Carsten K. Rath: «Dieses Hotel ist ein Herzensprojekt am Ende der Welt»
Beim Rundgang mit Guest Service Manager Santiago Ocariz wird deutlich: Das «Arakur Ushuaia» folgt keinem anonymen Konzern-Protokoll, sondern einer sehr persönlichen Philosophie. Ocares ist hier weit mehr als ein Koordinator – er ist leidenschaftlicher Botschafter des Hauses.

Empfang mit Charakter: Die Lobby ist das pulsierende Herzstück, in dem die Vision der Eigentümerfamilie spürbar wird. (Bild: Arakur Ushuaia)
Santiago Ocares führt mich durch die weitläufige Lobby. Seit elf Jahren behauptet sich das Haus als stolzes Mitglied der «Leading Hotels of the World». Ocares erklärt mir, wie sie das Haus mit Leben füllen: Im Sommer kommen die internationale Expeditions-Gäste, die kurz vor dem Aufbruch ins ewige Eis stehen. In den Wintermonaten verwandelt sich das «Arakur Ushuaia» in einen exklusiven Hotspot für den brasilianischen Jetset, der die unmittelbare Nähe zu den Skipisten schätzt.
Die Junior Suites bestechen durch eine haptische Echtheit, die den Gast sofort erdet. (Bild: Aarakur Ushuaia)
Nachhaltigkeit aus Überzeugung
Das Haus ist eingebettet in das 100 Hektar grosse Naturreservat Cerro Alarkén. Die Architektur scheint förmlich aus dem Berg zu wachsen. Das Wasser für das spektakuläre Spa-Areal wird aus Schmelz- und Regenwasser gewonnen und verantwortungsvoll aufbereitet. Santiago zeigt mir die Technik mit einem Stolz, den man in grossen Hotelketten selten findet. Hier ist Nachhaltigkeit kein modisches Etikett für den Geschäftsbericht, sondern ehrlicher Respekt vor der unberührten Natur Feuerlands.
Bad mit Aussicht – auch nach innen: die offene Gestaltung schafft ein luxuriöses Raumgefühl. (Bild: Arakur Ushuaia)
Zimmerdesign: Wo der Stein die Geschichte erzählt
Das Design der Zimmer spricht eine klare Sprache: Hier wurde nicht einfach nur eingerichtet, hier wurde kuratiert. Lokale Materialien wie das warme, patagonische Lenga-Holz und massive Steine aus der Region lassen das Interieur wie eine Fortsetzung der Wildnis wirken. Es ist die haptische Echtheit, die mich erdet. Wenn ich durch die bodentiefen Fenster auf das Ende der Welt blicke, fühle ich mich nicht wie ein zahlender Gast, sondern wie ein privilegierter Beobachter von Urgewalten.

Dinner am Abgrund: Die Fensterplätze im «La Cravia» bieten die perfekte Bühne für Königskrabbe und patagonisches Lamm. (Bild: Arakur Ushuaia)
Kulinarisch findet die lokale Verwurzelung im «La Cravia» ihre Vollendung. Für mich ist es einer dieser seltenen Momente, in denen die Gastronomie die Geografie des Ortes perfekt übersetzt. Ob die fangfrische, riesige Centolla, die Königskrabbe, das über offenem Feuer traditionell zubereitete patagonische Lamm oder ein Rinderfilet in Malbec-Sauce - hier bringt der Küchenchef die raue Seele Feuerlands auf den Teller. Die Kulinarik des Hauses würde perfekt ins Ranking der «101 Luxury Culinary Hotels» passen.

Unterwasserklänge und sanftes Licht verwandeln die Whirlpools im Innenbereich in eine Oase der Entspannung. (Bild: Arakur Ushuaia)
Magie im Pool und am Kamin
Der Spa-Bereich ist für mich der Ort, an dem die Magie des Arakur am greifbarsten wird. Im Infinity-Pool über den Lichtern Ushuaias zu schweben, während unter Wasser sphärische Klänge den Körper in Trance versetzen, ist ein Erlebnis, das in seiner Intensität konkurrenzlos ist. Ich finde eine tiefe Ruhe, die weit über den Moment hinaus wirkt.

Über den Dächern der Stadt: Im Aussen-Whirlpool scheint man über dem Beagle-Kanal und Feuerland zu schweben. (Bild: Arakur Ushuaia)
Später, bei einem tiefvioletten Malbec am offenen Kamin. Santiago erzählt mir von der Transformation des Hauses – vom kühnen Plan zum unverzichtbaren Partner für globale Expeditionen. Das «Arakur Ushuaia» ist weit mehr als eine Luxusunterkunft. Es ist ein Paradebeispiel dafür, wie wahre Gastfreundschaft in peripheren Regionen als Ankerpunkt fungieren kann. Es ist ein Ort des Erlebniskonsums im besten Sinne, getragen von menschlicher Wärme und ökologischer Weitsicht.
Als früherer Grandhotelier und Betreiber des Rankings «Die 101 besten Hotels» ist Carsten K. Rath Globetrotter von Berufs wegen. Sämtliche Hotels, über die er für finews.ch schreibt, bereist er auf eigene Rechnung.
Rath ist zudem Autor. Jüngst ist vom ihm erschienen: «Die 101 besten Hotels Deutschland».













