Prominenter US-Vermögensverwalter setzt auf Zürich als Sprungbrett

Die Schweiz entwickelt sich zu einem zentralen Pfeiler der internationalen Expansionsstrategie von Calamos Investments. CEO John Koudounis besuchte unlängst Zürich, um bestehende Beziehungen zu vertiefen und den Grundstein für einen breiteren Vorstoss in die Schweiz und den europäischen Markt zu legen. Unterstützt wird die Expansion durch eine wachsende Palette an Anlagelösungen für institutionelle Investoren und Wealth-Management-Kunden weltweit.

Während seines Aufenthalts nahm Koudounis gemeinsam mit Donald Trump Jr. an einer Diskussion über die Zukunft von Kryptowährungen, Stablecoins und der Blockchain-Technologie sowie deren Auswirkungen auf das globale Finanzsystem teil –, finews berichtete über den Zürich-Auftritt von Donald Trump Jr.

Beide vertreten die Ansicht, dass digitale Vermögenswerte die Finanzindustrie grundlegend verändern werden. Das traditionelle Swift-System ist in ihren Augen überholt und zunehmend anfällig für Disruptionen.

Die Schweiz als Tor zum europäischen Wachstum

Im Gespräch mit finews erklärt Koudounis, weshalb die Schweiz im Zentrum der europäischen Ambitionen von Calamos steht. Für das Unternehmen, das die verwalteten Vermögen unter seiner Führung auf mehr als 50 Milliarden Dollar verdreifacht hat, führt die nächste Wachstumsphase direkt über Zürich.

«Die Schweiz hat die Chancen früh erkannt und die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen», sagt er. «Deshalb gehört das Land heute zu den führenden Standorten für digitale Vermögenswerte – und deshalb ist es für uns von so grosser Bedeutung.»

Koudounis bezeichnet Zürich als einen der führenden Finanzplätze der Welt und lobt das ausgesprochen wirtschaftsfreundliche Umfeld. Calamos betracht die Schweiz nicht nur als Markt, sondern als strategische Basis, um Beziehungen in ganz Europa aufzubauen und auszubauen.

Lob für die UBS-Spitze

Zu den Beziehungen, die Koudounis in Zürich vertiefte, gehört die langjährige Partnerschaft mit UBS. Sie zählt zu den wichtigsten Bankbeziehungen von Calamos weltweit. Die Zusammenarbeit umfasst bereits Handelsdienstleistungen, Bankgeschäfte sowie den Vertrieb von Anlageprodukten über die Vermögensverwaltungsplattform der UBS. Deren Kundenberater bieten ihren Kunden eine Reihe von Calamos-Produkten an.

Im Rahmen seines Besuchs traf sich Koudounis mit führenden UBS-Managern, um über zusätzliche Produktmöglichkeiten und potenzielle Felder einer vertieften Zusammenarbeit zu sprechen. 

«Es ist eine fantastische Partnerschaft», sagte er. Calamos wolle diese Zusammenarbeit weiter ausbauen, während neue Produkte für den europäischen Markt eingeführt werden.

Auch zur regulatorischen Debatte rund um UBS nach der Übernahme der Credit Suisse äussert sich Koudounis. Er zeigt Verständnis für die Komplexität der Integration und die damit verbundenen Herausforderungen. Klare Regeln seien wichtig, übermässige Regulierung könne jedoch Innovation und Wachstum bremsen. Gleichzeitig zeigt er sich überzeugt von der Führung von Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher und Konzernchef Sergio Ermotti. «Sie leisten hervorragende Arbeit.»

Die Schweiz führt bei digitalen Vermögenswerten

Koudounis sieht die Schweiz auch künftig in einer Vorreiterrolle bei digitalen Vermögenswerten. Genau darin liege ein wesentlicher Grund für das verstärkte Engagement von Calamos im hiesigen Markt. Während viele Banken in Europa weiterhin eher traditionell aufgestellt seien, werde sich die Branche seiner Ansicht nach schrittweise in Richtung einer breiteren Akzeptanz digitaler Vermögenswerte bewegen. Die Schweiz sei dieser Entwicklung bereits voraus.

«Wir haben unsere Bankpartner stets dazu ermutigt, in diesem Bereich noch aktiver zu werden», sagt er. Dies entspreche auch der eigenen Überzeugung von Calamos in Bezug auf die Anlageklasse. Das Unternehmen brachte jüngst nach eigenen Angaben die weltweit erste Familie von Bitcoin-ETFs mit integriertem Kapitalschutz auf den Markt.

Koudounis erwartet, dass Kryptowährungen und Blockchain-basierte Anwendungen langfristig weltweit breite Akzeptanz finden werden. Unterschiede zwischen den Ländern werde es vor allem beim Tempo der Umsetzung geben, nicht jedoch bei der grundsätzlichen Richtung der Entwicklung.

Institutionelle Strategien für ein breiteres Publikum

Im Zentrum der Europa-Strategie von Calamos steht dieselbe Idee, die bereits das Wachstum im Heimatmarkt angetrieben hat: institutionelle Anlagelösungen einer breiteren Investorengruppe zugänglich zu machen.

«Viele Jahre lang standen diese Strategien ausschliesslich institutionellen Investoren und Staatsfonds offen. Heute können auch Privatanleger mit vergleichsweise bescheidenen Anlagebeträgen auf dieselben Chancen zugreifen», sagt Koudounis.

Die neuen Produkte des Unternehmens – von Private Credit über den Zugang zu Private Equity bis hin zu geschützten Strategien im Bereich digitaler Vermögenswerte – werden gezielt für europäische Investoren entwickelt. Die Schweiz mit ihrer hohen Konzentration an Wealth-Management-Kompetenz, internationalem Kapital und einem fortschrittlichen regulatorischen Umfeld soll dabei als zentraler Standort für die weitere Expansion dienen.