Fürstenbank LGT wegen verbotener «Zockergeschäfte» angeklagt

Mitarbeiter des Finanzamts in Salzburg verzockten Steuergelder in Millionenhöhe. Mittendrin im Finanzskandal steckt die Liechtensteiner LGT. Diese sitzt nun auf der Anklagebank. 

Das österreichische Bundesland Salzburg hat eine Klage gegen die Liechtensteiner Fürstenbank LGT eingereicht, wie die Nachrichtenagentur «AWP» am Dienstag vermeldete. Das Landgericht in Vaduz bestätigte auf Anfrage deren Eingang. Die Klagesumme belaufe sich auf 7,3 Millionen Euro, hiess es weiter. 

In einem ersten Schritt werde in den nächsten Wochen eine «Beweisbeschlusstagsatzung », hiess es beim Landgericht auf Anfrage weiter. Mehr Ausführungen dazu waren beim Gericht nicht erhältlich.

Mit Steuergeldern gezockt

Den Gerichtsweg wollen die Österreicher im Zusammenhang mit der Aufarbeitung des so genannten Salzburger Finanzskandals beschreiten. Bei diesem Skandal hatten Mitarbeiter der Finanzabteilung jahrelang hochspekulative Devisengeschäfte mit Steuergeldern abgeschlossen. Dem Bundesland entstand dadurch ein Schaden in dreistelliger Millionenhöhe.

Gemäss Angaben der Salzburger wurden mit der grössten Liechtensteiner Bank von November 2010 bis September 2012 etwa 1'000 Geschäfte mit einem Volumen von 10 Milliarden Euro abgeschlossen. Dabei sei dem Land ein Schaden von zumindest 7,3 Millionen Euro entstanden.

Mangelnde Sorgfalt

Die Geschäfte hatten ein nach oben unbegrenztes Verlustrisiko. Der Bank habe bekannt sein müssen, dass eine Gebietskörperschaft solche Finanztransaktionen nicht abschliessen dürfe, argumentiert das Land Salzburg und wirft der fürstlichen LGT Bank mangelnde Sorgfalt vor.

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