Carsten K. Rath: «Dieses Hotel zelebriert alpine Ruhe»
Statt auf bayerischem Barock oder Alpenkitsch setzt das «Achental» auf Materialien, die eine fast schon aristokratische Ruhe ausstrahlen: Altholz, Naturstein und Loden, verarbeitet mit einer handwerklichen Akribie, die heute selten ist. Die klaren Linien meines Zimmers wirken beruhigend unaufgeregt. Das Haus ist ein echtes bayerisches Juwel mit grossen, lichtdurchfluteten Zimmern und Suiten. Die Weitläufigkeit des Aussenbereichs setzt sich innen fort.
Die öffentlichen Räume, Kaminzimmer, Bibliothek, Lounges - die gestalterische Disziplin zieht ein Klientel an, das Diskretion schätzt. «Dieser ‚Old Money Style‘ schafft zwischen Chiemsee und Kampenwand eine wohltuende, fast schützende Abgeschiedenheit, wie man sie in dieser Qualität nur selten findet.»

Altholzwände und Lodenstoffe im «Old Money Style» schaffen jene diskrete, aristokratische Ruhe, die anspruchsvolle Gäste zur Regeneration suchen. (Bild: Das Achental)

Unter freigelegten Dachbalken verschmelzen Schlaf-, Wohn- und Arbeitsbereich nahtlos – ein Layout, das Freiraum für Gedanken und Regeneration bietet. (Bild: Das Achental)
Das «Green» als Ort der Begegnung
Die ultimative Entspannung finden viele Gäste unter freiem Himmel. Der hauseigene 18-Loch PGA Premium Course gilt als einer der schönsten Plätze Süddeutschlands. Auf den perfekt gepflegten Fairways lässt es sich hervorragend abschalten – oder in entspannter Atmosphäre über neue Ideen philosophieren. Ein Birdie am Fusse der Alpen ist oft der beste Auftakt für ein Gespräch, das später bei einem exzellenten Wein an der Bar vertieft wird.

Strategie auf dem Green: Der PGA-Course bietet vor der Alpenkulisse den idealen Rahmen für sportliche Herausforderung und diskretes Networking. (Bild: Das Achental)
Regeneration auf 2'000 Quadratmetern
Wer die kognitive Dauerbelastung des Berufsalltags hinter sich lassen will, findet im Achental Spa die notwendige Zäsur. Herausragend ist das Zusammenspiel von Licht und Naturmaterialien: Grosszügige Glasfronten holen die Chiemgauer Bergwelt direkt an den Infinity-Pool, Zirbenholz und Schiefer sorgen für meditative Erdung. Die Saunalandschaft und die exklusiven Treatment-Suiten bieten gestressten Zeitgenossen eine störungsfreie Zone für Tiefenregeneration - ein Rückzugsort, der den «Quiet Luxury»-Gedanken architektonisch vollendet.

Architektonische Zäsur: Der Indoor-Pool im Achental setzt mit viel Zirbenholz und Tageslicht Massstäbe für regenerative Entschleunigung jenseits der kognitiven Dauerbelastung. (Bild: Das Achental)
Zu Gast bei Edip Sigl
Es gibt Momente, in denen sich die Spreu vom Weizen trennt – in der Analyse eines Investments ebenso wie in der Spitzengastronomie. Ich stehe in der Küche des «es:senz» bei Edip Sigl, dem Dreisterne-Koch des Hauses, während er mit der Präzision eines Chirurgen ein Stück bayerisches Wagyu-Rind filetiert. Sigl setzt für dieses Fleisch auf Züchter aus der direkten Nachbarschaft.
Sein Vertrauen in das Produkt ist tief: Er kennt die Weiden, die Tiere und die Menschen dahinter. Ob Renke vom Chiemsee oder handgetauchte Jakobsmuschel: Für Sigl ist das Ausgangsprodukt das eigentliche Kapital.
Seine Saucen, an denen er oft tagelang arbeitet, sind Konzentrate purer Leidenschaft – eine kulinarische Verdichtung, die ohne Show-Effekte auskommt und stattdessen durch puren Geschmack überzeugt. Sigl hat das seltene Talent, die Seele der Chiemgauer Alpen auf den Teller zu bringen, ohne dabei in folkloristische Kitsch-Fallen zu tappen.
Begeistert bin ich auch vom Frühstück. Sechs Lachs- und acht Schinkensorten, frische Beeren und Obst der Saison sind liebevoll zusammengestellt. Das hauseigene Restaurant «Weisser Hirsch» bezieht den Honig für das tägliche Frühstücksbuffet von der eigenen Imkerei.

Im Drei-Sterne-Restaurant es:senz dechiffriert Edip Sigl die Alpenküche mit jener Präzision, die versierte Geniesser als «Gourmet-Rendite» schätzen. (Bild: Das Achental)
Gleich neben Sigls Wirkungsstätte lagern in der Vinothek grosse Namen aus der Bordeaux-Welt, aber auch handverlesene Raritäten aus kleinen, visionären Weingütern. Die Besonderheit liegt in der kuratierten Tiefe: In intimer Atmosphäre erlebe ich eine Vertikalverkostung, die mir neue Perspektiven eröffnet - eine sensorische Zeitreise, die den Reifegrad einer exzellenten Lage bis in feinste Nuancen dechiffriert.

In der hauseigenen Vinothek lagern grosse Namen und handverlesene Raritäten, die Genuss und Zeitgeist vereinen. (Bild: Das Achental)
Vom Chiemgau bis zum See: Eine preisgekrönte Vision
Dieter Müller und Ursula Schelle-Müller ist es mit Weitblick und unternehmerischer Konsequenz gelungen, das Achental zu einem Hideaway par excellence auszubauen. Seit Anfang 2025 schlägt das Resort im benachbarten Übersee mit dem Chiemgauhof Lakeside Retreat ein neues, spektakuläres Kapitel auf. Für die Gäste des Achentals bedeutet dieses Schwesterhotel eine signifikante Portfolio-Erweiterung.
Die Strategie trägt Früchte: Nachdem das Haus bereits 2025 Gastgeber der «101 besten Hotels Deutschlands» war, belegt es aktuell in der Kategorie «101 Luxury Golf Resort of the Year 2026» Platz drei. Das Achental ist endgültig in der Champions League der europäischen Hospitality angekommen.
Als früherer Grandhotelier und Betreiber des Rankings «Die 101 besten Hotels» ist Carsten K. Rath Globetrotter von Berufs wegen. Sämtliche Hotels, über die er schreibt, bereist er auf eigene Rechnung.
Rath ist zudem Autor. Jüngst ist vom ihm erschienen: «Die 101 besten Hotels Deutschland».












