Mr. Uber der Lüfte»

Sergey Petrossov

Auf der Strasse kreuzen Uber-Taxis mit konventionellen Anbietern die Klingen. Ein findiger Russe bietet nun einen ähnlichen Dienst für Geschäftsflüge. Mit an Bord sind prominente Investoren.

Der gefürchtete «Uber-Moment» hat die Taxibranche hierzulande fest im Griff. Auch im Banking ist immer wieder die Rede von Disruptoren, die Kundenbedürfnisse weit besser bedienen, und so traditionelle Geschäftsbeziehungen aufbrechen.

Das Geschäft mit Privatjet-Reisen ist vom Uber-Moment ebenfalls nicht mehr gefeit: Das 2013 gegründete und in Florida ansässige Startup Jetsmarter hat eine App kreiert, die Reisen mit dem Privatjet bereits für wenig Geld und geringem Buchungsaufwand anbietet.

Zu den Investoren zählen laut der britischen Zeitung «Financial Times» unter anderem die saudische Königsfamilie, Top-Manager von Goldman Sachs und von Twitter sowie der amerikanische Rapper Jay Z.

Genf im Streckenplan

Im Gegensatz zu klassischen Businessjet-Gesellschaften besitzt Jetsmarter keine eigene Flotte, sondern vermittelt je nach Verfügbarkeit Flüge in Privatjets. Denn diese sind nicht immer ausgebucht. Das amerikanische Start-up hat diese Marktlücke erkannt und kooperiert nun mit Privatflug-Unternehmen für ausgewählte Strecken in den USA. 

Das Unternehmen bietet den privaten Jet-Shuttle-Dienst auch in einzelnen europäischen Städten an, wie Jetsmarter kürzlich berichtete. Ein Flug von London nach Genf in einem 7-plätzigen Privatjet kostet 1'000 Dollar. Die Strecke London-Paris ist für 750 Dollar zu haben.

Das Unternehmen will mittelfristig seinen Dienst auf ganz Europa ausweiten, wie der 28-jährige Sergey Petrossov, Gründer und CEO von Jetsmarter, erklärt.

Teure Mitgliedschaft

Bei Vielfliegern liegen die so genannten «Empty Legs» im Trend. Das sind Leerflüge, bei denen ausser der Crew niemand an Bord ist. Allerdings kostet dieser Service 10'000 Dollar pro Jahr plus eine einmalige Einschreibegebühr von 5'000 Dollar. Dafür kostet der Leerflug nichts, egal wie viele Flüge man beansprucht.

Kritiker monieren, dass bereits einige Start-up versucht hätten, die klassische Geschäftsfliegerei neu aufzumischen. Bislang scheiterten sie alle und dies trotz teils enormen Marketing-Budgets.

Der wohl prominenteste Fall ist Black Jet. Das 2012 in Florida gegründete Start-up musste kürzlich das Grounding verkünden. Mit an Bord sass Garret Camp, Mitgründer des Online-Fahrdienstanbieters Uber. Sein Ziel: Ein Uber für Jets. Das Vorhaben misslang, weil die kritische Masse an Reisenden nicht erreicht werden konnte.

In neuen Monaten in die Gewinnzone fliegen

Ungeachtet dessen gibt sich Jetsmarter-Gründer Petrossov kämpferisch. Das Europageschäft soll innert neun Monaten in die Gewinnzone fliegen und demnächst werden Transatlantik-Verbindungen aufgenommen, so der Russe.

Offenbar fliessen auch die Einnahmen: Kürzlich habe ein asiatischer Milliardär eine Boeing 767 für 1,6 Millionen Dollar über die App gebucht – für einen Round-Trip von Hongkong nach Paris.

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