Imagepanne für Schweizer Bank

Ein Schweizer Finanzinstitut ist in Kanada wegen Offshore-Aktivitäten zu einer happigen Zahlung verknurrt worden.

Die vormalige Bank Gutenberg (heute: Gutenberg Group) in Zürich muss der British Columbia Securities Commission insgesamt 850'000 kanadische Dollar zahlen, wie die Behörde am Mittwochabend mitteilte. Das sind umgerechnet 722'321 Franken.

Dabei handelt es sich um eine Vergleichszahlung für nicht registrierte Handelstätigkeiten in British Columbia. Die Schweizer Bank war ab Januar 2010 als Offshore-Institut in Kanada tätig, ohne dafür eine Lizenz für in British Columbia (BC) ansässige Personen gehabt zu haben.

Dunkelziffer höher

Insgesamt wurden 16 Konten bei Gutenberg mit einer totalen Summe von 327,8 Millionen kanadischen Dollar untersucht. Dabei konnten die Behörden zwei Kunden identifizieren, wo es bei ihren Transaktionen zu Gesetzesübertretungen gekommen war. Sie vermuten aber weitere Fälle, die sich allerdings nicht nachweisen liessen, wie aus den Gerichtsunterlagen hervorgeht.

Offenbar soll die Bank Gutenberg auch zwei Personen beschäftigt haben, die in der Vergangenheit bereits regulatorische Probleme hatten.

Permanente Handelssperre verhängt

In einem Communiqué schreibt das Schweizer Institut: «Die Gutenberg Administration räumt ein, dass sie in einer begrenzten Zahl von Fällen ohne entsprechende Registrierung in British Columbia (BC) für BC ansässige Personen gehandelt hat.»

Über das Institut ist eine permanente Handelssperre in British Columbia verhängt worden. Im Gegenzug stellen die kanadischen Behörden alle Amtshilfeverfahren und Untersuchungen in dieser Sache ein.

Schwierige Marktverhältnisse

Die in Zürich ansässige Gutenberg Group stellte im vergangenen Jahr ihre Banktätigkeit ein und konzentriert sich seither auf das Vermögensverwaltungsgeschäft, wie auch finews.ch berichtete.

Der Entscheid sei die Folge von schwierigen Marktverhältnissen und zunehmender Regulierung, hiess es damals. Die stetig steigenden Auflagen und regulatorischen Aufwendungen führten zu Kosten, die für eine kleine Privatbank nicht mehr tragbar seien. Die Aufgabe der Geschäftstätigkeit als Bank erfolge freiwillig, hiess es weiter. Es gebe keinen Zusammenhang mit dem Steuerstreit zwischen der Schweiz und den USA.

Regulierungsprobleme in Nordamerika

Die «Handelszeitung» wies allerdings bereits im November 2013 darauf hin, dass das Haus Gutenberg auch in Nordamerika Regulierungs-Probleme habe: Die Aufsichtsbehörde Finra ermittle im Zusammenhang mit künstlich aufgeblasenen Penny-Stocks gegen diverse ausländische Brokerfirmen – und dabei sei eines der Häuser, welche zum Clearing verwendet wurde, die Gutenberg-Gruppe (siehe auch hier und hier).

Bei Gutenberg sei nichts von solch einer US-Untersuchung bekannt, gab die Bank damals zu Protokoll. Im Abschluss von 2013 verwaltete das Institut noch 1,2 Milliarden Franken. Der bereinigte Netto-Neugeld-Abfluss belief sich auf 5 Millionen Franken. Heute beschäftigt das Unternehmen gemäss eigenen Angaben 37 Personen.

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