Jetzt fahndet auch Israel nach Schwarzgeld in der Schweiz

Israels oberster Steuerfahnder reist nächste Woche in die Schweiz – um bei den Banken nach unversteuerten Vermögen zu suchen.

Strand von Tel Aviv © Shutterstock

Dieser Tage erhält der Schweizer Finanzplatz hohen Besuch. Moshe Asher, Direktor der israelischen Steuerbehörde, kommt in der nächsten Woche höchstpersönlich in die Schweiz, um mit hiesigen Bankchefs das Gespräch zu suchen. Das berichtet das israelische Finanz-Blatt «Globes». Die Steuerbehörde bestätigte den bevorstehenden Besuch Ashers.

Ashers Mission: Er will mehr über die «riesigen Summen an israelischem Schwarzgeld» erfahren, die seine Behörde in den Tresoren hiesiger Banken vermutet – und dafür sorgen, dass diese nun versteuert werden. Dazu möchte er dem Vernehmen nach die Schweizer Banken instruieren, wie sie ihre israelischen Kunden dazu bringen, ihre Vermögen zu deklarieren.

Rund 18 Milliarden Franken Schwarzgeld

Kenner des Israel-Banking berichten, dass diese Klientel in der Vergangenheit ihr Geld in der Schweiz nicht in erster Linie vor dem Steuervogt verstecken wollte, sondern einen Notgroschen sicher im Ausland wissen wollte. Diesbezüglich biete die Schweiz mit ihren stabilen Verhältnissen beste Voraussetzung. Immer wieder zeigte sich, so die Insider, dass bei Konflikten im Nahen Osten die Kapitalflucht aus Israel zunahm.

Die unversteuerten Vermögen von Israeli weltweit werden auf bis zu 18 Milliarden Franken geschätzt. Um an dieses Geld zu kommen, zog die israelische Steuerbehörde jüngst härtere Saiten auf.

Vor einem Monat lancierte sie ein Programm zur freiwilligen Meldung unversteuerter Vermögen. Gleichzeitig verschärfte sie die Drohkulisse. «Wir haben Listen mit Tausenden von Israeli», polterte der oberste Steuerfahnder Asher bei der Lancierung des Programms. «Bevor wir Euch kriegen, ist es besser, dass Ihr zu uns kommt und Euer Geld deklariert.»

Kunden in Panik

Asher will die Details seines Porgramms nun auch den Schweizer Banken vorstellen, schreibt «Globes». Entsprechend steige nun die Nervosität von israelischen Steuerflüchtlingen mit Geld in der Schweiz, so das Wirtschafts-Portal. Steuerexperten hätten bereits zahlreiche Anrufe erhalten.

Auch in anderen Ländern fahndet Israel nach unversteuerten Geldern – und bietet diesen dafür Informationen über Konti von israelischen Ex-Pats bei Banken in Israel an. Besonders eng gestaltete Israel die Zusammenarbeit mit den USA, wo das Land sich im vergangenen Mai in die Kategorie 1 des US-Steuergesetzes Fatca einreihte.

Damit verpflichtete sich Israel, Informationen über amerikanische Bankkunden nach Israel zu liefern. Gleichzeitig darf es Amerika zu den Geldern seiner Staatsbürger anfragen. Zudem lässt Israel auch «Fischzüge» der US-Behörden nach potenziellen Steuerflüchtlingen zu.

In der Schweiz gerieten die hiesigen Töchter israelischer Banken ins Visier der USA. Die Bank Leumi, Bank Hapoalim und die Bank Mizrahi-Tefahot figurieren auf der Liste jener Finanzinstitute, denen in Amerika im Extremfall eine Anklage droht.

Umdenken im Israel-Geschäft

Alle grossen Schweizer Banken einschliesslich der Zürcher Kantonalbank unterhalten spezielle Israel-Desks oder auf die dortige Kundschaft spezialisierte Kundenberater. UBS und Julius Bär unterhalten zudem in Israel volllizenzierte Vermögensverwaltungs-Einheiten, um das Geschäft «onshore» zu betreiben. Julius-Bär-Chef Boris Collardi erklärte Israel gar zu einem Fokusmarkt für seine Bank.

Nun müssen die hiesigen Banken zusehen, wie sie mit dem veränderten Klima im wichtigen Markt zurecht kommen.

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Mit einer Performance von durchschnittlich 0,5 Prozent schnitten die Pensionskassen im August leicht besser ab als im Monats-Durchschnitt seit Jahresbeginn. Das stellte der «Pensionskassen-Barometer» der Grossbank fest.

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