HSBC: Die Aufholjagd zur UBS und zur Credit Suisse ist eröffnet

Die ins Straucheln geratene britisch-chinesische Grossbank HSBC setzt zum Befreiungsschlag an. Dazu streicht sie nicht nur Tausende Stellen. Sie setzt auch einen neuen Wachstumsfokus, der den Ambitionen von UBS und Co. in Asien extrem gefährlich werden könnte.

Es sind wahrlich keine Liliput-Massnahmen, die HSBC-Chef Stuart Gulliver am Dienstag ankündigte. Bis 2017 will er jede zehnte Stelle bei der britisch-chinesischen Grossbank streichen, wie unter anderem die Agentur «Bloomberg» berichtete. Bis zu 25'000 Arbeitsplätze sind damit in Gefahr.

Gleichzeitig verabschiedet sich das Institut von bis dato als verheissungsvoll bewerteten Schwellenmärkten: Gulliver befiehlt der Bank den Rückzug aus Brasilien und der Türkei.

Heimspiel in Hongkong

Insgesamt sollen so die Kosten nochmals um bis zu 5 Milliarden Dollar gesenkt werden, wie die Bank versprach. Damit pflanzt sich das 2011 begonnene Streichkonzert in die Zukunft fort: Insgesamt hatte die HSBC bereits den Abbau von 75'000 Stellen angekündigt.

Gleichzeitig plant Gulliver, das Wachstum in ausgesuchten Regionen zu forcieren. Bei der vor 150 Jahren in Hongkong gegründeten HSBC liegt dabei die Wahl nahe: Der Ausbau soll vorab in Asien geschehen. Dort will die HSBC nicht nur in der Vermögensverwaltung stärker Fuss fassen, sondern auch im Versicherungsgeschäft Marktanteile gewinnen. Eine Ankündigung, welche die Finanzanalysten schon jetzt beklatschen.

In den Chefetagen der führenden Schweizer Vermögensverwalter dürfte Gullivers Ansage indes gemischte Gefühle auslösen. Denn mit der Hongkonger Basis im Rücken ist HSBC im Geschäft mit Asiens Reichen bestens positioniert.

Nur ein Rang hinter der CS

Wie ein aktuelles Ranking zeigt, liegt die britisch-chinesische Grossbank im Private Banking in der Region nach Kundengeldern bereits auf dem vierten Platz – ein Rang hinter der Credit Suisse (CS), deutlich vor der Zürcher Privatbank Julius Bär und in Reichweite der UBS, der erklärten Nummer 1 in Asien-Pazifik.

Das alles kann nur bedeuten, dass das Private Banking in Asien demnächst noch viel stärker umkämpft sein wird. Ausser der HSBC haben dieses Jahr bereits die CS und kürzlich die Deutsche Bank dort einen Ausbau angekündigt.

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