Zuger Kantonalbank zahlt nach Rekordjahr mehr Dividende
«Ich freue mich, dass wir in einem anspruchsvollen Umfeld ein starkes operatives Ergebnis erzielen und unseren Wachstumskurs erfolgreich fortsetzen konnten. Der Geschäftsertrag steigt um 4,3 Prozent auf 328,5 Millionen Franken, getragen von einer deutlichen Zunahme der indifferenten Erträge. Diese erfreuliche Entwicklung ist das Resultat eines gezielten Ausbaus des Vermögensverwaltungsgeschäfts», kommentiert Hanspeter Rhyner, CEO der Zuger Kantonalbank, das Geschäftsjahr 2025 an der Medienkonferenz.
Rhyner präsentierte die Rekordzahlen auf den Tag genau fünf Jahre nach seinem Start als neuer Firmenchef. Auf die Frage, was ihn am Abschluss am meisten gefreut hat, spricht er vom Aktienkurs der Bank, der in den vergangenen vier Jahren um 32 Prozent gestiegen sei und dies «ohne grosse Sprünge». Im kurzen Rückblick verwies Rhyner unter anderem auch auf den Geschäftserfolg, der seit 2021 um 37 Prozent gewachsen sei.
Zinsmarge belastet
Der Bruttozinsertrag reduziert sich 2025 um 0,1 Prozent auf insgesamt 212,5 Millionen Franken. Hauptursache hierfür waren die rückläufigen Zinserträge aus dem Kreditgeschäft, die im anhaltend tiefen Zinsumfeld weiter unter Druck stehen.
Zusätzlich belastet die Senkung des Leitzinses auf 0 Prozent durch die Schweizerische Nationalbank im Juni 2025 die Zinsmarge auf der Passivseite spürbar. Trotz dieser negativen Einflüsse ermöglichen einmalige Sondereffekte in der Höhe von 16,4 Millionen Franken, den Zinserfolg insgesamt auf dem Niveau des Vorjahrs zu halten.
Weniger Kredite
Das Kreditvolumen sank laut Bank um 0,3 Milliarden auf 15,3 Milliarden Franken. Zwar habe man neue Hypotheken im Umfang von 1,8 Milliarden Franken abgeschlossen, erläuterte Finanzchef Andreas Janett, doch seien 2,1 Milliarden Franken amortisiert worden.
«Wir haben bei margenschwachen institutionellen Immobilieninvestoren bewusst reduziert und setzen noch stärker auf die Finanzierung von Eigenheimen», erklärt der CFO. Die Nachfrage im Kanton sei nach wie vor hoch und das Angebot begrenzt, so dass man weiterhin moderat steigende Preise erwarte.
Viel mehr Neugelder
Im Jahr 2025 steigert die Zuger Kantonalbank ihren Erfolg im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft um 5,4 Prozent auf 91,6 Millionen Franken. Dieses Wachstum sei vor allem dem Anstieg der Kommissionserträge aus dem Wertschriften- und Anlagegeschäft zu verdanken, heisst es dazu. Besonders das Vermögensverwaltungsgeschäft trägt dazu bei und verzeichnet gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 12,3 Prozent.
Zum Jahresende beliefen sich die Kundenvermögen auf 29,4 Milliarden Franken, was einem Anstieg von 6,6 Prozent entspricht. Auffällig ist der «Netto-Zufluss» bei den Kundenvermögen. Er lag 2025 bei 663 Millionen Franken, das ist mehr als doppelt so viel wie noch im Jahr davor. «Damit waren wir damals sicher nicht glücklich, nun zeigen unsere vielen Aktivitäten Wirkung», erläutert der CEO auf eine entsprechende Frage.
Kosten steigen langsamer
Nach «einer Phase gezielter Investitionen in Wachstums- und Innovationsprojekte» hat sich das Kostenwachstum 2025 wie geplant abgeflacht. Der Geschäftsaufwand beträgt 145,4 Millionen Franken und liegt damit um 3,1 Prozent über dem Vorjahr.
Der Personalaufwand stieg noch um 2,3 Prozent auf 93,7 Millionen Franken, ein Jahr davor war das Plus noch bei über 8 Prozent. Der Sachaufwand erhöht sich um 5,0 Prozent auf 48,5 Millionen Franken. Besonders die Kosten für Drittleistungen nehmen aufgrund des höheren Geschäftsvolumens und aufgrund von Preissteigerungen zu. Als Folge des höheren Geschäftsaufwands steigt das Kosten-Ertrags-Verhältnis im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 Prozentpunkte auf 43,9 Prozent. «Damit sind wir im Quervergleich sehr zufrieden und das Verhältnis könnte künftig auch wieder höher sein», erläuterte der Finanzchef.
Höheres Jahresergebnis
Der Geschäftserfolg stieg um 6,7 Prozent auf 151,7 Millionen Franken. In der Folge ergibt sich ein «erfreulicher Konzerngewinn» in der Höhe von 131,1 Millionen Franken; dies entspricht einem Plus von 7,1 Prozent. Die Eigenkapitalquote steigt von 19,8 Prozent im Vorjahr auf 23,3 Prozent und übertrifft die aktuelle Eigenmittelanforderung von 13,6 Prozent signifikant.
Die Aktie der Zuger Kantonalbank notiert per Ende 2025 bei 8’840 Franken. Im Jahresvergleich entspricht dies einem Kursanstieg von 7,3 Prozent. Wegen der erfreuliche Ertragsentwicklung und der hohen Eigenmittelbasis der Bank sollen der Kanton Zug mit seiner knappen Mehrheit und die übrigen Aktionäre nun auch direkt profitieren.
Guter Steuerzahler für Gemeinden, Kanton und Bund
Der Bankrat beantragt der Generalversammlung vom 9. Mai 2026 eine Erhöhung der Dividende um 10 Franken auf 230 Franken pro Aktie. Damit bekommt der Kanton Zug 33,2 Millionen Franken als Ausschüttung und 3,2 Millionen Franken für die Staatsgarantie. Interessantes Detail: Laut eigenen Angaben zahlt die Zuger Kantonalbank knapp 8 Millionen Gemeinde- und Kantonssteuern in Zug, dazu kommen noch gut 10 Millionen Franken an Bundessteuern.
«Wir sind hier eine Art Musterschüler, laut Avenir Suisse sind 15 Kantonalbanken von der direkten Bundessteuer befreit, und 10 dieser Institute zahlen auch auf Kantons- und Gemeindeebene keine Steuern.»
Ausblick: Weniger Gewinn
Die Ertragsbasis der Zuger Kantonalbank sei breit abgestützt und die Kapitalisierung solide, heisst es zum Ausblick. Das wirtschaftliche Umfeld im Kanton Zug bleibe positiv, auch wenn weltweit Unsicherheiten bestünden.
Die Zuger Kantonalbank legt in ihrer neuen Strategie den Fokus auf ihre Rolle als Premium Partner im Wealth Management und strebt eine höhere Effizienz an. Aufgrund der Sondereffekte im Jahr 2025 und des geänderten Zinsumfelds erwarten die Verantwortlichen allerdings für 2026 tiefere Zinserträge und somit ein niedrigeres Ergebnis als im Vorjahr.














