Selbständig statt Bär & Karrer: Neue KI-Maschine für Due Diligence im M&A
Die juristische Prüfung vor einer Firmenübernahme frisst Zeit und Ressourcen: In der Regel wird das gesamte juristische Setup des Übernahmekandidaten inklusive externer Vertragsbeziehungen durchleuchtet.
Genau hier setzt Fusewise an. Das Ende 2025 gegründete Unternehmen hat eine KI-Lösung entwickelt, die den Datenraum einer Transaktion in einem Durchgang analysiert und dabei die kritischen Punkte in einem Red-Flag-Bericht zusammenfasst.
Hinter der Firma steht mit Luzius Bill ein Jurist, der sein Handwerk von der Pike auf gelernt hat. Bill war als Rechtsanwalt bei Bär & Karrer tätig und hat sich das M&A-Wissen über Jahre angeeignet. Diese juristische Kredibilität ist das Fundament des Produkts.
Standardisierte Arbeit für die Maschine
«Juristische Due Diligence im M&A ist ein relativ stark standardisierter Prozess, der sich hervorragend für eine KI-Lösung eignet», sagt Bill im Gespräch mit finews. Wo heute Dokument um Dokument von Hand geprüft wird, soll die Software die immer wiederkehrende Fleissarbeit übernehmen.
Im System hinterlegt ist spezifisch schweizerisches juristisches Knowhow, aufgebaut auf von Schweizer Anwältinnen und Anwälten verfassten M&A-Logikbäumen. Mehrere KI-Agenten prüfen jeden Befund gegenseitig, jede Aussage lässt sich auf die Quelle im Dokument zurückverfolgen. Die Daten bleiben dabei in der Schweiz.
Bewusst auf das Recht fokussiert
«Wir haben uns bewusst entschieden, das Produkt auf die juristische Due Diligence zu konzentrieren», so Bill. Denkbar wäre eine ähnliche KI-Lösung natürlich auch für die finanzielle Prüfung – vorerst aber bleibt es beim Recht.
Fusewise richtet sich primär an Juristinnen und Juristen. «Wir sind ein Werkzeug, das es M&A-Experten ermöglicht, ihre Legal Due Diligence zu verbessern und zu beschleunigen», sagt Bill.
Drei Disziplinen, ein Team
Zum Gründungsteam gehören neben Bill zwei weitere Köpfe. Felix Schöneseiffen, mehr als sieben Jahre im Transaktionsgeschäft von Roland Berger sowie im PE- und VC-Umfeld, verantwortet als Co-CEO das Kommerzielle. Kay Wacker, Ingenieur mit ETH-Abschluss und Stationen bei Siemens und der Deutschen Telekom, führt als CTO die Technik.
Damit vereint das junge Unternehmen Recht, M&A und KI-Engineering unter einem Dach und positioniert sich pionierhaft in einer geografischen und inhaltlichen Nische, die für die grossen internationalen Wettbewerber nur schwer zugänglich ist.













