Zürcher Julius Bär hat die Handbremse gezogen – vorerst

Auf Grund des US-Steuerstreit ist die Zürcher Bank Julius Bär in einer Warteposition. Doch dies könnte sich bald wieder ändern.

Die Privatbank Julius Bär zählt hierzulande zu den wichtigsten «Konsolidatoren». So kaufte die Zürcher Privatbank das internationale Vermögensverwaltungsgeschäft der Bank-of-America-Tochter Merrill Lynch. Und vor rund einem Jahr erwarb die Bank die Privatkundensparte der Bank Leumi.

Für weitere Akquisitionen ist bei Julius Bär vorerst die Handbremse gezogen: «Bevor der Steuerstreit erledigt ist, planen wir kein grösseres Übernahmeprojekt», sagte Boris Collardi (Bild) gegenüber der «Basler Zeitung» (Artikel bezahlpflichtig) am Samstag.

Bis zu 70 Milliarden Franken im Fokus

Nach einem Abschluss des US-Steuerstreits wäre Collardi offenbar aber wieder bereit für Übernahmen. Im Fokus stünden Finanzinstitute mit verwalteten Vermögen bis zu 70 Milliarden Franken an Kundengeldern. Das dafür notwendige Geld könnte die Bank ohne Probleme am Markt aufnehmen – trotz schwelendem US-Steuerstreit, erklärte der 41-Jährige wiederum gegenüber der «Finanz und Wirtschaft» (Artikel bezahlpflichtig) am Samstag.

Im US-Steuerstreit verdichten sich bei Julius Bär offenbar die Zeichen für einen baldigen Abschluss. Collardi erwartet dem weiteren Vernehmen nach einen Entscheid «in absehbarer Zeit». Zudem sei er zuversichtlich, dass es eine «den Umständen entsprechende gute Lösung» geben werde.

Was ist bereits im Aktienkurs enthalten?

Zu den Spekulationen an der Börse über die Höhe einer Vergleichszahlung – die Rede ist von einer Busse von bis zu 1 Milliarde Franken – wollte der 41-Jährige keine Stellung nehmen. «Eine gewisse Höhe ist im Aktienkurs jedoch enthalten», präzisierte er.

Rückstellungen für den Steuervergleich habe Julius Bär weiterhin nicht gebildet. Bisher haben die Abklärungen für das US-Justizdepartement der Bank rund 80 Millionen Franken gekostet, wie weiter zu erfahren war.

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden.

DOSSIER BANKEN

Dossier Banken

Dossier UBS Dossier Credit Suisse Dossier Bank Vontobel Dossier Julius Bär Dossier Zürcher Kantonalbank

Die wichtigsten Schweizer Banken auf einen Blick:

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Die nächste Blase platzt im Bong
  • Nackfotos für einen Kredit
  • Die Rendite ist weiblich
  • Das sind Trumps Einflüsterer
  • Diese TV-Stars verdienen am meisten
  • Erfindungen, die Leben retten
  • So sehen die Innovations-Labs der Banken aus
mehr

Follow us

Follow finews.ch on Twitter Follow finews.ch on Facebook Follow finews.ch on Google+ Follow finews.ch on LinkedIn Follow finews.ch on Xing Follow finews.ch on Youtube Follow finews.ch on Instagram Follow finews.ch

Newsletter

Newsletter-SymbolKostenlos abonnieren

Abonnieren Sie jetzt den finews.ch-Newsletter und Sie erhalten kostenlos 2x wöchentlich die wichtigsten News aus der Schweizer Finanzwelt per E-Mail.

Zürcher Bankenverband

News und Einschätzungen zum Zürcher Finanzplatz.

Beiträge lesen

Lohnvergleich

Lohnvergleich

Verdienen Sie genug? Vergleichen Sie doch mal Ihren Lohn.

zum Lohnvergleich

SELECTION

Selection

So empfängt die UBS künftig ihre besten Kunden

Die grösste Schweizer Bank gestaltet weltweit ihre Empfangsbereiche und Sitzungszimmer für die reiche Klientel neu.

Selection

Selection

So werden Sie ein guter Chef

Ausgezeichnete Fachkenntnisse reichen nicht. Diese sieben Punkte sind genauso wichtig.

Selection

NEWS GANZ KURZ

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

weitere News