Verbriefte Wertpapiere & CLOs: Stabil & Divers
Geopolitisches Rauschen ausblenden
Die Märkte für verbriefte Anlagen sind mit Resilienz in ein volatiles Jahr gestartet. Vor dem Hintergrund erhöhter geopolitischer Unsicherheit, wechselnder Zinserwartungen sowie idiosynkratischer Belastungsfaktoren blieb die Neubewertung der Spreads in den verbrieften Segmenten geordnet. Dies ist auf eine starke Investorennachfrage und unterstützende technische Faktoren zurückzuführen.
In einem solchen Umfeld treten die zentralen Vorteile verbriefter Anlagen – Diversifizierung, struktureller Schutz und aktives Risikomanagement – besonders deutlich hervor. Verbriefte Anlagen sind tendenziell weniger anfällig für geopolitische Schocks. Zudem wird ihre Wertentwicklung stärker von der Leistung der zugrunde liegenden Konsumenten und Sicherheiten beeinflusst. Diese Abgrenzung hat zuletzt dabei geholfen, Drawdowns zu begrenzen und die Volatilität in den Märkten für verbriefte Anlagen zu dämpfen – im Gegensatz zu den deutlich stärkeren Ausschlägen in den breiteren Risikomärkten.
Software-Exposure: Überschaubar, nicht systemisch
Diese breite Streuung hat dabei geholfen, Portfolios gegen starke Drawdowns einzelner Sektoren zu wappnen – einschliesslich der jüngsten Schwäche in Teilen des Softwaremarkts. In Europa schätzen wir, dass rund 10 Prozent des investierbaren Universums an Collateralised Loan Obligations (CLOs) in irgendeiner Form ein Software-Exposure aufweisen. Entscheidend ist jedoch: Nur etwa 4 Prozent entfallen auf die Teilsegmente, die die grössten Sorgen ausgelöst haben.1
Diese Differenzierung ist wichtig. CLO-Manager, die den Kreditpool aktiv steuern, sind nicht wahllos einem einzelnen Thema ausgesetzt. Vielmehr unterscheiden sich die Exposures je nach Strategie und Mandat teils erheblich. Der aktive Dialog mit den Managern hat ergeben, dass es klare Rahmenwerke gibt, die festlegen, welche Positionen mit welchem Ziel gehalten werden und wie Abwärtsrisiken begrenzt werden sollen. Insgesamt hat sich das Software-Exposure als beherrschbar erwiesen.
Rechenzentren: strukturelle Nachfrage durch den KI-Superzyklus, defensive Cashflows
Hinsichtlich der Chancen durch KI entwickeln sich Rechenzentren zu einem eigenständigen und zunehmend relevanten Exposure innerhalb verbriefter Märkte. Die Nachfrage steigt, angetrieben von langfristigen strukturellen Faktoren wie der Cloud-Adoption, KI-Workloads und der Enterprise-Digitalisierung, aber auch von kurzfristigem konjunkturellen Wachstum. Für Anleger in verbriefte Anlagen zeichnen sich diese Vermögenswerte durch lange vertragliche Mietlaufzeiten von zehn bis 15 Jahren, eine hohe Qualität der Mieter und gut planbare Cashflows aus. Letztere reichen häufig über die kürzere Laufzeit der Anleihen hinaus.
Auch die Risikoprofile unterscheiden sich deutlich von jenen klassischer Immobilien.In der Regel ist das Operating Risk begrenzt. Die Mieter tragen die nicht operativen Risiken in Bezug auf Energie, Equipment und Fit-out-Kosten, während die Leasing-Strukturen robuste Schutzmechanismen, insbesondere in Bezug auf Break-Optionen, enthalten. In Europa bleibt das Emissionsvolumen relativ gering und ist stärker auf qualitativ hochwertige Sponsoren und Assets ausgerichtet. Rechenzentren bieten einen attraktiven «Relative Value» und potenziell stabile Erträge, wie sie für verbriefte Anlagen typisch sind.
Geordnete Neubewertung – getragen von starken technischen Faktoren
Die technischen Marktbedingungen gingen 2026 aus einer soliden Ausgangslage ins Jahr, was sich im Februar rund um die Konferenz der Structured Finance Association (SFA) in Las Vegas zeigte. Zwar weiteten sich die Spreads aus, doch die Bewegungen blieben moderat und geordnet. Seither hat die Emissionstätigkeit nachgelassen, sodass sich Angebot und Nachfrage neu ausbalancieren konnten. Die Spreads kehrten weitgehend auf das Niveau vor der SFA-Konferenz zurück. Dies belegt, dass der Markt Volatilität ohne Störungen absorbieren kann.
1 Quelle: Schätzungen von Janus Henderson Investors, Stand: 10. April 2026.











