Das Mini-Comeback des Schweizer Rotweins
«Schweizerinnen und Schweizer haben im vergangenen Jahr erneut weniger Wein getrunken. Davon profitiert hat der Schweizer Wein, dessen Konsum wiederum um 2,3 Prozent zunahm», heisst es etwas «unlogisch» in einem aktuellen Agenturbericht. Das Bundesamt für Landwirtschaft selber schreibt in seiner Mitteilung: «Schweizer Weine behaupten sich bei rückläufigem Weinkonsum».
So lohnt sich ein Blick in die detaillierte Statistik des Bundesamtes und ein Blick zurück. 2015 wurden in der Schweiz insgesamt 262 Millionen Liter Wein konsumiert, trotz stark steigender Bevölkerung waren es zehn Jahre später «nur» noch 211,2 Millionen Liter. Die Schweizer Produzenten verkauften 2015 noch knapp 100 Millionen Liter, dann fiel der Absatz der hiesigen Produktion bis 2024 auf noch etwa 77 Millionen Liter Wein.
2024 war ein eigentliches «Horror-Jahr» für die Branche: Der Verkauf von Schweizer Weinen sank gleich um 16 Prozent, beim Schweizer Roten waren es sogar mehr als 20 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Gesamtkonsum sank 2024 mit knapp 8 Prozent rasant. Für das abgelaufene Jahr sind es nach den jüngsten Zahlen offiziell nochmals 3,3 Prozent weniger.
Nochmals weniger Rotwein
Insbesondere der Konsum von Rotwein ging um 5,5 Prozent zurück, während der Absatz beim Weissen noch leicht um ein halbes Prozent zunahm. Im Gegensatz zum Vorjahr «traf» es offenbar vor allem die Flaschen aus dem Ausland. Der Konsum von ausländischen Weinen sank gegenüber dem Vorjahr um 6,4 Prozent auf 132 Millionen Liter.
Gegen den Trend gab es also ein «Mini-Comeback» beim Schweizer Roten. Hier stiegen die Verkäufe um 4,1 Prozent, während der Absatz beim Weissen mit ebenfalls 40 Millionen Liter gegenüber dem Vorjahr stabil blieb. Das macht zusammen ein kleines Plus von 2,3 Prozent gegenüber 2024. Die Preise sein mit -0,6 Prozent verhältnismässig stabil geblieben.
Der Marktanteil von Schweizer Wein stieg damit auf 37,5 Prozent. Das sind zwei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Interessantes Detail: Laut offiziellen Zahlen kommt der österreichische Wein in seinem Heimmarkt auf eindrückliche 70 Prozent Anteil.
Trend hält sich
Der langfristige, internationale Trend spricht aber eher gegen die aufwändige Herstellung auf teuren Schweizer Böden. Der weltweite Weinkonsum ist laut dem Report Global Wine Trends weiterhin rückläufig: Das Volumen sei seit 2017 mit einer durchschnittlichen jährlichen Rate von 2,7 Prozent gesunken. Laut einer Zusammenstellung von «The Economist» trinken die Franzosen aktuell bloss noch etwa halb so viel Wein wie in den 1970er-Jahren. In Grossbritannien sei der Weinkonsum pro Kopf seit dem Jahr 2000 um 14 Prozent gesunken. In China, das vor einem Jahrzehnt noch ein wichtiger Wachstumstreiber war, sei der Weinkonsum inzwischen eingebrochen.















