Guy de Picciotto: «Schweizer Private Banker waren zu wenig aggressiv»

Wenn sich Guy de Picciotto zu Wort meldet, dann redet er Klartext. Das machte der Chef der Union Bancaire Privée dieser Tage auch in Asien, wo er die dortigen Kundenberater mit denjenigen in der Schweiz verglich.

Lange Zeit hat es die Union Bancaire Privée (UBP) versäumt, den asiatischen Markt zu bearbeiten. Zu sehr war das Genfer Institut damit beschäftig, andere Märkte zu erobern oder Akquisitionen zu tätigen.

Doch nun, seit die UBP vor wenigen das internationale Geschäft der britischen Bank Coutts übernommen hat, sind die Genfer mit signifikanten Kapazitäten auch in Singapur und in Hongkong vertreten. Nicht zuletzt aus diesem Grund stattete Guy de Picciotto (Bild) den beiden Destinationen dieser Tage einen Besuch ab – und redete dabei wieder einmal Klartext.

Mehr Krisen durchgemacht

Gegenüber der Singapurer Tageszeitung «The Strait Times» erklärte der UBP-CEO, dass die asiatischen Private Banker wesentlich aktiver und dynamischer seien als ihre Kollegen in der Schweiz. «Die Leute hier in Asien haben grössere Ambitionen», sagte de Picciotto und betonte darüber hinaus, dass man in Asien schon mehrere (Finanz-)Krisen durchgemacht habe.

In der Schweiz dagegen habe das Bankgeheimnis über viele Jahre dazu geführt, dass die Kundenberater in einem höchst komfortablen Umfeld hätten arbeiten können. «Das hat die Schweizer Private Banker wesentlich weniger aggressiv in ihren geschäftlichen Bestrebungen gemacht», urteilt de Picciotto.

Zum Training nach Asien

Vor dem Hintergrund, dass das geschäftliche Umfeld in der Schweiz sicherlich nicht einfacher werde, seien die Kundenberater nun gezwungen, proaktiv zu handeln. Und damit sich die hiesigen Private Banker ein Bild davon machen können, was Dynamik in Asien bedeute, sollen sie, sobald die Integration von Coutts in die UBP vollzogen ist, zum Training nach Singapur und Hongkong entsendet werden, wie de Picciotto weiter ausführte.

Aber auch umgekehrt sollen asiatische Mitarbeiter dereinst Erfahrungen in der Schweiz und in Europa sammeln. Das – verbunden mit der Tatsache, dass die UBP eine familiengeführte Bank ist, was in Asien sehr gut ankommt – könnte mitunter ein Anreiz dafür sein, dass talentierte Leute zur UBP wechseln. Zumal auch de Picciotto einräumte, dass das Angebot an guten Kundenberatern in Singapur und Hongkong weit unter der branchenweiten Nachfrage liege.

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